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Niedrige Stundenlöhne ab 8 Mark

Das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung hat soeben eine aktuelle Analyse der tariflichen Lohn- und Gehaltsstrukturen in der Bundesrepublik vorgelegt.

Sie bezieht sich auf Tarifbereiche aus 26 Wirtschaftszweigen und erfasst 7,1 Mio. Beschäftigte, davon 5,4 Mio. aus den alten und 1,7 Mio. aus den neuen Bundesländern. Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick (Daten auf dem Stand vom 31.12.1998):

  • Die Grundvergütungen bewegen sich von 1.465 DM (für eine/n einfache/n Büroangestellte/n in der Gehaltsgruppe 1 im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe Sachsen) bis zu 10.654 DM (für eine/n Regionalbereichsleiter/in mit besonders hohen Führungsanforderungen bei der Deutschen Bahn AG).
  • Die Zahl der Vergütungsgruppen bewegt sich in den einzelnen Tarifbereichen zwischen 3 und 17, unterhalb der mittleren Lohngruppe gibt es im Schnitt 4 weitere Vergütungsgruppen.
  • In fast allen ausgewerteten Tarifbereichen gibt es eine zusätzliche Differenzierung innerhalb der Vergütungsgruppen nach Berufserfahrung.
  • Die Vergütungen in der mittleren Gruppe (Einstiegstarif) reichen in den alten Bundesländern von 2.230 DM bis 4.671 DM, in den neuen Ländern von 1.960 DM bis 3.728 DM. Der absolute Abstand zwischen der untersten und obersten Vergütungsgruppe variiert zwischen 358 DM und 8.464 DM.
  • Es gibt einige Tarifbereiche mit ausgeprägten Niedrigeinkommen mit Stundenlöhnen zwischen 8 und 19 DM; das entspricht monatlichen Grundvergütungen zwischen rund 1.500 und 3.000 DM.
  • Die Ausbildungsvergütungen betragen je nach Branche und Ausbildungsjahr zwischen 653 und 2.120 DM. Sie betragen im 3. Ausbildungsjahr zwischen 31 und 58 % der Einstiegsgruppe für Facharbeiter/innen und Fachangestellte.

Nach Auffassung des WSI belegen diese Zahlen einmal mehr, dass das deutsche Tarifsystem sehr viel flexibler und differenzierter ist als sein Ruf. Die Notwendigkeit für eine weitere Lohnspreizung besteht nicht, schon gar nicht im unteren Einkommensbereich.

(Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, 22.06.1999)

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