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Rezension: "Die Sims 2: Wilde Campus-Jahre"

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Studentenfutter wird zubereitet... Noten-Datenbank wird erstellt... Gehirnzellen werden aktiviert... Diese Sätze laufen bereits beim Laden des AddOns „Wilde Campus-Jahre“ zum Erfolgsspiel „Die Sims 2“ durchs Bild und vermitteln schon einen ersten Vorgeschmack von dem, was sich gleich auf dem hiesigen Bildschirm abspielen wird.

Studentisches Wohnen in der Sim-Welt
Studentisches Wohnen in der Sim-Welt

Hat man sich für eine Nachbarschaft und eine Universität entschieden, geht es daran, den eigenen Sim-Studenten zu erstellen. Dies kann leider sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn man Wert darauf legt, dass der Sim ein hübsches Gesicht hat und einigermaßen gut gekleidet ist. Beim anschließenden Hausbau geht es einem nicht anders. Sims sind sehr anspruchsvoll; damit sie sich später während des Spiels in ihrer Umgebung wohlfühlen, sollte man schon einige Sim-Dollar (Simoleons) in die Einrichtung investieren. Nicht fehlen dürfen, neben den grundsätzlich notwendigen Möbelstücken wie Bett, Herd und Toilette, ausreichend Möglichkeiten zur Unterhaltung deines Sims. Spaß bringen zum Beispiel ein ferngesteuertes Auto, ein Flipperautomat, eine E-Gitarre oder auch die Riesen-Shisha, die anscheinend aus Jugendschutzgründen als sogenannter „Seifenblasenpuster 'Weißes Kaninchen'“ getarnt ist. Schon für 1720 Sim-Dollar kann sich dein virtueller Studi über dieses Partyobjekt erfreuen. Für damit verbundene, möglicherweise aufretende Geldprobleme gibt es eine einfache Lösung: man benutze doch einfach einen passenden Cheat*.

Will dein Studenten-Sim nun eine richtige Studentenparty veranstalten, muss er sich bei deren Organisation mächtig ins Zeug legen. Denn jede dieser Parties erhält eine Bewertung, wobei die niedrigste Stufe „schnarchendlangweilig“ ausmacht; nach oben hin sind aber keine Grenzen gesetzt! Besser für den Freundeskreis deines Sims ist es natürlich eine möglichst gute Party zu schmeißen. Hilfreich kann dafür die Anschaffung eines Fruchtsaft-Fasses sein – darauf fahren die virtuellen Studenten richtig ab. Zur Erweiterung seines Freundeskreises gibt es für deinen Schützling aber natürlich noch viele andere Möglichkeiten. So kann er beispielsweise einer der berüchtigten Studentenverbindungen beitreten oder auch selbst eine Gründung beantragen. Und wer weiß: vielleicht kommt er ja auch in Kontakt mit einem durch Gerüchte bekannten Geheimbund?

Der Therapeut kümmert sich um den Niedergeschlagenen
Der Therapeut kümmert sich um den Niedergeschlagenen

Neben dem ganzen Spaß, den dein Sim während seiner achtsemestrigen Studienzeit erlebt, muss er aber natürlich auch hin und wieder etwas für die Uni tun. Dies kann geschehen durch das Schreiben von Seminar- und Hausarbeiten, die Teilnahme an Abschlussprüfungen oder durch den täglichen Gang zur Universität. Ein gutgelaunter Sim geht selbstständig zum Unterricht; einer mit schlechter Laune muss darauf hingewiesen werden. Ein ausgefuchster Sim kann auch schon mal einen anderen dazu überreden, die eigene Hausarbeit zu schreiben. Natürlich kann es auch einem virtuellen Studenten passieren, dass er sich für das falsche Studienfach entschieden hat. Zur Auswahl stehen unter anderem Literatur, Biologie, Schauspiel, BWL und Psychologie. Den Fähigkeiten deines Sims entsprechend kann er mehr oder weniger gut im gewählten Bereich sein. Im schlimmsten Fall kann er bei ungenügender Leistung vom College fliegen. Aber bevor es soweit kommt, hat er natürlich die Möglichkeit, das Fach zu wechseln.

Eine „akademische Verwarnung“ kann sich dein Schützling auch einhandeln, wenn er eine Prüfung vermasselt, wenn er häufig zu spät zum Unterrricht kommt oder gar nicht erst geht. Die Folge ist, dass er das Semester wiederholen muss. Und das kann für so einen Sim-Studi schon ziemlich niederschmetternd sein. Zum Glück ist aber sofort ein Therapeut zur Stelle, der sich um den Entnervten kümmert. Vorbeugen kann man, indem man darauf achtet, dass die Bedürfnisse des Sims alle weitestgehend erfüllt sind. Je höher der Spaßfaktor deines Sims kurz vor einer Prüfung, desto höher die Chance, eine gute Note zu erreichen. Und je besser die Prüfung ausfällt, desto mehr Sim-Dollar kann sich dein virtueller Student durch das erworbene Stipendium in die eigene Tasche stecken.
Der ständige Druck jedoch, die Bedürfnisse des Sims zu befriedigen, kann auf die Dauer schon etwas nervig werden. Zumal man sich dadurch nicht auf die ganzen Vorzüge des Computerspiels konzentrieren kann.

Das Gelände der Staatlichen Sim-Uni
Das Gelände der Staatlichen Sim-Uni

Leicht kann man dann schon einmal übersehen, dass es doch die Möglichkeit für einen Studenten-Sim gibt, sich per Telefon ein Taxi zu bestellen um direkt auf das Campusgelände zu fahren.

Die drei zur Auswahl stehenden Universitäten Akademie Le Tour, Staatliche Sim-Uni und La Fiesta-Tech bestehen alle mindestens aus folgenden fünf Grundelementen: Espresso-Bar / Café, Lounge, Wohnheim, Residenz und Studentenverbindung. Leider kann man sich als Sim nie sonderlich lange an diesen für Studenten interessanteren Orten aufhalten, da der Energiebedürfnispegel schnell verbraucht ist. Und wenn ein Sim nicht das bekommt, was er will, dann kann er schon einmal ganz schön sauer werden und seine Studentenkollegen etwas angiften. Besonders nervtötend kann es für einen Sim auch sein, wenn sich andauernd fremde Sims selbst in die eigene Wohnung einladen. Meist betätigen sie sich dann ungefragt am Flipperautomaten, bedienen sich am Kühlschrank, benutzen die Toilette und erfreuen sich an dem „Seifenblasenpuster“. Oft tauchen sie auch in Uni-Maskottchenkleidung auf, zum Beispiel als Kuh oder Ziege; und sie scheuen es auch nicht einem wegen Krankheit im Bett liegenden Sim lautstark den Schulschlachtruf vorzutragen. Unangemeldet erscheint auch ab und zu ein Sport-Professor der Uni um die faulen Studenten zum Trainieren anzustacheln.

Ein
Ein "flitzender" Sim

Wie im richtigen Leben lieben auch die virtuellen Studis Kissenschlachten, Hacky Sack spielen und auf dem Campus abhängen. Und dann gibt es in der Sim-Welt auch noch das sogenannte „Flitzen“. Diese doch eher unrealistische Tätigkeit beläuft sich darauf, sich auszuziehen und nackt, wild mit den Armen wackelnd durch die Gegend zu laufen. Es lohnt sich aber auf alle Fälle auch etwas fürs Studium zu tun. Denn je nach gewählter Laufbahn kann ein Sim während seiner Studienzeit verschiedene Belohnungen abstauben. Dabei sind unter anderem ein Geldbaum und der Simabsorber, der dazu dient anderen Studenten wertvolle Fähigkeiten-Punkte „abzusaugen“. Nicht nur hier zeigt sich, dass dieses Computerspiel ein sehr hohes Level an Witz und Kreativität besitzt.
Leider fällt der Uni-betreffende Teil im Gesamten doch eher etwas spärlich aus. Befindet sich der Sim in der Universität, werden höchstens ab und zu Informationen angezeigt, wie zum Beispiel dass er neue Professoren kennengelernt hat oder ähnliches. Zu bemängeln sind an „Die Sims 2: Wilde Campus-Jahre“ außerdem die langen Ladezeiten, vor allem zu Beginn des Spiels. Etwas unrealistisch ist auch die Dauer eines Semesters in der Sim-Welt: Der virtuelle Student muss sich bereits nach etwa vier Sim-Tagen auf die Semesterabschlussprüfung einstellen.

Irgendwann kommt dann aber auch einmal die Zeit, dass dein Sim seine letzte Abschlussprüfung besteht und nun dem Ernst des Lebens ausgesetzt wird. Davor kann er es jedoch noch einmal richtig krachen lassen: durch seine persönliche Abschlussparty! Auch die anschließende, wunderschöne Verabschiedungszeremonie sollte sich kein Sim-Liebhaber entgehen lassen. Der Schützling wird nun ins harte Leben außerhalb des Campus entlassen und muss versuchen dort klarzukommen. Es liegt also an dir, deinem Sim eine unvergessliche Studienzeit zu bereiten, auf die er sein ganzes Leben lang mit Stolz und einem Grinsen zurückblicken kann.

Facts Sheet

Die Sims 2: Wilde Campus-Jahre
Die Sims 2: Wilde Campus-Jahre
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Hersteller EA Games
Studio Maxis
Genre Lebenssimulation
Sprachversion Deutsch
Altersfreigabe Ohne Altersbeschränkung
Unverbindliche Preisempfehlung 29,99 Euro
Erscheinungsdatum 10.03.2005
Hinweis „Die Sims 2: Wilde Campus-Jahre“ ist ein AddOn zu „Die Sims 2“,d.h. dieses Basisspiel wird zum Spielen des AddOns benötigt
Benötigter Festplattenspeicher 1 GB
Systemanforderungen Dieselben wie beim Basisspiel „Die Sims 2“: Pentium 3 Prozessor mit 600 MHz oder besser, 256 MB RAM (unter Windows XP, ME, 2000 oder 98), mindestens 3,5 GB Festplattenspeicher, möglichst eine T&L-fähige Grafikkarte mit mindestens 32 MB RAM
Extras Bonus-DVD mit Interviews, Trailern, Tipps und Tricks

  • *Cheat: zusätzliche, den Spielverlauf begünstigende Funktion in Computerspielen, die durch Tastenkombinationen freigeschalten werden kann, z.B. um den Kontostand zu erhöhen

Von Elisa Meißner

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