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Arbeiten, wo andere Urlaub machen?

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Berufsperspektiven in der Tourismusbranche / Tipps rund um Ausbildung und Berufswahl

Urlaub – für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Da reift bei jungen Menschen schnell der Gedanke, Urlaub zum Beruf zu machen und in die Tourismusbranche einzusteigen. Und zu Recht: Mit rund drei Millionen Beschäftigten und knapp 100.000 Ausbildungsplätzen ist diese Branche ein wichtiger Faktor am deutschen Arbeitsmarkt. Auch die wirtschaftlichen Prognosen in diesem Bereich sehen nach stürmischen Zeiten wieder positiv aus. Bis zum Jahr 2014 soll sich nach Informationen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages die Zahl der Arbeitsplätze von 214,7 Millionen weltweit auf 259 Millionen erhöhen. Das entspricht 8,6 Prozent aller Jobs.

Doch, wie auch in anderen Arbeitsbereichen, dürfen sich diejenigen, die sich für eine Laufbahn in der Touristik interessieren, nicht vom Schein der „Traumarbeitswelt“ blenden lassen. Ein zweiter Blick lohnt sich, um ein reelles Bild von der Tourismusbranche und ihren beruflichen Möglichkeiten zu bekommen. Denn wer für Fluggesellschaften, Reiseveranstalter, das Hotelgewerbe, Reisebüros oder Tourismusvereine und -verbände arbeitet, der befindet sich nicht zwangsläufig an Südseestränden oder auf Kreuzfahrtschiffen.

Dass viele Auszubildende falsche Vorstellungen von der Berufswirklichkeit haben, bestätigt Stephan Piwanski, Leiter der Europa Fachakademie in Hannover. „Oft haben Interessenten an einer Berufsausbildung im Bereich Tourismus, recht unrealistische, teilweise sogar romantische Vorstellungen von einem Berufsleben in dieser Branche. Viele übersehen zum Beispiel, dass klassische Verwaltungstätigkeiten im Büro ein zentraler Bestandteil der Arbeit sind.“ Ein Blick auf den Ausbildungsplan der Europa Fachakademie macht dies deutlich. Hier finden sich neben Fremdsprachenunterricht und den Fächern Tourismus- und Informationsmanagement beispielsweise auch EDV, Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Controlling. „Die Ausbildung konzentriert sich auf praxisrelevante Inhalte.“, erklärt Piwanski und ergänzt: „Auch wer während der Ausbildung gezielt Praktika bei Reiseveranstaltern oder anderen Unternehmen der Tourismuswirtschaft absolviert, wird hauptsächlich in kaufmännisch verwaltenden Bereichen eingesetzt.“

Nur die Auszubildenden, die sich im Vorfeld der Ausbildung über die Realität in touristischen Berufen umfassend informieren, werden keine böse Überraschung im Berufsalltag erleben. Denn: Tourismus- oder Dienstleistungsbranche bedeutet nicht nur häufig Wochenendarbeit, mit der man sich anfreunden können muss. Der Beschäftigte sollte auch stets ein freundliches Wort für seine Kunden haben und ein Gespür für ihre Wünsche. Nur so haben nicht nur Urlauber, sondern auch die Beschäftigten der Tourismuswirtschaft Spaß am Reisen.

(Quelle: nordpress 27.01.05)

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