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Köhler: „Kein Arzt lässt seine Patienten gerne warten“

Wartezeiten – Steigender Versorgungsbedarf erfordert konstruktive Maßnahmen statt „Strafzahlungen“ für Ärzte, erklärt der KBV-Vorstand.

„Kein Arzt lässt seine Patienten gerne warten. Von daher begrüßen wir alle Maßnahmen, die die Vertragsärzte dabei unterstützen, ihre Patienten bestmöglich zu versorgen.“ Damit reagiert der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, auf die jüngsten Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums zur Vermeidung langer Wartezeiten bei Fachärzten. Danach sollen Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen auf Landesebene Maßnahmen festlegen, die eine „angemessene und zeitnahe Zurverfügungstellung einer fachärztlichen Versorgung“ umfassen.

Köhler warnt zugleich davor, allein den Ärzten die Schuld für zunehmende Versorgungsprobleme zu geben. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland und der damit wachsenden Krankheitslast würden der Behandlungsbedarf und die Nachfrage nach medizinischen Leistungen steigen. Wer in dieser Situation den Versicherten suggeriere, der Arzt müsse sie stets sofort behandeln, wecke unrealistische Erwartungen. „Das ist weder personell noch finanziell möglich – und medizinisch auch nicht immer erforderlich. Auch Ärzte können nicht mehr als arbeiten“, betont Köhler.

Den Vorschlag des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr, wonach Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen auf Landesebene Regelungen vereinbaren sollen, die Wartzeiten in der fachärztlichen Versorgung verkürzen sollen, bezeichnet Köhler als „konstruktiven Ansatz“. Damit seien endlich auch die Krankenkassen in der Pflicht, entsprechende Anreize zu setzen. Strafmaßnahmen wie Honorarkürzungen für Ärzte, die aufgrund einer übervollen Praxis einen Patienten nicht gleich behandeln können, lehnt der KBV-Chef ab.

Köhler appellierte an die Politik, die in dem geplanten Versorgungsstrukturgesetz enthaltenen Instrumente im Kampf gegen den Ärztemangel umzusetzen. „Sinnvolle regionale Maßnahmen zur Verkürzung von Wartzeiten können nur vereinbart und umgesetzt werden, wenn sich die Arbeitsbedingungen für Ärzte verbessern. Nur dann wird es auch gelingen, den Nachwuchs wieder für eine ambulante Tätigkeit in der Praxis zu gewinnen“, unterstreicht der Kassenärztechef.

(Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 05.09.2011)

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