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Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information bietet Ordnungssysteme in der komplizierten Sprachwelt der Medizin und Informationssysteme für die Medizinrecherche

Das DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) arbeitet auf der Basis von gesetzlichen Aufträgen des Bundesgesundheitsministerium und bietet eine umfangreiche Plattform mit Fachinformationen in Datenbanken und Online-Anwendungen. Diese Plattform ermöglicht die Recherche nach medizinischer Fachliteratur und nach Bewertungen von medizinischen Verfahren und Technologien (Health Technology Assessment) sowie spezielle Informationssysteme zu Arzneimitteln und Medizinprodukten. Außerdem gibt das DIMDI medizinische Klassifikationen in deutscher Sprache heraus (ICD-10-GM, OPS) und betreut weitere Terminologien, Thesauri etc. die für den elektronischen Datenaustausch in der Medizin von Bedeutung sind.

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information

Mit der erneuten Ernennung zum WHO-Kooperationszentrum für medizinische Klassifikationen im Juni 2008 hat die Weltgesundheitsorganisation die langjährige Leistung das DIMDI im Bereich der medizinischen Klassifikationen bestätigt. Was aber genau macht das DIMDI nun, wenn von „Klassifikation“ die Rede ist? In der ICD-10-GM, der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, sind z. B. Diagnosen systematisch geordnet und mit Kodes versehen. Damit ist die eindeutige Benennung von Diagnosen möglich, die wichtig ist in der Epidemiologie (z. B. auf Totenscheinen), für die Entgeltsysteme im Krankenhaus (G-DRG) und für den elektronischen Datenaustausch in der Telemedizin, z. B. vom Labor zu Klinikstation und von dort zur Arztpraxis.

Die einheitliche Verschlüsselung und Bezeichnung von medizinischen Begriffen macht die internationale Kommunikation zwischen Medizinern, die oft noch durch unterschiedliche Begriffssysteme erschwert ist, erst zuverlässig. International verständliche, standardisierte Begriffssysteme und eindeutige Benennungen von Diagnosen, aber auch von Operationen, Laboruntersuchungen oder Objekten (z. B. Institutionen) sind insbesondere mit dem zunehmenden elektronischen Datenaustausch in der Medizin unverzichtbar.

Das DIMDI bietet auch den Zugriff auf rund 70 medizinische Datenbanken von verschiedenen Herstellern, die zum Teil kostenfrei nutzbar und teilweise auch für geringes Entgelt für die Online-Recherche öffentlich zur Verfügung stehen. Die Datenbanken werden laufend aktualisiert und enthalten vielfältige Informationen, Fachartikel aus Medizinjournals, toxikologische Fakten oder auch aktuelle Meldungen zu Arzneimitteln. Die Datenbanken beim DIMDI decken den Gesamtbereich der Medizin mit ihren Randgebieten ab. Spezielle Informationssysteme für Arzneimittel und Medizinprodukte enthalten auch regulative Daten der deutschen Zulassungsbehörden.

Der öffentliche Teil des Arzneimittel-Informationssystems der deutschen Zulassungsbehörden enthält z. B. zu jedem Arzneimittel Arzneimittelname, Eingangs-/Bearbeitungsnummer (ENR), Zulassungsnummer, Anmelder, Bescheiddatum der Zulassung, beschiedene und offene Änderungsanzeigen sowie Informationen, die zur eindeutigen Identifizierung des Arzneimittels notwendig sind. Grundsätzlich sind dabei kostenfrei zugänglich: Arzneimittelname, Darreichungsform, Zulassungsinhaber, Zulassungsnummer, Angaben zur Verkehrsfähigkeit, Gebrauchsinformation (Packungsbeilage), Fachinformation und Öffentliche Beurteilungsberichte, die allerdings noch nicht für jedes Arzneimittel enthalten sind.

Andere Datenbanken, z. B. der ABDATA, enthalten Handelsname, Darreichungsform, Anatomisch-Therapeutisch-Chemische Klassifikation der WHO (ATC), Herstellername, Zusammensetzung. Bei deutschen Arzneimitteln können zusätzlich folgende Angaben vorhanden sein: Abgabebestimmungen, Ausbietungsdatum, Indikationen, Herstelleradresse, Dosierung, Haltbarkeit, Warnhinweise, Kontraindikationen, Nebenwirkungen, Eigenschaften.

Das deutsche Informationssystem Medizinprodukte beim DIMDI dient der Marktüberwachung, bietet Online-Erfassungssysteme und Datenbanken, die eine direkte Dateneingabe durch die Hersteller und Bevollmächtigen sowie die Bearbeitung durch die zuständigen Behörden ermöglichen, und ist ebenfalls teilweise öffentlich zugänglich. Dieses Informationssystem enthält Angaben über:

  • Anzeigen zum erstmaligen Inverkehrbringen und zum Sicherheitsbeauftragten für Medizinprodukte
  • Bescheinigungen der Benannten Stellen
  • Beobachtungs- und Meldesystem für Vorkommnisse mit Medizinprodukte
  • Anzeigen von klinischen Prüfungen/Leistungsbewertungsprüfungen mit Medizinprodukten
  • Mitteilungen über Einstufung oder Entscheidung zur Klassifizierung eines Medizinproduktes bzw. Abgrenzung zu anderen Produkten

In Bezug auf die speziellen Informationssysteme agiert das DIMDI als technische Plattform. Die Inhalte werden von den deutschen Zulassungsbehörden des Bundes (BfArM, PEI, BVL) und der Länder geliefert. Diese Systeme werden v. a. von Herstellern, Behörden und beteiligten Institutionen genutzt. Die anderen Datenbanken werden besonders von Wissenschaftlern, Studenten, aber auch in der praktischen Medizin tätigen Ärzten genutzt. In verschiedenen Recherchekursen bietet das DIMDI Unterstützung für Einsteiger und Professionals an.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist beim DIMDI der Bereich HTA (Health Technology Assessment), der sich mit der Bewertung von medizinischen Prozessen und Verfahren befasst. Hier betreibt das DIMDI nicht nur ein Informationssystem mit sogenannten HTA-Berichten verschiedener Institutionen, sondern betreut auch ein HTA-Programm zu Erstellung von solchen Berichten: Das DIMDI vergibt Aufträge an qualifizierte Wissenschaftler, die auf Basis der aktuellen Literatur Aussagen über Nutzen, Risiken, Kosten und Auswirkungen bestimmter Verfahren treffen. Themenvorschläge für HTA-Berichte kann jeder online beim DIMDI einreichen.

Die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeitsfelder des DIMDI belegen seine Expertise, die es in mittlerweile fast 40 Jahren des Bestehens aufgebaut hat. Das Institut ist aus der heutigen, medizinischen Welt kaum noch weg zu denken.

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