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Durch Finanzkrise: Junge Controller gefragter denn je

Von der Konjunkturkrise profitieren derzeit auf dem Arbeitsmarkt vor allem Controller und Finanzprofis. Denn die Unternehmen suchen kluge Köpfe, die zuverlässige Zahlen liefern und einen Riecher haben für neue Geschäfte. Deshalb stellen viele Abteilungen für Controlling, Finanzen und Rechnungswesen trotz Krise ein, berichtet das Magazin Handelsblatt Junge Karriere in seiner Februar-Ausgabe, die am 23. Januar erscheint.

Rund 6.500 Stellen wurden in diesen Ressorts nach Auswertungen des Personaldienstleisters Adecco allein von Januar bis Oktober 2008 ausgeschrieben – und der Trend setzt sich weiter fort. Insgesamt entfallen auf den Bereich Finanzen und Controlling knapp ein Drittel aller Stellenangebote für Wirtschaftswissenschaftler. „Im Finanzbereich haben wir nach wie vor mehr Stellen als Bewerber“, sagt Joanna Karpowicz, Niederlassungsleiterin bei Adecco in Frankfurt. Vor allem im Finanzvertrieb haben Einsteiger gute Karten. Auch Sven Hennige, Europa-Chef beim Personaldienstleister Robert Half in München, sieht den Markt für Berufseinsteiger derzeit noch nicht in der Krise: „Die Nachfrage nach qualifizierten Absolventen ist nach wie vor groß, besonders wenn es darum geht, Traineestellen zu besetzen. Außerdem ist es schwierig, geeignete Absolventen zu finden“, sagt der Experte für Finanzjobs.

Auch in den Chefetagen sind Finanzexperten gefragt: „Führungskräfte aus den Ressorts Finanzen und Controlling haben derzeit gute Chancen, zum Geschäftsführer aufzusteigen“, sagt Hennige. Den Zahlenprofis traut man am ehesten zu, von der Konjunkturkrise angeschlagene Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen oder sicher durch die Flaute zu steuern.

Nachwuchs von den Hochschulen gibt es reichlich: Knapp ein Viertel der rund 26.500 Betriebswirte, die jährlich die Universitäten hierzulande verlassen, hat sich im Studium auf Controlling und Rechnungswesen spezialisiert. Beliebter ist nur noch der Schwerpunkt Marketing. Wunsch-Arbeitgeber der Studenten sind vor allem die internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften, hat das Berliner Trendence Institut ermittelt.

Dort ist von der Krise bisher wenig zu spüren. Die Einstellungsziele für 2009 bewegen sich bei den Marktführern auf gewohnt hohem Niveau: PricewaterhouseCoopers will 1.500 neue Prüfer einstellen, KPMG 1.100, Deloitte 950. McKinsey plant, bis zu

  1. Nachwuchsberater zu engagieren, rund die Hälfte davon mit wirtschafts-wissenschaftlichem Abschluss. Ernst & Young will im höheren dreistelligen Bereich junge Leute verpflichten.

Die können sich im Vergleich zu anderen Berufsgruppen über gute Gehälter freuen: Einsteiger im Finanz- und Rechnungswesen und im Controlling verdienen im Schnitt 4.000 Euro mehr im Jahr als ihre Kollegen im Marketing oder in der Personalabteilung. Nach zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung knackt jeder zweite Controller bereits die 50.000-Euro-Marke. Besonders gut zahlen die Luftfahrtbranche, Banken sowie Pharma- und Autoindustrie. Hier verdient schon ein Großteil der Einsteiger mehr als 50.000 Euro im Jahr. Handel, Logistik, Gesundheitswesen und öffentliche Dienstleister gehören dagegen zu den Schlusslichtern auf der Gehaltsskala. Auch in kleineren Unternehmen, wo die Übergänge zwischen Buchhaltung, Rechnungswesen und Controlling oft fließend sind, wird in der Regel schlechter gezahlt. Dafür sind im Mittelstand die Hierarchien flach und Berufseinsteiger übernehmen schnell Verantwortung.

Mehr Informationen über den Arbeitsmarkt für Controller stehen in der Februar-Ausgabe von Handelsblatt Junge Karriere, die am 23. Januar 2009 erscheint.

(Quelle: Junge Karriere, 22.01.2009)

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