Maschinenbauer bleiben trotz Krise gefragt
Im Juli 2009 meldete Branchenverband VDI einen Fehlbedarf von mehr als 14.000 Maschinenbauern.
Sogar in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahren herrscht unter den deutschen Maschinenbau-Ingenieuren nach wie vor fast Vollbeschäftigung. Trotz des jüngsten Anstiegs liegt die Arbeitslosenquote bei den Maschinenbauern auch 2009 unter vier Prozent. Und das dürfte auch so bleiben, berichtet das Magazin Handelsblatt Junge Karriere in seiner Oktober-Ausgabe. „Trotz starker Auftragseinbußen braucht die Branche weiterhin gut qualifizierte Ingenieure“, sagt Willi Fuchs vom Verband Deutscher Ingenieure VDI in Berlin in Junge Karriere. Ein Grund ist die demografische Entwicklung: „Schon heute haben wir mehr Maschinenbau-Ingenieure über 50 Jahre als junge unter 35“, so der VDI-Direktor. Vor zehn Jahren war das Verhältnis noch umgekehrt.
Viele Arbeitgeber fürchten, dass die aktuelle Krise und Nachrichten von Entlassungen und Kurzarbeit in den rund 5.900 Maschinenbau-Unternehmen in Deutschland künftig noch mehr Studenten vom anspruchsvollen Maschinenbau-Studium abschrecken könnte. Wenn in den nächsten Jahren die Konjunktur wieder anzieht, trifft die steigende Personalnachfrage dann nämlich auf ein schrumpfendes Angebot an Absolventen. Viele Stellen könnten dann offen bleiben, denn selbst in der momentanen Krise übersteigt die Zahl der beim Arbeitsamt gemeldeten freien Stellen noch immer die Zahl der passenden Jobanwärter. Im Juli 2009 meldete der VDI in seinem monatlich erscheinenden Ingenieurmonitor einen Fehlbedarf von 14.213 Maschinenbauern. Zieht man Bachelor und Doktoren ab, entspricht das schon fast einem kompletten Absolventenjahrgang.
„Sobald die Konjunktur wieder Fahrt aufnimmt, wird die Zahl der offenen Stellen zudem wieder deutlich steigen“, sagt VDI-Direktor Fuchs. Wer kann, deckt sich daher schon jetzt mit qualifiziertem Nachwuchs ein, zum Beispiel große Ingenieurdienstleister oder Technologieberatungen. Wer einen abwechslungsreichen Job fürs Leben sucht, der entscheidet sich heute am besten für mittelständische Unternehmen, die gerade im Maschinenbau das Branchenbild dominieren. Nur 1,5 Prozent aller deutschen Maschinenbauer beschäftigen mehr als 1.000 Mitarbeiter. „Jobsicherheit verbinden viele Bewerber eher mit großen Konzernen, dabei sind gerade kleinere Unternehmen darauf angewiesen, ihre Fachkräfte auch in schwierigen Zeiten zu halten“, sagt Simone Hofer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA in Frankfurt.
Beim Gehalt macht sich die Unternehmensgröße allerdings erheblich bemerkbar: Ob eine Firma weniger als 100 oder mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, macht nach Angaben der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt für Maschinenbau-Ingenieure vom Start weg fast 10.000 Euro Unterschied auf dem jährlichen Gehaltszettel.
(Quelle: Junge Karriere, 25.09.2009)


