Ältere Arbeitslose nicht einfach abschreiben
„Besser als erwartet, aber nicht zufrieden stellend“ – mit diesen Worten kommentierte Claus Matecki, DGB-Vorstandsmitglied, am Dienstag in Berlin die aktuellen Arbeitsmarktdaten.
Im Vergleich zum Jahr 2010 seien die Erwerbslosenzahlen im Jahresdurchschnitt zwar gesunken und die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs habe zugenommen, so Claus Matecki. „Aber der Handlungsbedarf am Arbeitsmarkt ist größer als die Zahlen es suggerieren.“
„Wenn allein mehr als 100 000 über 58-jährige Hartz-IV-Bezieher nicht mehr in der Statistik auftauchen, weil sie seit über einem Jahr kein Jobangebot mehr erhalten haben, ist die Statistik eine Farce. Die Arbeitsmarktstatistik der Bundesregierung dient offenbar dazu, ein positiv überzeichnetes Bild vom Arbeitsmarkt abzuliefern. Aber auch unter den registrierten Arbeitslosen liegt die Arbeitslosenquote der über 55-Jährigen mit 8,2 Prozent über dem Schnitt von 6,6 Prozent.
Damit wird trotz aller Versuche, von der Realität abzulenken, klar: Bis zur Rente mit 67 schaffen es die Wenigsten und deshalb sagen wir: Diese Entscheidung muss revidiert werden. Zudem braucht es alle Anstrengungen in den Unternehmen, um ältere Beschäftigte geistig und körperlich fit zu halten für die wachsenden Anforderungen an ihren Arbeitsplätzen. Ältere, die bereits arbeitslos sind, dürfen nicht einfach abgeschrieben werden, sondern müssen gezielt weitergebildet und gefördert werden. Stattdessen hat die Bundesregierung jedoch die Mittel für Eingliederungsmaßnahmen für Hartz-IV-Empfänger erneut um 17 Prozent gesenkt.“
(Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund, 03.01.2012)


