Die Krise als Chance? Neue Politik für Kunst, Wissenschaft, Kultur und Bildung
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste lädt ein zum ersten öffentlichen Vortrag der Klasse der Künste. Es spricht der Sekretar der Klasse der Künste, Professor Dr. Peter Michael Lynen, Zentrum für Internationales Kunstmanagement (CIAM), Köln.
Die Krise als Chance? Neue Politik für Kunst, Wissenschaft, Kultur und Bildung
Am Donnerstag, den 24. Juni 2010 um 18:00 Uhr im Karl-Arnold-Haus der Wissenschaften
Peter Lynen wird in seinem Vortrag zu den unterschiedlichen Phasen der bundesrepublikanischen Kulturpolitik sprechen. Die erste Phase der 50er und 60er Jahre lässt sich nach den zerstörenden Wirkungen von Diktatur und Krieg unter das Motto „Wiederaufbau und Daseinsvorsorge“ stellen, was auch die Kultur als Staatsaufgabe prägte. Bei der zweiten Phase der 70er und 80er Jahre nach der „Kulturrevolution von 1968“ ging es einerseits um die Erhöhung respektive den Ausbau des kulturellen Angebots, andererseits um „Demokratisierung“, was insoweit irreführend war, als eher „Teilhabe“ oder „Partizipation“ im Mittelpunkt standen. Für die dritte Phase der 90er Jahre bis heute wirkten bereits die finanziellen Grenzen des Staates und ein damit verbundener Rückzug auslösend, wo bei ein Paradigmenwechsel von öffentlicher Verwaltung zum „New Public Management“ gefordert und vollzogen wurde. Ausgehend von diesen Entwicklungen ist den Fragen nachzugehen, ob man nun am Beginn einer vierten Phase steht und wie diese ausgestaltet werden könnte. Die gegenwärtige Finanzkrise bildet insoweit das auslösende Moment. Eine Wert- und Strukturdiskussion, die man mit der Einführung der Staatszielklausel Kultur in das Grundgesetz in Verbindung bringen kann, sollte zur Wiederentdeckung der Kultur als Staatsaufgabe eigener Art führen.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
(Quelle: Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste, 22.06.2010)


