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TU9 legt Zehn-Punkte-Papier mit Verbesserungsvorschlägen zum Bologna-Prozess vor

Am 11. und 12. März werden sich in Budapest und Wien die Bildungsminister der EU treffen, um zehn Jahre Bologna-Prozess zu feiern. TU9-Präsident Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg fordert die bundesdeutsche Politik dazu auf, die Technischen Universitäten bei ihrer Reform der Reform zu unterstützen.

Der Bologna-Prozess beinhaltet für die deutschen Universitäten eine Umstellung des Hochschulsystems von historischer Dimension. Die in TU9 vereinten technisch orientierten Universitäten haben diesen Prozess stets als Chance betrachtet, im Rahmen der Weiterentwicklung des europäischen Hochschulraums die Qualität ihrer Studienangebote zu verbessern. Sie haben ein großes Interesse daran, den Bologna-Prozess zu optimieren, zu flexibilisieren und fortzuentwickeln. Dem TU9-Verbund ist es ein fundamentales Anliegen, die Qualität der Ausbildung insbesondere in den Ingenieur- und Naturwissenschaften sicherzustellen und gezielt weiterzuentwickeln, die Wettbewerbsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu stärken und die Studiendauer zu verkürzen. Die TU9-Universitäten haben inzwischen nahezu alle Studiengänge auf das zweistufige Studiensystem umgestellt. Dies erfolgte im laufenden Betrieb, ohne zusätzliche Mittel.

Zehn Jahre nach dem Beginn des Bologna-Prozesses werden einige Fehlentwicklungen bei der Umsetzung deutlich, deren negative Auswirkungen nicht zuletzt zu den Studierendenprotesten der jüngsten Zeit geführt haben. Dass die Hochschulen schon seit Jahrzehnten in Deutschland unterfinanziert sind, wurde durch den Bologna-Prozess noch offenkundiger. Dies muss unbedingt verbessert werden, um insbesondere die Qualität in der Lehre zu erhalten und weiter auszubauen.

An alle politischen Akteure geht daher der Appell, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und gemeinsam mit den Universitäten die Mängel im System zügig zu beseitigen. Den zahlreichen Absichtserklärungen der letzten Monate müssen nun Taten folgen. Die Autonomie der Hochschulen muss dabei gewahrt bleiben.

Im Folgenden sind Punkte und Forderungen für die "Reform der Reform" zusammengefasst, die von einem eigens für diesen Zweck eingesetzten TU9-Ausschuss der Vizepräsidenten/Prorektoren für Lehre und Studium erarbeitet wurden.

TU9-Präsident Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg: "Die TU9-Universitäten haben sich immer konstruktiv in die Bologna-Debatte eingebracht. Wo wir in eigener Verantwortung Verbesserungen bewirken können, werden wir dies im Sinne unserer Studierenden weiterhin tun. Wir fordern die Politik aber auch dazu auf, die Technischen Universitäten bei der Reform der Reform zu unterstützen: Wir brauchen Freiheit und Autonomie, um unsere Profile zu entwickeln. Und wir brauchen die finanziellen Mittel, um Verbesserungen in der Lehre zu erreichen. Dies sind wir - Universitäten und Politiker gemeinsam - den Studierenden schuldig."

(Quelle: TU9 German Institutes of Technology, 09.03.2010)

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