Gründung der «Akademien der Wissenschaften Schweiz»
Die vier wissenschaftlichen Akademien der Schweiz werden zukünftig ihre Zusammenarbeit verstärken und gründeten dazu heute an der Universität Bern den Verbund «Akademien der Wissenschaften Schweiz». Insbesondere in den Bereichen der Früherkennung, der Ethik und des Dialoges mit der Gesellschaft werden die wissenschaftlichen Akademien ihre Kompetenzen weiter ausbauen und vermehrt Synergien nutzen.
Die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT), die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) und die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) schlossen sich heute an der Universität Bern im Verbund «Akademien der Wissenschaften Schweiz» zusammen. Damit schaffen sie eine Voraussetzung für die intensivere Zusammenarbeit. Insbesondere in disziplinenübergreifenden Bereichen werden die vier wissenschaftlichen Akademien vermehrt gemeinsame Aufgaben wahrnehmen. So wollen sie gesellschaftlich relevante Themen im Bereich Bildung, Forschung und Technologie frühzeitig erkennen und kommunizieren. Sie engagieren sich weiter dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse auf ethisch vertretbare Weise erarbeitet und angewandt werden. Sie setzen sich gezielt für einen gleichberechtigten Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein und beraten Politik und Gesellschaft in wissenschaftsbasierten, gesellschaftsrelevanten Fragen.
An der heutigen Gründungsversammlung formulierten die beiden Präsidentinnen der Kommissionen für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) beider Räte, Dr. Kathy Riklin und Anita Fetz sowie Dr. Charles Kleiber, Staatssekretär für Bildung und Forschung, ihre Erwartungen an die den Akademien. Kathy Riklin begrüsste den Willen der Akademien wissenschaftsübergreifend tätig zu werden und forderte diese auf, ihren Beitrag zu einem Vertrauenspakt zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu leisten. Angesichts der vom Bundesrat angekündigten „Politik der leeren Kassen“ im Bereich Forschung und Innovation forderte Anita Fetz die versammelte wissenschaftliche Gemeinschaft auf, «den Elfenbeinturm zu verlassen » und die breite Öffentlichkeit in den kommenden sechs Monaten von der Notwendigkeit einer Erhöhung der Kredite um 10% zu überzeugen. Charles Kleiber gratulierte den Akademien zu diesem wichtigen Schritt, dem der Aufbau einer Nationalakademie folgen könnte.
Die Zusammenarbeit der vier wissenschaftlichen Akademien ist nicht neu. Bereits vor 25 Jahren gründeten sie den «Rat (vormals Konferenz) der schweizerischen wissenschaftlichen Akademien» (CASS). Die eher lose Zusammenarbeit im CASS wird nun durch eine auf die gemeinsamen Kompetenzen ausgerichtet Kooperation unter einer einheitlichen strategischen Leitung abgelöst.
Die Akademien der Wissenschaften Schweiz vernetzen die Wissenschaften regional, national und international. Sie vertreten die Wissenschaftsgemeinschaft sowohl disziplinär. interdisziplinär und unabhängig von Institutionen und Fächern. Ihr Netzwerk ist langfristig orientiert und der wissenschaftlichen Exzellenz verpflichtet.
(Quelle: 06.07.2006, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften)


