Nach Aussagen von Klimaforschern befindet sich der Friedensnobelpreis in den richtigen Händen. Klimavoraussagen können den Frieden erhalten.
Die korrekten Klimavoraussagen werden ein wichtiger Faktor für die Aufrechterhaltung des Friedens in Zukunft sein. Deswegen ist es auch sehr erfreulich zu hören, dass Klimaforschern der Friedensnobelpreis zugesprochen wurde. Das zeigt, wie wichtig diese Forschung für die Weltpolitik ist.
Das entspricht den Aussagen des deutschen Wissenschaftlers Peter Lemke, der in dem internationalen Gremium des Klimawandels (IPCC) aktiv ist und dadurch auch einer von vielen Klimaforschern ist, dem der Friedensnobelpreis 2007 verliehen wird. Peter Lemke nimmt diese Woche an der Klimakonferenz zum globalen Umweltwandel teil: Die Rolle der Arktis, die in Nynäshamn, Schweden, 13. bis 17. Oktober, durch die Stiftung der Europäischen Wissenschaft und dem schwedischen Forschungsrat stattfindet.
„Es werden in den kommenden Jahrzehnten Klimakrisen auf uns zukommen,“ sagte Peter Lemke. In gewissen Regionen wird sich das Klima in Teilen der Region verbessern und in anderen Teilen jedoch sehr viel verschlechtern. Ein Beispiel ist der Ferne Osten, wo Millionen von Chinesen unter schweren Trockenperioden leiden werden, während sich zur selben Zeit das Klima in Sibirien verbessern wird. Mögliche Migrationen könnten zu politischen Auseinandersetzungen zwischen Ländern der Region führen. Wenn Klimaforscher solche Situationen weit im Voraus vorhersagen könnten, könnten bewaffnete Auseinandersetzungen vielleicht umgangen werden. Daher ist der Friedensnobelpreis für Klimaforschung vollkommen gerechtfertigt,“ sagt Peter Lemke.
Die Arbeit von IPCC ist in drei Gruppen organisiert: Eine, um ein ganzheitliches Bild darüber zu schaffen, wie verschiedene Faktoren die Natur beeinflussen und wie das Klima sich entwickeln wird, eine, um herauszufinden, wie sich die Situation der Menschen in der Umwelt und in sozialen Angelegenheiten verändern wird und wie wir uns darauf angleichen können. Außerdem eine weitere Gruppe, um Methoden herauszufinden, die den Klimawandel an sich abmildern.
„Es gibt eine enorme Datenmenge“, sagt Peter Lemke. „Was wir nun machen müssen ist der Vergleich von Messdaten von verschiedenen Quellenarten und das Wissen von Wissenschaftlern auf verschiedenen Feldern zu koordinieren. Der Friedensnobelpreis wird praktisch an all die tausenden von Wissenschaftlern verliehen, die ihren Beitrag zu den vier umfassenden Klimaberichten des IPCC beigetragen haben, die seit 1990 veröffentlicht wurden.“
Die Ansichten von Peter Lemke werden von dem Meeresforscher Peter Schlosser unterstützt, welcher auch an der Klimakonferenz in Nynäshamn teilnehmen wird. Seine Forschungen zeigen, dass die größten Meeresströmungen nun durch einen Anstieg an Schmelzwasser von arktischen Eis gebremst werden, aber auch, dass die Erwärmung schneller voranschreitet, trotzdem die Temperaturen auf der nördlichen Halbkugel steigen. Peter Schlosser ist der Meinung, dass die meisten Menschen die Forschungsergebnisse über das Klima akzeptieren und das wird durch den Friedensnobelpreis nochmals unterstützt.
Peter Schlosser behauptet auch, dass Al Gores Beitrag und die wachsende Wichtigkeit des IPCC auch zu einem Anstieg unseres faktischen Wissens beigetragen haben.
„Es gibt zum Beispiel unzählige Messdaten der Sowjetunion, die vorher nicht verfügbar waren. Wir haben auch eine große Menge an alten Datenmengen, die nochmals durch bessere analytische Geräte analysiert werden können. Alles in allem haben wir nun eine beträchtliche Wissensmenge mehr über die Zeit vor 1990 und dadurch eine bessere Grundlage für Vergleiche über die Zeit. Wir haben nun ein verlässlicheres Bild darüber, wie das Klima damals war und wie es sich bis heute verändert hat. Dieses ist die Bedingung für die Schaffung verlässlicher Modelle über zukünftige Entwicklungen.“
„Wir müssen Wege finden, um mit akuten Situationen wie Überschwemmungen oder neuartigen Bakterien umzugehen, die sich in neuen klimatischen Situationen ausbreiten könnten, da wir mit höheren Temperaturen in den nächsten Jahrzehnten leben müssen. Zur gleichen Zeit müssen wir uns erst einmal mit den Gründen für einen Klimawandel auseinandersetzen.“
(Quelle: Swedish Research Council, schwedischer Forschungsrat, 16.10.2007)


