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Ausbildung zwischen Hörsaal und PTB-Labor

Schätzungen zufolge fehlen der Wirtschaft in Deutschland jährlich rund 97 000 Ingenieure – ein guter Grund für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), eine neue Ausbildung ins Leben zu rufen: Elektrotechnik im Praxisverbund, kurz ETiP . Diese neue Ausbildung beginnt erstmals zum Wintersemester 2010/2011 und kombiniert das Studium der Elektrotechnik mit Fachrichtung Informationstechnik an der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel mit dem IHK-Ausbildungsberuf Elektroniker für Geräte und Systeme in der PTB.

Beide Ausbildungen werden eng miteinander verwoben und inhaltlich aufeinander abgestimmt. Dadurch kennen die Absolventen dieser Ausbildung sowohl die Theorie als auch die Praxis gleichermaßen gut und sind damit bereits unmittelbar nach dem Studium sehr gut einsetzbar. Am Ende der Ausbildung können die Absolventen zwei Abschlüsse in den Händen halten: den Facharbeiterbrief „Elektroniker/in für Geräte und Systeme“ sowie den akademischen Abschluss „Bachelor of Engineering“.

Während der 4,5 Jahre dauernden Ausbildung verzahnen sich Praxis und Theorie folgendermaßen: Das Semester verbringen die Studenten mit Vorlesungen an der Uni, die vorlesungsfreie Zeit gehört der praktischen Ausbildung in der PTB. Sie findet am Anfang überwiegend im Ausbildungsbereich statt, wird jedoch in steigendem Maße durch Praktika in den Fachbereichen ergänzt. Auf diese Weise lernen die Studenten die Aufgaben und Mitarbeiter einzelner Fachbereiche innerhalb der PTB kennen. Dort werden die Studenten nach Abschluss ihrer IHK-Ausbildung auch Arbeiten aufnehmen, die letztlich in der Bachelor-Arbeit münden. Das dritte und sechste Semester dient ausschließlich der praktischen Ausbildung und der Vorbereitung auf die beiden Teile der externen IHK-Abschlussprüfung.

Die PTB will qualitativ besonders gut ausbilden. Deshalb sollen die praktischen Aufgaben der IHK-Projekte möglichst in Zusammenhang mit dem Inhalt der aktuellen Vorlesungen stehen. Noch wichtiger: Die PTB wird ihren Studenten einen wissenschaftlichen Tutor für die gesamte Zeit ihres Studiums zur Unterstützung an die Seite stellen. Während der Ausbildung trägt die PTB die Studien- und Semestergebühren und zahlt zusätzlich eine monatliche Vergütung von rund 900 Euro. Im Gegenzug erklären sich die Absolventen bereit, bei Bedarf noch zwei Jahre nach Abschluss ihrer Ausbildung in der PTB zu arbeiten.

Die Leitung dieser neuen Aufgabe wird Bernd Weihe übernehmen. Er hat bereits 25 Jahre Erfahrung als Ausbilder und bereitet sich seit einiger Zeit intensiv auf die neue Aufgabe vor.

(Quelle: Physikalisch-Technische Bundesanstalt, 02.09.2009)

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