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Expertenbefragung auf der Learntec: Wikis und Lerner-Communities werden immer wichtiger

(Essen, 26. März 2007) Anders als die aktuelle Medienresonanz erwarten ließe, zeigen sich Bildungsexperten beim Thema „Second Life“ noch sehr zurückhaltend. Nur jeder dritte E-Learning-Experte sieht diese virtuelle Parallelwelt als Lernapplikation der Zukunft. Zu diesem Ergebnis kommen 51 Experten, die vom MMB-Institut während und kurz nach der Learntec 2007 befragt wurden. Gleichzeitig rechnen fast drei Viertel von ihnen mit einem großen Bedeutungszuwachs für Wikis zum gemeinschaftlichen Online-Lernen. Mehr als die Hälfte von ihnen sieht auch für „Lerner- Communities“ eine große Zukunft.

Die 51 Experten wurden auf der Learntec von MMB-Interviewern direkt oder per Online-Fragebogen befragt. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen gehört zur Gruppe der Produzenten von Lernangeboten und Dienstleistungen, ein weiteres Fünftel stammt aus Wissenschaft und Beratung. Weitere Experten sind Entscheider auf der Anwenderseite, Fachjournalisten sowie Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen und Regierungsorganisationen. Damit setzt das MMB-Institut seine im vergangenen Jahr begonnene Tradition von „Delphi“- Studien zur „E-Learning-Welt in drei Jahren“ fort. Aus einer Liste von Methoden, Inhalten und Systemen des Lernens mit neuen Lerntechnologien geben die Branchenkenner in diesem Jahr vor allem solchen Innovationen in den deutschen Unternehmen eine Zukunft, die Lerner ohne großen Aufwand in die Lage versetzen, selbst kostenlose Lerninhalte zu produzieren und anderen zur Verfügung zu stellen. Hierzu gehören Wikis (71 %), Online-Communities und „Open Educational Resources“ (beide 56 %). Deutlich weniger Experten sehen die 3-D-Welt „Second Life“ als Lernapplikation der Zukunft (33 %). Die Fachspezialisten hatten auch Gelegenheit, die drei wichtigsten ELearning- Trends für die Zukunft sowie die Themen mit dem stärksten Bedeutungsverlust zu nennen. Diese Frage wurde offen gestellt (ohne Antwortvorgaben). Das wichtigste Trendthema ist für 27 Prozent der Befragten „Kooperatives Lernen“, weitere Trends sind „informelles Lernen“ (17 %), „E-Learning 2.0“ und „Rapid E-Learning“ (beide 15 %).

Nicht mehr Mittelpunkt der Diskussionen – wahrscheinlich weil sie als Werkzeug selbstverständlich sind – werden in Zukunft nach Ansicht etwa der Hälfte der Experten Lernplattformen stehen. Bei einer Bewertung des deutschen Weiterbildungsmarkts rechnen fast zwei Drittel der Experten damit, dass Lehr-/Lern-Inhalte künftig verstärkt im Anwenderunternehmen produziert werden. Eine knappe Mehrheit prognostiziert, dass Kompetenzbedarfanalysen in Zukunft selbstverständlich werden (56 %). Nur 37 Prozent der Experten rechnen – ähnlich wie 2006 – mit einem Ausbau der Position der deutschen Weiterbildungswirtschaft als Bildungsexporteur. Die Branchenkenner wurden auch gebeten, die „Überlebenschancen“ von sechs verschiedenen Content-Portaltypen einzuschätzen, die modularisierte E-Learning-Inhalte anbieten – drei davon entsprechen kommerziellen Szenarios im Sinne des „Content Sharing“, drei weitere entsprechen kostenlosen Angeboten im Sinne der „Creative Commons“, die auch als „Open Educational Resources“ bezeichnet werden. Besonders große „Überlebenschancen“ haben nach Expertenmeinung solche Angebote, bei denen Lerninhalte kostenlos gelesen werden dürfen (58 % Zustimmung). Sogar 62 Prozent der Experten befürworten Portale mit kostenlosen Lerninhalten, die mit Autorennennung weiter verbreitet werden dürfen. Etwas geringer sind die Chancen für kommerzielle Portale. Hier haben solche Geschäftsmodelle eine Chance, die ihre Lernmodule für wenig Geld vielen Nutzern als Download anbieten (40 % Zustimmung). Die gleiche Anzahl von Experten hält auch Angebote für tragfähig, die Content-Module exklusiv für einen Nutzer bereithalten. Die ausführlichen Ergebnisse dieser Studie werden auf der Website www.mmbinstitut. de als „MMB-Trendmonitor I / 2007“ veröffentlicht.

MMB wurde 1996 als Michel Medienforschung und Beratung in Essen gegründet. Das unabhängige, private Forschungsinstitut arbeitet im Auftrag von Unternehmen, Institutionen und öffentlichen Einrichtungen bei aktuellen Problemstellungen auf folgenden Schwerpunktfeldern: - Qualifikationsbedarfs- und Berufsforschung - Arbeitsmarktforschung - Mediengestütztes Lernen / E-Learning - Begleitforschung / Evaluation - Standortanalysen In diesem Rahmen führt MMB empirische Untersuchungen durch, veranstaltet Expertenhearings, moderiert Gesprächsrunden und leitet hieraus Handlungsempfehlungen und Konzepte ab.

(Quelle: Intitut für Medien- und Kompetenzforschung, 26.03.2007)

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