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Nur fünfzehn Prozent der Hochschulen setzen konsequent auf E-Learning

Digitales Lernen an Hochschulen bleibt die Ausnahme: Nur fünf Prozent der Studierenden nutzen digitale Lehrangebote, nur fünfzehn Prozent der Universitäten setzen sie in größerem Umfang in der Lehre ein. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung, die das MULTIMEDIAKONTOR HAMBURG gemeinsam mit dem Essener MMB Institut für Medien- und Kompetenzforschung durchgeführt hat. 95 von insgesamt 330 deutschen Hochschulen hatten an der schriftlichen Befragung teilgenommen. Untersucht wurden die Verbreitung und Akzeptanz von computergestützten Lernformen. Trotz der noch schwachen Verbreitung zeigt die Studie auch einen positiven Trend: In den nächsten Jahren wird die Bedeutung der digitalen Lehre zunehmen. Darin sind sich über 60 Prozent der Befragten einig.

Zwar setzen rund 90 Prozent der befragten Hochschulen E-Learning in einzelnen Lehrveranstaltungen ein, allerdings meist nur in Form einer Online-Unterstützung für Vorlesungen oder Seminare. Computergestützte Lernformen mit höheren virtuellen Anteilen (Blended-Learning-Arrangements) oder gar reine Online-Studiengänge werden weitaus seltener angeboten. Auch die Nutzerzahlen weisen darauf hin, dass von einer flächendeckenden Virtualisierung der Hochschullehre noch keine Rede sein kann: An den meisten der befragten Anwenderhochschulen nutzen weniger als fünf Prozent der Studierenden die vorhandenen E-Learning-Angebote. „Die Studie zeigt, dass viele Hochschulen trotz intensiver Förderung noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen sind“, sagt Ulrich Schmid, Geschäftsführer der Multimediakontor GmbH, einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der Hamburger Hochschulen. „Dabei zweifelt kaum jemand an der Notwendigkeit, die Universität durch digitale Technologien effizienter und gleichzeitig attraktiver zu machen.“

Zurzeit stehen die meisten Hochschullehrer der Qualität von E-Learning skeptisch gegenüber: Nur ein Viertel glaubt, dass digital bessere Resultate erzielt werden können als mit Präsenzveranstaltungen. Jeder zweite nimmt keinen Qualitätsunterschied wahr. Für 2007 zeichnen die Befragten allerdings ein weitaus optimistischeres Bild. Dann, so schätzt rund jeder Zweite, werden die E-Learning- Studenten sogar bessere Ergebnisse erzielen als die Besucher von Präsenzveranstaltungen.

Nach Ansicht der Befragten genießen computergestützte Lernformen bei Studierenden eine höhere Akzeptanz als bei den Professoren. Das gilt besonders für Universitäten und andere staatlichen Hochschulen. Dagegen gelten Lehrende von Kunst- und Musikhochschulen sowie von privaten Institutionen im Vergleich zu ihren Studierenden als E-Learning-affiner.

Die Studie beschreibt drei Typen von Hochschulen: Vorreiter, Theoretiker und Skeptiker. Die Vorreiter messen digitalen Technologien eine hohe Bedeutung zu und setzen sie in größerem Umfang in der Lehre ein. In dieser Gruppe sind 15 große bzw. mittlere Fachhochschulen und Universitäten vertreten, die sich überwiegend in den alten Bundesländern befinden.

Die Theoretiker bilden mit 52 Befragten die größte Gruppe. Sie verfügen über keine oder wenige E-Learning-Angebote, messen dieser Lernform aber eine hohe Bedeutung bei. Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass sich diese Gruppe zukünftig für einen verstärkten Computereinsatz in der Lehre engagieren wird. Hier steckt ein großes Potenzial für die zukünftige Verbreitung von E-Learning.

In der Gruppe der Skeptiker sind wiederum 15 Hochschulen verschiedener Art und Größe zusammengefasst. Für sie hat E-Learning nur eine geringe Bedeutung. Dementsprechend bieten sie keine oder kaum computergestützte Lehrveranstaltungen an. Von den Skeptikern ist auch für die Zukunft kein größeres Engagement für digitales Lernen zu erwarten.

(Quelle: MMB Institut für Medien- und Kompetenzforschung, 23.08.2004)

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