Aktuell, direkt und komfortabel: 10 Jahre Informationsdienst Wissenschaft (idw)
Informationsdienst Wissenschaft (idw), das ist heute der Inbegriff für deutschsprachige Nachrichten aus der Wissenschaft. Journalisten recherchieren dort, Pressestellen veröffentlichen ihre Mitteilungen auf der Plattform im Internet, Privatleute lassen sich über aktuelle Forschung und Veranstaltungen informieren oder surfen in der Linksammlung. Dieser Tage gibt es den Dienst, der an den drei Universitäten Bochum, Bayreuth und Clausthal seinen unkonventionellen Anfang nahm, seit zehn Jahren. Gefeiert wird am 10.März in Potsdam mit GFZ-Vorstandsvorsitzendem Prof. Dr. Rolf Emmermann und dem Vorstandsvorsitzenden des FZ Jülich, Prof. Dr. Joachim Treusch.
25.000 Abonnenten, gut 570 angeschlossenen Einrichtungen, rund 88.000 Pressemeldungen im Archiv und täglich knapp ein Dutzend Anfragen um Experten von Journalisten aller Medien - die reinen Zahlen des heutigen idw (http://idw-online.de) haben die Kinderschuhe längst verlassen. Die Grundidee hat sich über das erste Jahrzehnt erhalten und wird den idw auch in Zukunft prägen: Wissenschaft mehr in die Öffentlichkeit zu tragen.
Nach dem Vorbild der amerikanischen Expertendatenbank "ProfNet" entwickelten die Pressesprecher Jürgen Abel (Bayreuth), Jochen Brinkmann und Dr. Gerald Lange (Clausthal) und Dr. Josef König (RUB) 1994 die Idee, eine ähnliche Vermittlungsstelle mit Hilfe der neuen Medien aufzuziehen. So erfanden sie Elster, die "Elektronische Technologie für europaweite Recherche". Sie vernetzten die Pressestellen der beteiligten Forschungseinrichtungen und vermittelten Journalisten Experten als Ansprechpartner. Eine E-Mail - damals eine wenig verbreitete Neuheit - oder ein Anruf genügten. Damals wie heute realisiert das Rechenzentrum der TU Clausthal den technischen Teil des idw, pflegt das eigene Bediensystem des Dienstes und entwickelt es weiter.
Die Idee solch direkter Kommunikation zwischen Wissenschaft, Medien und zunehmend auch Privatleuten fand Anklang. Im Januar 1995 kamen eine erste Web-Seite im Internet und der Versand von Pressemitteilungen über Mailinglisten hinzu, ein Bereich, der den Erfolg des idw maßgeblich ausmacht. 20 Themenforen entstanden, die bis heute die Grundlage für die Sachgebiete im idw bilden. Um das Projekt zu betreiben, gingen die Gründer viele Wege: eine Projektförderung des Bundes sicherte die Anfangsphase (rund 2 Mio. Mark über drei Jahre), auch andere Förderer wie "Wissenschaft im Dialog" halfen der nun als "Informationsdienst Wissenschaft" auftretenden Internet-Plattform. Der idw entwickelte sich dank gezieltem Marketing und wachsender Teilnehmerzahl zu "der" WWW-Adresse für deutschsprachige Wissenschaft.
Heute bildet der idw selbst eine feste Größe. Er ist als eingetragener Verein organisiert und durch die Beiträge finanziell stabil. In seinen Reihen vereint er Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie verschiedenen europäischen Ländern. Ein eigenes web-basiertes Bedienungssystem erlaubt den selbstständigen Zugriff über das Internet rund um die Uhr. Es lässt sich dank moderner Technik flexibel an zukünftige Anforderungen anpassen. Einige zeichnen sich bereits ab und versprechen spannende Möglichkeiten: Der idw will sich über den deutschsprachigen Raum hinaus Richtung Europa öffnen. Alternative Bezugsmöglichkeiten für Informationen neben E-Mail werden an Bedeutung gewinnen (RSS-Feed), und auch inhaltlich muss der idw laufend auf die Ansprüche der Nutzer und der modernen Kommunikation reagieren.
(Quelle: idw, 08.03.2005)


