HoF und CHE erforschen Karrierewege von Juniorprofessor/inn/en
Mit einem im April 2012 startenden Forschungsprojekt analysieren das Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg (HoF) und das gemeinnützige Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Juniorprofessur (DGJ) traditionelle und neue wissenschaftliche Qualifikationswege in Deutschland. Eine zentrale Rolle spielen die Karriereverläufe von Juniorprofessor/inn/en. Gefördert wird das Projekt von der Hans-Böckler-Stiftung.
Die Bedingungen für eine akademische Karriere in Deutschland werden derzeit kritischer denn je diskutiert. Neben Studienreform und Überlegungen zur Neugestaltung der Promotionsphase stehen auch tradierte Prinzipien der Qualifikation zur Professur seit einigen Jahren auf dem Prüfstand. Die Juniorprofessur sowie die Leitung von Nachwuchsgruppen stellen (neben C1/C2-Auslaufstellen) derzeit die einzige Personalkategorie an Hochschulen dar, bei der man von einer gezielten Personalentwicklung/-rekrutierung für die zukünftige Besetzung frei werdender bzw. neu begründeter Professuren sprechen kann. Das bis Ende 2014 laufende Projekt realisiert eine umfassende vergleichende empirische Untersuchung der traditionellen und neuen Qualifikationswege zwischen Promotion und Professur. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts haben Dr. Anke Burkhardt, Dipl.-Soz. Robert Schuster (HoF) und Dr. Sigrun Nickel (CHE).
Analysiert wird auf Basis empirischer Daten, inwiefern bedeutende Unterschiede in der Ausgestaltung der verschiedenen Stellenstrukturen für den Hochschullehrernachwuchs bestehen.
Ferner wird erforscht, ob es neue Weichenstellungen an Hochschulen bezüglich der Ausgestaltung der neu berufenen Juniorprofessor/inn/en gibt. Es kann darüber hinaus gezeigt werden, welche Vor- und Nachteile sich durch den noch verhältnismäßig neuen Qualifizierungsweg „Juniorprofessur“ ergeben haben und welche Verbesserungsnotwendigkeiten daraus folgen. Ziel ist, Erkenntnisse vor allem zu folgenden Fragestellungen zu gewinnen:
- Welchen Einfluss haben die Qualifizierungsbedingungen (Ausgestaltung der Beschäftigungsverhältnisse, Vertragsbedingungen, Zeithorizont, Vergütung, Einbindung in die scientific community, Aufgabenspektrum u.ä.) auf die Entscheidung für eine wissenschaftliche Karriere und deren Erfolgsaussichten?
- Wie sind traditionelle und neue Qualifizierungswege sowie die weitere Karriereentwicklung bezüglich ihrer Geschlechtergerechtigkeit zu beurteilen?
- Welche Rolle spielt die soziale Herkunft für den Verlauf einer wissenschaftlichen Karriere bzw. in wie weit wird über die Qualifizierungspraxis soziale Selektivität ausgeübt?
(Quelle: Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 02.02.2012)


