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Der Grand Prix de la francophonie der Académie française 2009 geht an Thomas W. Gaehtgens

Der diesjährige Grand Prix de la francophonie der Académie française wird an den Kunsthistoriker und Gründungsdirektor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris, Thomas W. Gaehtgens, verliehen.

Die Preisverleihung findet am 3. Dezember 2009 unter der Kuppel der Académie française statt. Mit dieser wichtigen Auszeichnung der französischen Gelehrtengesellschaft wird in diesem Jahr zum ersten Mal ein Deutscher, aber auch zum ersten Mal das Werk eines Kunsthistorikers geehrt.

Thomas W. Gaehtgens, Jahrgang 1940, promovierte 1966 in Bonn und habilitierte 1972 an der Universität Göttingen. Von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2006 war er Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. 1992 organsierte er den XXVIII. Internationalen Kongress für Kunstgeschichte in Berlin und lehrte 1995 im Rahmen einer Gastprofessur am Collège de France. Von 1992 bis 1996 war er Präsident des Comité International d’Histoire de l’Art (CIHA) und bekleidete im akademischen Jahr 1998/1999 die Chaire européenne am Collège de France. 2004 wurde Thomas W. Gaehtgens die Ehrendoktorwürde am Courtauld Institute of Art, London verliehen. Er ist Mitglied und Funktionsträger in zahlreichen internationalen Institutionen. Seine Forschungsgebiete sind vornehmlich die französische und deutsche Kunst und Kunstgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts. Im Jahr 2007 wurde er zum Direktor des Getty Research Institute GRI in Los Angeles berufen.

Mit der Auszeichnung wird im Besonderen Gaehtgens‘ Gründung des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris gewürdigt, das sich seit 1997 der Förderung des internationalen kunsthistorischen Nachwuchses widmet und zu dessen Schwerpunkten die Erforschung der französischen Kunst sowie der deutsch-französischen Kunstbeziehungen zählen. Das Deutsche Forum für Kunstgeschichte gehört seit 2006 der Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland an.

Der Preis der französischen Gelehrtengesellschaft wurde 1986 ins Leben gerufen, um herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache in der ganzen Welt zu würdigen. Die Jury besteht aus den 40 auf Lebenszeit berufenen Mitgliedern der Akademie, den sog. „Unsterblichen“. Frühere Preisträger waren etwa die chinesische Literaturwissenschaftlerin Tan Lide (2008), der israelische Historiker Elie Barnavi (2007) oder der ehemalige polnische Außenminister Bronislaw Geremek (2002).

(Quelle: Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, 21.07.2009)

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