(Kinder-) Wunsch und Wirklichkeit in der Wissenschaft
Die Hintergründe für den hohen Anteil an kinderlosen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern werden auf der gemeinsamen Abschlusstagung zweier Projekte des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS und des Hochschuldidaktischen Zentrums (HDZ) vom 5. bis 6. Oktober im Wissenschaftszentrum Bonn beleuchtet.
Dass Akademikerinnen in Deutschland weniger eigene Kinder bekommen als in anderen Ländern, ist schon länger ein Thema. Ob und inwieweit die Rahmenbedingungen wissenschaftlicher Arbeit die Gründung einer Familie in Deutschland erschweren, und welche Faktoren dabei noch eine Rolle spielen, waren Inhalte der beiden thematisch eng verbundenen Forschungsprojekte "Balancierung von Wissenschaft und Elternschaft", ein Projekt des GESIS-Arbeitsbereiches CEWS, und "Wissen- oder Elternschaft? Kinderlosigkeit und Beschäftigungsbedingungen des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen in Deutschland", ein Projekt des Hochschuldidaktischen Zentrum (HDZ) der Technischen Universität Dortmund.
Auf der gemeinsamen Abschlusstagung (Kinder-)Wunsch und Wirklichkeit in der Wissenschaft - Forschungsergebnisse und Konsequenzen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekte werden anhand neuester Ergebnisse Ursachen und Zusammenhänge für den hohen Anteil kinderloser Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen dargestellt. Damit werden die Rahmenbedingungen identifiziert, die die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Arbeit und Elternschaft erschweren, verhindern oder aber ermöglichen können. Das komplexe Thema wurde aus zwei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: Zum Einen waren statistische Daten zu den Kindern des wissenschaftlichen Personals in acht Bundesländern Grundlage für die Auswertungen, zum Anderen wurden die individuellen Lebenssituationen und beruflichen wie generativen Entscheidungen von über 8.000 Wissenschaftler/innen analysiert.
Eingeleitet wird die Konferenz am Vorabend von einer moderierten Gesprächsrunde mit renommierten Experten/innen der Familien-, Geschlechter- und Hochschulforschung sowie Vertreter/innen der Hochschulpolitik. Auf dem anschließenden Tagungsprogramm stehen neben den Ergebnispräsentationen der beiden Forschungsprojekte weitere Vorträge zu den individuellen Motiven der generativen Entscheidungen für oder gegen Elternschaft und zum internationalen (Hochschul-) Systemvergleich. Resümierend wird in der Abschlussdiskussion über mögliche wissenschaftspolitische Konsequenzen diskutiert.
(Quelle: CEWS, 28.07.2009)


