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Ingenieurmangel, Was tun?

Am 15.7. findet an der RWTH die erste gemeinsame Plenarversammlung der 4ING-Fakultätentage statt (www.4ing.net). Es ist das erste Mal, dass die Vertreter der vier 4ING-Disziplinen an einem Tag und in einem Plenarsaal versammelt sind, um gemeinsame Probleme zu diskutieren. Alle wichtige Gründe für den gegenwärtigen Ingenieur- und Informatikermangel werden dargelegt: die Schule macht zu wenig Appetit, das Image der Ingenieurfächer könnte positiver sein, zu wenig Frauen studieren Ingenieurfächer, das gleiche gilt für soziale Aufsteiger, die Studienabbrecherquote sollte vermindert werden. Der demografische Wandel verschärft die gegenwärtige Problemlage.

Es werden Maßnahmen diskutiert, um diesen Mangel zu beseitigen, der für das Hochtechnikland Deutschland mittlerweile bedrohlich ist: „Importieren von Nachwuchs aus dem Ausland ist keine nachhaltige Lösung. Wesentlich mehr Studienbewerber aus bildungsfernen Schichten müssen erreicht werden“, so Prof. Michael Hartmann, TU Darmstadt.

Grundschüler sind noch hochmotiviert sich mit technischnaturwissenschaftlichen Fragen zu beschäftigen. In den weiterbildenden Schulen müssen wir diese durch eine hochwertige Ausbildung erhalten. Der naturwissenschaftliche Unterricht muss vernetzt und der Bezug zur realen Welt verstärkt werden. „Noch mehr schlechter Unterricht bringt nichts“ ist das Fazit von Prof. Wilfried Bos, TU Dortmund.

Der Anteil der Studentinnen in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik ist immer noch viel zu gering. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt weiterhin ein gesellschaftliches Problem dar. „Deutschland hat einen Nachholbedarf bei der Kinderbetreuung seit mehr als 30 Jahren“, beklagt Prof. Ursula van Rienen, Vorsitzende des Fakultätentages Elektrotechnik und Informationstechnik.

Einzelmaßnahmen bringen nur wenig. Prof. Barbara Schwarze, Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity- Chancengleichheit fordert 4ING auf, sich mit den Aktivtäten des nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen zu vernetzen.

Als weiterer Themenblock wird die Qualität der Forschung in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik behandelt. Die Maschinenbau-Fakultäten vergeben in diesem Jahr erstmals ein Gütesiegel. Die Vorgehensweise bei der Beurteilung dieser Fakultäten wird erläutert und das Gütesiegel wird an 15 Fakultäten erstmals vergeben. Schließlich wird die Frage behandelt, ob die hochangesehene Ingenieurpromotion durch weitere Elemente noch verbessert werden kann.

(Quelle: 4ING Fakultätentage, 15.07.2008)

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