Die Bundeswehr stellt ihre „zivile Seite“ auf der Hannover Messe vor
„Viele junge Menschen wissen nicht, welche Karrierechancen sich ihnen außerhalb des militärischen Bereichs bieten“, resümiert Thorsten Kramer, Stabsfeldwebel und Leiter des Bundeswehrmessestandes die häufigen Trugschlüsse in Bezug auf die Bundeswehr im Rahmen der diesjährigen Hannover Messe. Er informiert gemeinsam mit seiner Kollegin Alice Sharifpoor, Regierungsoberinspektorin und ebenfalls Messestandsleiterin, nicht nur über Berufe im militärischen, sondern vor allem im zivilen Rüstungsbereich, welcher technische Berufe, Dienstleistung und Verwaltung sowie Berufsausbildung umfasst.
„Bei der Bundeswehr sind die unterschiedlichsten Bildungsgänge möglich“, wie Kramer erläutert. Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss können unter 60 Ausbildungsberufen wählen, sich bei der Bundeswehr auf Gesellenebene qualifizieren lassen und schließlich den Rang des Unteroffiziers erreichen. Wer diese Laufbahn anstrebt, muss sich in der Regel für 9 Jahre verpflichten. Die darauf aufbauende Meisterausbildung in vielen Ausbildungsberufen, beispielsweise im Bereich der Mechatronik, führt zum Rang des Feldwebels.
Abiturienten und Fachabiturienten können ihr Studium bei der Bundeswehr absolvieren und sich unter 20 verschiedenen Studiengängen, darunter Luft- und Raumfahrtechnik, Geschichte, Politikwissenschaften und Sport, das Passende aussuchen. Wer diesen Weg einschlägt, muss sich zwar für 13 Jahre verpflichten, kann allerdings auch verschiedene Vorteile nutzen: Die Bundeswehr übernimmt nicht nur die Studiengebühren, sondern zahlt den Studenten auch ein Gehalt von 1600€ monatlich. Das Studium findet an speziellen Hochschulen statt, gemäß dem Kleinklassenprinzip. Wie Kramer betont, sei das Niveau an diesen Hochschulen höher als an zivilen Universitäten.
Kramer selbst schätzt am Arbeitgeber Bundeswehr, dass in unterschiedlich langen Etappen verschiedene Aufgabenbereiche durchlaufen werden. „Man lernt, Verantwortung zu übernehmen und erhält die Möglichkeit, sich weiterzubilden, was ehemalige Bundeswehrmitarbeiter auch für spätere Arbeitgeber attraktiv macht“, erklärt Kramer. Abgesehen von den Vorteilen, die der Arbeitgeber Bundeswehr seinen Mitarbeitern bietet, verschweigt Kramer die Verpflichtungen, die angehende Beamte beim Arbeitgeber Bundeswehr eingehen müssen, nicht. Die „Knackpunkte“, wie er sie nennt, sind die zeitliche Verpflichtung, die erforderliche räumliche Mobilität und die Bereitschaft, an militärischen Einsätzen teilzunehmen.
Die Tätigkeiten im zivilen Bereich der Bundeswehr werden im Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) gebündelt. Derzeit sind 200.000 Personen im zivilen Bereich der Bundeswehr beschäftigt, fügt Alice Sharifpoor hinzu. Insgesamt stellt die Bundeswehr jährlich 20.000 Männer und Frauen ein.


