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Höherer Dienst im Auswärtigen Amt

Um zu der 14-monatigen Ausbildung, in der man intensiv auf die künftigen Aufgaben vorbereitet wird, zugelassen zu werden, muss die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, ein Hochschulstudium (ein Bachelor ist nicht ausreichend) abgeschlossen haben (das Auswärtige Amt sucht Anwärter aus allen Fachrichtungen, hat aber derzeit einen großen Bedarf an Juristen), der Englischen und Französisch Sprache mächtig sein (Französisch kann später durch eine der VN-Amtssprachen ersetzt werden. Pflichtsprache bleibt Englisch. Bei der Einstellung müssen jedoch gute Kenntnisse in Englisch und solide Kenntnisse in Französisch vorhanden sein), für die Aufgaben des höheren Auswärtigen Dienstes geeignet sein, gesundheitlich geeignet sein (Dies kann unter Umständen auch die Familie betreffen) und der Durchführung einer Sicherheitsüberprüfung nach dem SÜG zustimmen, die ebenfalls die Familie miteinschließen kann.

Höherer Dienst im Auswärtigen Amt

Neben all diesen Vorrausetzungen muss man außerdem noch hervorragende intellektuelle Qualifikationen, überdurchschnittliche Fremdsprachenkenntnisse, ausgeprägte soziale und interkulturelle Kompetenzen und eine widerstandfähige Verfassung mitbringen.

Was das Auswahlverfahren angeht, so gibt es eine schriftliche und mündliche Prüfung. Im schriftlichen Verfahren soll ein außenpolitisches oder außenwirtschaftspolitisches Thema analysiert werden. Englisch- und Französischkenntnisse (ersatzweise auch eine andere VN-Amtssprache) werden ebenfalls abgefragt. Daraufhin wird ein psychologischer Eignungstest durchgeführt. In diesem Test soll das intellektuelle Leistungsvermögen in den Bereichen Völker-, Europa- und Staatsrecht, Wirtschaft, Geschichte und Politik, Allgemeinwissen überprüft werden. Um sich auf die Prüfung vorzubereiten, hat das Auswärtige Amt eine Auswahl an Literatur zu verschiedenen Themen erstellt, die kann als pdf heruntergeladen werden.

Wenn man gerne vorher einen Blick auf die Prüfungen werfen will, gibt es Musterprüfungen der vergangenen Jahre zu Allgemeinwissen, Geschichte, Recht, Volkswirtschaftslehre, Beispielthemen für eine politische Analyse und außerdem verschiedene Sprachtests. Selbstverständlich sind auch Lösungsskizzen vorhanden.

Das Mündliche Auswahlverfahren besteht aus einem Vorstellungsgespräch mit dem Auswahlausschuss, Einzelgespräch mit dem Psychologen, einem Kurzvortrag von ca. fünf Minuten vor dem Auswahlausschuss, eventuell einer mündlicher Sprachprüfung und zwei Gruppenübungen.

Derzeit werden 1.600 Stellen im Höheren Dienst besetzt. Während der ersten zehn Jahre sollen viele Regionen und Aufgabenbereiche kennengelernt werden. Auf dem ersten Auslandsposten beginnt man z.B. als Kultur- und Pressereferent/-in in einem Entwicklungsland. Ein Einsatz in der Berliner Zentrale kann folgen. Anschließend arbeitet man vielleicht als Wirtschaftsreferent/-in in einer europäischen Botschaft. Auch eine Tätigkeit in einer internationalen Organisation kann möglich sein. Lediglich zwei bis drei Jahre Aufenthalt sind in diesem Karriereabschnitt die Regel. Später kristallisieren sich fachliche oder regionale Fachgebiete heraus.

Doch schon früh muss Personalverantwortung übernommen werden, besonders an Auslandvertretungen ist dies der Fall, da man z.B. als Leiter/-in eines Rechts- und Konsularreferats oder auch als Vertreter/-in des Botschafters, der Botschafterin eingesetzt wird und Vorgesetzte/-r vieler Mitarbeiter/-innen wird. Daher sind Organisationstalent, Team- und Führungsvermögen von enormer Notwendigkeit. Ob man später in eine der begehrten Führungspositionen aufsteigt, hängt von der persönlichen Leistungs- und Einsatzbereitschaft ab. Bei der großen Anzahl an Botschaften, Ständigen Vertretungen und Generalkonsulaten hat man schlussendlich gute Möglichkeiten Botschafter/-in oder Generalkonsul/-in zu werden. Es gibt aber auch viele Mitarbeiter/- innen die ihren erfüllten Dienst in einer anderen wichtigen Position, wie z.B. als Kulturreferent/-in beenden.

In der Vorbereitungszeit, in der man auch Anwärterbezüge erhält, gibt es praktische und theoretische Abschnitte. So besucht man Seminare in Volkswirtschaftslehre, Geschichte und internationaler Politik, Völkerrecht und Rechts­ und Konsularwesen. Auch die bereits vorhandenen Sprachkenntnisse werden gestärkt. Außerdem wird man noch in Rhetorik, Verhandlungstechnik, Personalführung, Krisen­ und Medienmanagement geschult. Der Vorbereitungsdient wird mit einer Laufbahnprüfung abgeschlossen und kann bei Bestehen die ersten Schritte wagen.

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