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Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Ferienbeginn

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Riesa sind Ende Juli 11.416 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Vergleich zum Juni sind das 349 (3,2 Prozent) Arbeitslose mehr. Vor einem Jahr waren jedoch 497 (4,2 Prozent) Personen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen stieg von 10,5 Prozent im Juni auf 10,8 Prozent im Juli an. Im Vorjahr lag diese Quote bei 11,2 Prozent.

Erwartungsgemäß ist die Arbeitslosigkeit in unserer Region zu Beginn der Sommerferien angestiegen. Zahlreiche junge Menschen mussten sich nach dem Ausbildungs- beziehungsweise Schuljahresende arbeitslos melden und der 30.06. ist ein typischer Kündigungstermin für Unternehmen, so eine erste Einschätzung zur Lage auf dem Arbeitsmarkt von der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Riesa, Dr. Bärbel Gericke.

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren in diesem Monat zum überwiegenden Teil Frauen betroffen. Diese Entwicklung verwundert bei einem Blick auf die Stellenmeldungen der letzten Wochen nicht. Die Vermittlungsfachkräfte unseres Arbeitgeber-Service verzeichnen gegenwärtig zahlreiche Stellenmeldungen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, der Arbeitnehmerüberlassung sowie dem Baugewerbe. Unabhängig von dieser aktuellen Entwicklung hat sich die Beschäftigungsquote der Frauen in unserer Region in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Lag diese im Jahr 2005 noch 47,9 Prozent, ist sie in zurückliegenden Jahren trotz wirtschaftlicher Krise kontinuierlich auf 55,4 Prozent im Jahr 2010 angestiegen, so Dr. Bärbel Gericke weiter. Sie liegt damit über den Sachsendurchschnitt von 54,3 Prozent und den Durchschnitt in Deutschland von 47,5 Prozent.

Die registrierte Arbeitslosigkeit wird in beiden Rechtskreisen vom Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente beeinflusst. Insbesondere Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung verringern die Arbeitslosigkeit kurzfristig, da die Teilnehmer an diesen Maßnahmen nicht als arbeitslos gelten. 157 Frauen und Männer nahmen im Juli an einer solchen Maßnahme teil.

Unter Berücksichtigung der vorläufigen Daten erhielten im Agenturbezirk Riesa im Rechtskreis SGB III 398 Existenzgründer eine finanzielle Unterstützung beim Start in die Selbständigkeit und an 127 Arbeitgeber wurden Eingliederungszuschüsse gewährt, um Minderleistungen in der ersten Zeit der Beschäftigung auszugleichen.

Auf dem Ausbildungsmarkt sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt deutlich mehr freie Stellen als unversorgte Bewerber gemeldet. Ende Juli suchten noch 280 Bewerber eine betriebliche Ausbildung oder Alternative (unversorgte Bewerber). Gegenwärtig sind noch 417 der beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Riesa gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen nicht endgültig besetzt.

Freie Stellen gibt unter anderem in folgenden Berufen: Kaufmann/ -frau im Einzelhandel, Verkäufer/Verkäuferin, Fachkraft für Lagerlogistik, Anlagenmechaniker/ -in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektroniker/ -in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. In diesem Jahr haben wir erstmals die Situation, dass die Anzahl der unversorgten Bewerber deutlich geringer ist als die Anzahl der noch freien Ausbildungsstellen, so Dr. Bärbel Gericke. Bis Ende Juli meldeten sich 1.240 Mädchen und Jungen als Bewerber für Berufsausbildungsstelle bei der Agentur für Arbeit Riesa und dem Jobcenter des Landkreises Meißen. Dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit wurden bis Ende Juli 1.042 betriebliche Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet.

Ausgewählte Personengruppen des Arbeitsmarktes<

Vom aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit waren im Juli Frauen stärker betroffen als Männer. Die Anzahl der arbeitslosen Frauen vergrößerte sich in den zurückliegenden vier Wochen um 281 auf 5.505. Die Arbeitslosenquote der Frauen bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen stieg von 10,7 Prozent im Juni auf 11,3 Prozent im Juli an und ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt 48,2 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen Männer nahm dagegen nur um 68 auf 5.911 zu.

Auf Grund des Schuljahres- und Ausbildungsende vergrößerte sich in diesem Monat die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahre spürbar. Am Monatsende sind 1.085 Arbeitslose dieser Personengruppe gemeldet, das sind 155 mehr als im Juni. Im Vorjahresvergleich ist jedoch ein Rückgang um 132 Betroffene festzustellen. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 20 Jahre ist ebenso angestiegen, sie nahm um 34 auf 117 zu. Im Juli 2010 waren 144 Arbeitslose dieser Personengruppe gemeldet.

Erfreulich ist, dass die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre im zurückliegenden Monat gesunken ist. Ihre Anzahl nahm um 73 auf 4.128 ab. Im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch ein Anstieg um 65 Arbeitslose zu verzeichnen.

Die Entwicklung in den Geschäftsstellen

Zu Beginn der Sommerferien stieg die Arbeitslosigkeit in allen Dienststellen der Agentur für Arbeit Riesa an.

Ende Juli waren im Bereich der Hauptagentur Riesa 3.707 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juni sind das 120 Arbeitslose mehr. Im Vorjahresvergleich sind 143 Personen ohne Arbeit weniger registriert. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen vergrößerte sich in den zurückliegenden Wochen um 0,4 auf 12,4 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III betreute die Agentur für Arbeit 808 Arbeitslose. Das sind sechs Betroffene mehr als vor einem Monat. Im Vergleich zum Juli 2010 ist ein Rückgang um 127 Arbeitslose zu beobachten.

Das Jobcenter Riesa zählte im Rechtskreis SGB II 2.899 Arbeitslose. Das sind 114 Personen mehr als im Juni und im Vorjahresvergleich ist es ein Rückgang um 16 Betroffene.

Im Monatsverlauf stieg die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Geschäftsstelle Großenhain um 81 an. Am Monatsende sind 2.556 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Juli 2010 waren noch 178 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote vergrößerte sich im Berichtsmonat um 0,3 auf 10,2 Prozent.

In den letzten vier Wochen stieg die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III um fünf auf 585 an und im Rechtskreis SGB II um 76 auf 1.971.

Im Juli 2010 waren im Rechtskreis SGB III noch 66 Arbeitslose sowie im Rechtskreis SGB II 112 Arbeitslose mehr gemeldet.

Am Ende des Monats waren im Bereich der Geschäftsstelle Meißen 5.153 Frauen und Männer arbeitslos, das sind 148 Arbeitslose mehr als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr ist aber ein Rückgang um 176 Personen ohne Arbeit zu beobachten. Die Arbeitslosenquote vergrößerte sich im Berichtsmonat um 0,3 auf 10,3 Prozent.

Die Agentur für Arbeit zählte im Rechtskreis SGB III 1.228 Arbeitslose, 65 mehr als Ende Juni. Im Vergleich zum Juli 2010 nahm die Zahl der Betroffenen um 174 ab. Im Rechtskreis SGB II meldete das Jobcenter Meißen 83 Arbeitslose mehr als im Juni. Insgesamt sind gegenwärtig 3.925 Arbeitslose registriert. Im Vorjahr waren es noch zwei Arbeitslose mehr.

Die Entwicklung auf dem Stellenmarkt

Im zurückliegenden Monat konnten die Vermittlungsfachkräfte des Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Riesa 441 neue Stellenangebote registrieren. Insbesondere Arbeitgeber aus dem Verarbeitenden Gewerbe (128 Stellen) und dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (111 Stellen) suchten neue Mitarbeiter. Aber auch im Baugewerbe (35 Stellen) sowie im Handel (33 Stellen) bestand eine hohe Nachfrage nach neuem Personal.

Im Vergleich zum Vormonat Juni ging die Zahl der Stellenmeldungen um 35 zurück. Seit Jahresbeginn meldeten die Arbeitgeber insgesamt 2.851 neue Stellenangebote der Agentur für Arbeit zur Besetzung.

Im Bereich der Geschäftsstelle Meißen verzeichneten die Vermittler 186 neue Arbeitsstellen. Im Bereich der Hauptagentur Riesa waren es 197 neue Stellen und im Zuständigkeitsbereich der Geschäftsstelle Großenhain zählten die Mitarbeiter 58 Angebote.

Insgesamt stehen den Vermittlungsfachkräften 734 Stellenangebote zur Besetzung auf dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Meißen

Im Landkreis Meißen, der den Bezirk der Agentur für Arbeit Riesa und die Geschäftsstelle Radebeul der Agentur für Arbeit Dresden umfasst, sind Ende Juli 13.199 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 412 Arbeitslose mehr als vor einem Monat. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit jedoch um 627 Personen zurückgegangen.

In den zurückliegenden vier Wochen vergrößerte sich die Zahl der Arbeitslosen in beiden Rechtskreisen. Sie nahm im Rechtskreis SGB III um 107 auf 3.268 Arbeitslose zu. Im Rechtskreis SGB II stieg die Anzahl der Betroffenen um 305 auf 9.931 an.

Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen vergrößerte sich im Monatsverlauf um 0,3 auf 10,1 Prozent.

Unter Berücksichtigung der vorläufigen Daten werden im Landkreis Meißen 24.617 Personen in 14.195 Bedarfsgemeinschaften betreut. Im Juni wurden nur 14.081 Bedarfsgemeinschaften mit 23.551 Leistungsempfängern gezählt.

(Quelle: Arbeitsamt Riesa, 28.07.2011)

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