Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt hält an – Arbeitskräftenachfrage unverändert hoch
Es gibt 449 Arbeitslose weniger als im Juni (minus 3,9 Prozent). Derzeit sind 11.118 Menschen ohne Arbeit, das sind über 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 9,0 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 10,5 Prozent. Ältere und Langzeitarbeitslose profitieren von der Entwicklung und die Arbeitskräftenachfrage bleibt weiter auf hohem Niveau.
„Aktuell gibt es bei uns im Vogtland 11.118 arbeitslose Frauen und Männer. Das sind 449 Personen bzw. 3,9 Prozent weniger als im Juni. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 9,0 Prozent“, bilanziert Agenturchefin Helga Lutz. „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juli ist erfreulich, da in diesem Monat saisonal bedingt die Jugendarbeitslosigkeit steigt. Ursachen dafür sind die verstärkte Meldung von Schulabgängern oder Ausbildungsabsolventen. Auf der anderen Seite laufen befristete Arbeitsverträge häufig zum Quartalsende aus und der Beginn der Schulferien kann zu Verzögerungen bei Neueinstellungen führen. Dies verdeutlicht der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitsagentur.“
Die Arbeitskräftenachfrage bewegt sich weiter auf einem hohen Niveau. Das spiegelt der Stellenzugang seit Jahresbeginn mit einem Zuwachs von über 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wider. „Künftig werden wir uns neuen Herausforderungen stellen müssen. Auch in unserer Region gestaltet sich für immer mehr Unternehmen die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften schwierig. Hier gilt es auch das Potenzial der älteren Arbeitnehmer, der Langzeitarbeitslosen und der Berufsrückkehrer zu nutzen. Die aktuellen Zahlen belegen, dass sich das Einstellungsverhalten der Betriebe gewandelt hat und sich mehr am verfügbaren Arbeitskräftepotenzial ausrichtet“, verdeutlicht Helga Lutz.
Die aktuelle Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sank um 0,3 Prozent auf 9,0 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 10,5 Prozent.
Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im letzten Monat 2.364 Frauen und Männer, das sind 116 oder 4,7 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr mussten sich 677 Menschen weniger arbeitslos melden, das entspricht 22,3 Prozent. 747 Personen wurden nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 738 nach einer Ausbildung oder einer Maßnahmeteilnahme arbeitslos.
Im Juli konnten 2.802 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das sind 188 bzw. 6,3 Prozent weniger als im Juni. 1.036 Personen haben im Berichtsmonat eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgenommen, 634 begannen eine Ausbildung oder eine Qualifizierungsmaßnahme.
Das Schuljahres- und Ausbildungsende hat in diesem Monat dazu geführt, dass die Jugendarbeitslosigkeit wie auch in den vergangenen Jahren vorübergehend gestiegen ist. Derzeit sind im Plauener Agenturbezirk 1.089 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Das waren 206 oder 23,3 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr wird eine positive Entwicklung deutlich. Vor einem Jahr waren 338 Jugendliche bzw. 23,7 Prozent mehr arbeitslos.
Die Zahl älterer Arbeitsloser hat sich im Vergleich zum Vormonat um 426 Personen (minus 8,9 Prozent) verringert. Ende Juli waren im Vogtland 4.372 Frauen und Männer ab 50 Jahre arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr ist bei dieser Personengruppe mit minus 761 Personen bzw. minus 14,8 Prozent eine positive Entwicklung ersichtlich.
Im Agenturbezirk sind derzeit 3.974 Arbeitslose länger als ein Jahr auf Jobsuche. Das waren 267 bzw. 6,3 Prozent weniger als im Vormonat. Positiv gestaltet sich bei dieser Personengruppe nach wie vor die Entwicklung im Vorjahresvergleich. Aktuell sind 386 Langzeitarbeitslose weniger gemeldet (minus 8,9 Prozent) als im Juli 2010.
Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Juli 15.228 und liegt damit weiter deutlich unter Vorjahresniveau (minus 3.449 Personen oder minus 18,5 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote beträgt aktuell 12,2 Prozent (Vormonat: 12,5 Prozent; Vorjahr: 14,7 Prozent).
Hintergrund:
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen die Arbeitslosen und zusätzliche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind. Das sind Teilnehmer in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Gründungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit dieser Werte können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Zahlen erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können. Die Unterbeschäftigung und ihre Komponenten wurden im Mai 2011 auf ein verbessertes Messkonzept umgestellt und die Daten rückwirkend bis 2008 revidiert.
Im Jobcenter Vogtland ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 588 Personen bzw. um 6,8 Prozent zu verzeichnen. Im Bereich der Arbeitsagentur ist ein Anstieg um 139 Personen bzw. 4,7 Prozent zu verzeichnen.
Auf Geschäftsstellenebene stellt sich der Arbeitsmarkt im Vogtland recht unterschiedlich dar. Im Vergleich zum Juni konnten alle Geschäftsstellen vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten haben Oelsnitz mit 6,8 Prozent und Klingenthal mit 7,0 Prozent. Danach folgt Auerbach mit 8,1 Prozent. Reichenbach liegt aktuell bei 9,1 Prozent und die Hauptagentur Plauen bei 10,6 Prozent.
Durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice wurden im Juli 785 ungeförderte Stellen, darunter 730 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, akquiriert. Das waren 52 bzw. 6,2 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein leichter Stellenzuwachs von 15 Stellen bzw. 1,9 Prozent zu erkennen. Stellenangebote auf dem ersten Arbeitsmarkt gab es für fast alle Wirtschaftszweige. Insgesamt wurden 365 Stellen für Zeitarbeit, 84 Stellen im Verarbeitenden Gewerbe, 60 Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen und 55 Stellen im Baugewerbe gemeldet. Dazu kommen 50 Stellen im Handel, 35 Stellen im Gastgewerbe und 33 Stellen im Verkehrs- und Lagerwesen.
Betriebe haben nach dem jeweiligen Monatsende grundsätzlich drei Monate rückwirkend Zeit, Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur abzurechnen. Daher wird die tatsächliche Inanspruchnahme der Kurzarbeit erst mit beträchtlicher Zeitverzögerung sichtbar. Aktuell liegt eine Hochrechnung realisierter Kurzarbeit für März 2011 vor. Aus konjunkturellen Gründen tatsächlich kurzgearbeitet haben danach Ende März im Agenturbezirk Plauen insgesamt 1.116 Arbeitnehmer in 246 Betrieben. Ihre Zahl ging im Vergleich zu März 2010 deutlich zurück (damals 3.206 Arbeitnehmer in 448 Betrieben).
(Quelle: Arbeitsamt Plauen, 28.07.2011)


