Arbeitsmarktgespräch in Oschatz
Bereits seit 2005 lädt die Agentur für Arbeit Oschatz die lokalen Abgeordneten von Bundes- und Landtag sowie Europaparlament jährlich zu einem Arbeitsmarktgespräch ein. Agenturchefin Marlies Hoffmann-Ulrich hatte für das diesjährige Treffen eine lange Themenliste vorbereitet. Arbeitsmarkt, Beschäftigtensituation, Demografie, Ausbildungsmarkt sowie Auswirkungen der seit 1. Mai geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit stellte die Agenturleiterin in den regionalen Blickwinkel.
In ihren Ausführungen verdeutlichte sie die Bedeutung eines transparenten Arbeitsmarktes, auf den regionalpolitische Grenzen an Einfluss verlieren. Was häufig unter den Begriff Pendler fiele, sei vermehrt eine Form der wachsenden Mobilität am Arbeitsmarkt. „Gerade Randregionen sind darauf angewiesen, dass sich Angebot und Nachfrage nicht einseitig, sondern im 360-Grad-Bogen entwickeln.“
Auch demografische Aspekte wurden in der Runde erörtert. „Den rein rechnerischen Ausgleich zwischen Berufsanfängern und Renteneinsteigern gab es in Sachsen letztmalig 2006. In diesem Jahr gibt es doppelt so viele 64-Jährige wie 18-Jährige und das wird die nächsten zehn Jahre auch so bleiben“, verdeutlicht Marlies Hoffmann-Ulrich.
Als kurzfristigen Lösungsansatz macht sie sich für die weitere Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen stark. „Frauen haben den größeren Bevölkerungsanteil, liegen aber in der Erwerbsbeteiligung nur bei 47 bis 49 Prozent. Zudem besetzen mehr als 80 Prozent aller Teilzeitstellen Frauen. Flexiblere Arbeitszeitmodelle ermöglichen bessere Zugangs- und Entwicklungsmöglichkeiten von Frauen in den Beruf. Unternehmen, die dieses Potenzial erkennen und nutzen, zählen zu den Gewinnern, wenn es um die Sicherung von guten Fachkräften geht.“
Teilnehmer des Arbeitsmarktgespräches waren neben dem Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Frank Kupfer, MdE Dr. Peter Jahr, MdB Katharina Landgraf sowie die MdL Svend-Gunnar Kirmes, Sven Liebhauser, Hannelore Dietzschold (alle CDU) und Dr. Liane Deicke (SPD).
(Quelle: Arbeitsagentur Oschatz, 19.07.2011)


