Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden
Navigation
 

Durch Inklusion Schätze für den Arbeitsmarkt heben

Die Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt für schwerbehinderte Menschen ist trotz vieler Anstrengungen der Wirtschaft und der Arbeitsagentur Leipzig und Jobcenter in der Region leider nach wie vor nicht befriedigend. Das betrifft insbesondere jüngere und ältere schwerbehinderte Menschen.

Auch im Agenturbezirk Leipzig, wie in Deutschland überall, sinkt die Zahl der Arbeitslosen seit Monaten. Die Bundesagentur und ihre Arbeitsagenturen haben sich als wichtige Stütze der Wirtschaft besonders auch in Krisenzeiten erwiesen. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat dank Kurzarbeit nicht zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit, wie in vielen anderen Ländern Europas, geführt.

„Wir haben heute im Agenturbezirk Leipzig die niedrigste Arbeitslosigkeit seit Anfang der 1990er Jahre. Die Arbeitslosenquote liegt bei 11 Prozent, vor einem Jahr war diese noch bei 12,2 Prozent, aber die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung blieb leider fast unverändert. So sind heute bei der Arbeitsagentur Leipzig und bei den Jobcentern Leipzig und Leipziger Land allein 2.347 Schwerbehinderte als arbeitslos registriert, vor einem Jahr waren es 2.340. Diese Stagnation dürfen wir alle so nicht hinnehmen“, ruft die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig Elke Griese anlässlich ihres Unternehmensbesuches beim Leipziger Standort des Kommunikationsdienstleisters b u w auf.

Der prognostizierte Fachkräftebedarf in Deutschland und die wirtschaftlichen Strukturveränderungen eröffnen für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen neue Chancen auf Teilhabe am Arbeitsleben. „Um diese Möglichkeiten zu nutzen, brauchen wir Unternehmen wie b u w oder den Blumenladen Stil und Blüte, um nur zwei Unternehmen von vielen zu nennen und wir brauchen selbstbewusste Menschen, die ihre besonderen Fähigkeiten in den Vordergrund stellen. Wenn dann noch ein offenes gesellschaftliches Klima hinzukommt, dann kann Inklusion gelingen“, so Griese.

Mit dem Nationalen Aktionsplan hat die Bundesregierung eine Initiative zur Verbesserung der Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten gestartet. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen Handlungsfelder zur Verbesserung der Situation schwerbehinderter Menschen identifiziert und ein Programm verabschiedet, das gezielt weitere Hilfen ermöglicht.

Ziele dieses Programmes sind:

  • schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler umfassend über ihre beruflichen Möglichkeiten zu informieren und zu beraten und ihren Übergang von der Schule in das Arbeitsleben zu unterstützen
  • den erfolgreichen Einstieg schwerbehinderter junger Menschen in eine betriebliche Berufsausbildung durch die Schaffung neuer Ausbildungsplätze zu unterstützen
  • schwerbehinderte Menschen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, vermehrt in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren
  • Dabei sollen arbeitslose, schwerbehinderte Frauen und schwerbehinderte Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen der Grundsicherung besonders berücksichtigt werden.

Die BA, seine Arbeitsagenturen und die Jobcenter engagieren sich dafür, dass sich jeder Mensch auf dem Arbeitsmarkt einbringen kann. Um dabei Menschen mit Behinderung mehr in den Fokus zu rücken, startete die BA am 05. Dezember 2011 eine bundesweite Aktionswoche für Menschen mit Behinderung. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen insgesamt liegt aktuell in Deutschland mit etwa 173.000 nur knapp 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, während die Arbeitslosigkeit insgesamt weit stärker rückläufig ist. Auf den ersten Blick ein bedenkliches Zeichen.

Deshalb lohnt sich eine differenzierte Betrachtung. Allein der Blick auf die Arbeitslosenzahlen reicht nicht aus. Berücksichtigt man auch die Entwicklung der Beschäftigung und vor allem die Unterbeschäftigung, dann zeigt sich: dass der Anstieg hauptsächlich auf den Wegfall vorruhestandsähnlicher Regelungen basiert. Auch schwerbehinderte arbeitslose Menschen haben vom Aufschwung profitiert, wenngleich nicht ganz so stark wie alle Arbeitslosen. Ein guter Grund, um das Engagement für mehr Inklusion zu verstärken. Aber Verwaltung und Politik können diese Ziele nicht allein erreichen, dazu braucht es engagierte Arbeitgeber.

(Quelle: Arbeitsagentur Leipzig, 07.12.2011)

T5 Jobmessen