Arbeitsmarkt: Gute Lage weckt Optimismus für das neue Jahr
Mit leicht erhöhten Arbeitslosenzahlen ist das Jahr 2011 zu Ende gegangen: Ende Dezember waren im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur, also im Westerwald- und im Rhein-Lahn-Kreis, 6542 Menschen ohne Job gemeldet – 230 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,1 Punkte, bleibt aber mit 3,8 Prozent auf einem sehr guten, sprich niedrigen Level.
„Der Anstieg zum Jahresende ist keine Überraschung“, weiß Elmar Wagner, Chef der Arbeitsagentur Montabaur. Auch für Januar und Februar rechnet er noch einmal mit höheren Werten. „Das ist der übliche Saisoneffekt in der kalten Jahreszeit. Im milden Dezember 2011 machte er sich deutlich weniger bemerkbar als ein Jahr zuvor, als Eis und Schnee die Region im Griff hatten.“ Ein weiterer Grund für die wenig ausgeprägte Winterarbeitslosigkeit: Bauhauptgewerbe, Dachdeckerbetriebe sowie der Garten- und Landschaftsbau nutzen immer stärker das Saisonkurzarbeitergeld und setzen damit auf durchgehende Beschäftigung statt Personal zu entlassen.
Im Vorjahresvergleich spiegelt sich die gute Entwicklung: Ende 2010 betrug die Arbeitslosenquote noch 4,3 Prozent. Die absolute Zahl der Männer und Frauen ohne Beschäftigung lag bei 7369. „Wir sprechen also von einem Minus von 827 Personen oder 11,2 Prozent“, stellt Wagner fest. „Erfreulich ist, dass alle Personengruppen davon profitieren konnten - am deutlichsten die jungen Leute mit 13,5 Prozent. Bemerkenswert sind aber auch die Rückgänge um 10,4 Prozent bei den über 50-Jährigen und um glatte 8 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen.
Diese beiden Gruppen stellen jedoch immer noch knapp ein Drittel bzw. ein Viertel aller Arbeitslosen: Es muss noch viel getan werden, damit sich ihre Job-Chancen verbessern.“ Auch in der Betrachtung nach den so genannten Rechtskreisen zeigt sich, wo die Benachteiligten zu finden sind: Bei der Klientel der Arbeitsagentur (Empfänger von Arbeitslosengeld I als Versicherungsleistung) ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember 2010 um 19,1 Prozent zurück - bei denen, die von der Grundsicherung (Hartz IV) leben und von den Jobcentern betreut werden, lediglich um 4,8 Prozent.
Der Stellenzugang ist in den Wintermonaten erfahrungsgemäß verhaltener. So wurden der Arbeitsagentur im Dezember 548 Jobs gemeldet – das sind 70 weniger als im November, gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich jedoch ein Plus von 116. Auch der Bestand ist mit 1272 deutlich höher als Ende 2010; fast alle Stellen sind sozialversicherungspflichtig und sofort zu besetzen.
Wer an einer Qualifizierung oder Förderung teilnimmt, wird in dieser Zeit laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um in diesem Bereich Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die so genannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht alle ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Diese erweiterte Quote liegt derzeit bei 5,4 Prozent; im Dezember 2010 waren es 6,5 Prozent.
Elmar Wagner zieht eine positive Bilanz: „2011 war ein gutes Jahr am Arbeitsmarkt und damit für die Menschen in der Region, die auf Jobs angewiesen sind. Trotz der weltweiten Schuldenkrise und des Bangens um den Euro blieb die Wirtschaft erstaunlich stabil. Die Erwerbslosigkeit ging spürbar zurück und die Beschäftigung entwickelte sich positiv. Auf dieser ausgesprochen guten Basis dürfen wir mit Optimismus ins neue Jahr gehen.“ Dafür spreche auch die wirtschaftliche Großwetterlage, von der der Agenturbezirk Montabaur natürlich abhängig sei: „Die Konjunkturprognosen mussten zwar nach unten korrigiert werden. Aber von einer Rezession ist nicht die Rede.“
Zum Schluss der geteilte Blick auf die beiden Landkreise, die die Arbeitsagentur Montabaur betreut: Für den Westerwald wurden 4089 Menschen ohne Job
gezählt. Das sind 103 mehr als im November, aber 442 weniger als im Dezember 2010. Die Quote stieg im Monatsverlauf um 0,1 auf 3,8 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 4,2 Prozent gewesen. An Rhein und Lahn gibt es 2453 Arbeitslose – 127 mehr als im November und 385 weniger als vor einem Jahr. Aktuell beträgt die Quote 3,8 Prozent, was einem Anstieg von 0,2 gegenüber November entspricht. Im Dezember 2010 hatte sie bei 4,4 Prozent gelegen.
(Quelle: Arbeitsamt Montabaur, 03.01.2012)


