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Die Arbeitslosenquote bleibt bei 3,7 Prozent

September, Oktober, November: Zum dritten Mal in Folge liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur bei 3,7 Prozent – und bleibt damit so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Aktuell sind 6312 Menschen ohne Job gemeldet; das ist ein minimaler Rückgang um 41 Personen gegenüber dem Vormonat und ein deutlicher um 546 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat. Im November 2010 betrug die Quote glatte 4 Prozent.

„Der regionale Arbeitsmarkt hat sich übers Jahr gesehen erfreulich gut entwickelt“, erklärt Elmar Wagner, Geschäftsführer der Montabaurer Agentur. „Schon seit einigen Monaten sind wir in dem Bereich, den Ökonomen als Vollbeschäftigung definieren. De facto wird dies freilich nie eintreten, denn zu keinem Zeitpunkt werden Jobsuchende und Stellen deckungsgleich zueinander passen.“ Das liege oft nicht einmal an mangelnder oder fehlender Qualifikation, sondern an der unterschiedlichen Marktlage in unterschiedlichen Sparten. Als Beispiele nennt Wagner die Metall- und die Elektrobranche, die händeringend Fachkräfte suchen; hier bleiben Stellen unbesetzt, weil es zu wenige geeignete Bewerber gibt. Im Bürobereich dagegen ist die Zahl der arbeitslosen Fachkräfte größer als die der Stellenofferten.

Derzeit sind bei der Arbeitsagentur 1424 Stellen gemeldet. Dieser Bestand hat sich gegenüber November 2010 um ein Fünftel erhöht; damit geht einher, dass die Laufzeiten bis zur erfolgreichen Besetzung deutlich länger geworden sind. Bei mehr als 90 Prozent der Angebote handelt es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die sofort aufgenommen werden könnte. Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, hat die Zeitarbeit mit knapp 28 Prozent den größten Anteil. Das verarbeitende Gewerbe liegt bei fast 14 Prozent, das Gesundheitswesen bei mehr als 10 Prozent; darin spiegelt sich der Fachkräftebedarf in der Produktion bzw. in der Pflege.

Dass die Arbeitslosenzahl im November, also an der Schwelle zum Winter, nicht gestiegen ist, wertet Elmar Wagner als überaus positive Tatsache, für die er mehrere Gründe ausmacht: „Zum einen bleibt die Konjunktur trotz der europäischen Schuldenkrise und der damit verbundenen Unsicherheit auf gutem Kurs. Zum anderen lässt sich der Winter in diesem Jahr Zeit: Dank eines milden Novembers ist der Saisoneffekt noch nicht stark ausgeprägt. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass immer mehr Unternehmen das Saison-Kurzarbeitergeld nutzen statt ihre Beschäftigten in die Winterarbeitslosigkeit zu schicken. Das ist eine kluge Strategie, hinter der die berechtigte Sorge steht, dass einmal entlassenes Personal oft nicht mehr zurück zu gewinnen ist.

Ein Blick auf die beiden Landkreise des Agenturbezirks zeigt, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit wie im Vormonat allein im Rhein-Lahn-Kreis vonstattenging. Hier verringerte sich die Zahl der Personen ohne Job von Oktober auf November um 46 auf 2326. Und wieder sank die Quote innerhalb von vier Wochen um 0,1 Punkte; sie liegt jetzt mit 3,6 Prozent unter dem Wert des Gesamtbezirks. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 303 Männer und Frauen; damals betrug die Quote 4,1 Prozent.

Im Westerwaldkreis sind derzeit 3986 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet; das sind 5 mehr als im Oktober, aber 243 weniger als im November 2010. Im Monatsvergleich verharrte die Quote bei 3,7 Prozent; vor einem Jahr hatte sie bei 3,9 Prozent gelegen.

Um Transparenz zu schaffen, veröffentlicht die Arbeitsagentur zusätzlich zur Arbeitslosenquote allmonatlich die so genannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht all jene ein, die arbeitsmarktpolitisch gefördert werden und in dieser Zeit statistisch nicht als arbeitslos zählen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt derzeit auf dem Oktoberlevel von 5,3 Prozent, vor einem Jahr waren es 6,3 Prozent.

(Quelle: Arbeitsamt Montabaur, 30.11.2011)

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