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Moderne Personalpolitik sichert Zukunft

„Es lohnt sich für Sie: Moderne Personalpolitik sichert Zukunft“ lautete das Motto des Thementages, zu dem die Agenturen für Arbeit Koblenz, Mayen, Montabaur und Neuwied in die Räume der RWE Deutschland AG nach Saffig eingeladen haben. Die Vertreter der Unternehmen aus der Region, die diesem Ruf folgten, bekamen viele Informationen zum Thema, konnten aber auch selbst mitarbeiten, um Strategien für die Zukunft ihrer eigenen Betriebe zu entwickeln.

Der Arbeitsmarkt wandelt sich, Fachkräfte werden rar. Der seit langem angekündigte demografische Wandel ist in der Gegenwart angekommen. Was bislang nur in einigen Branchen zu spüren ist, wird sich in den nächsten Jahren auf nahezu alle Arbeitsfelder ausweiten. Unternehmen seien deshalb gut beraten, wenn sie sich rechtzeitig darauf einstellen und neue Wege in der Personalplanung gehen, so die These der Arbeitsmarktexperten. Der Thementag sollte dabei helfen: Wie lassen sich bislang ungenutzte Arbeitnehmerpotenziale aufspüren und ausschöpfen? Das galt es gemeinsam herauszufinden, zu diskutieren und zu erarbeiten.

Der Ort des Geschehens war dabei nicht zufällig gewählt: Schließlich wurde das Unternehmen RWE mit dem Audit „berufundfamilie“ für familienbewusste Personalpolitik ausgezeichnet. „Wir wollen im Wettbewerb bestehen. Dafür brauchen wir gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um sie zu gewinnen und zu behalten, muss eine optimale Balance zwischen Beruf und Familie gefunden werden, die auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer genauso viel Rücksicht nimmt, wie auf die des Unternehmens“, erklärte RWE-Personalleiter Fred Strässer.

Doch was ist eigentlich Moderne Personalpolitik? „Modern ist für uns im Zusammenhang mit Personalpolitik alles, was dazu beiträgt, die Zukunft eines Unternehmens zu sichern. Und deshalb geht es heute vor allem darum, wie das Miteinander von Arbeitgebern und Mitarbeitern gestaltet werden kann und sollte, damit beide Seiten ihren Nutzen davon haben“, erklärt Günter Thull, Leiter der Agentur für Arbeit Mayen.

Ursula Nicola-Hesse, Auditorin der berufundfamilie Service GmbH, appellierte an die Unternehmer, dem Fachkräftemangel durch die Nutzung des Potenzials von Jugend, Frauen und Älteren entgegenzuwirken. Denn bei moderner Personalpolitik gehe es nicht nur um Frauen, sondern um beide Geschlechter aller Generationen gleichermaßen. Auch das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement werde zunehmend wichtiger, um die Mitarbeiterschaft fit zu halten. Es gelte flexible Lösungen für den Einzelnen zu finden, um die Vereinbarkeit Beruf und Familie, aber auch von Beruf und anderen privaten Interessen zu erreichen.

In drei Workshops wurde viel diskutiert über flexible Arbeitszeiten, Frauen in Führungspositionen, Führen in Teilzeit und Steuervorteile durch familienfreundliches Handeln im Unternehmen. Die Akteure waren sich einig: Das ist ein Arbeitsfeld, auf dem man viel voneinander lernen kann. Der Austausch hilft dabei, eigene kreative Lösungen zu finden. Und die gibt es durchaus schon, berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Frauen in Teilzeit als Geschäftsführerinnen, mobiles Arbeiten von zu Hause aus und vieles mehr. „Doch das alles kann nur funktionieren, wenn sich alle im Unternehmen - von der Belegschaft bis zu den Führungskräften – der Herausforderung stellen und Transparenz und Verständnis geschaffen werden“, betonte Uta Hemmerich-Bukowski von der Beratungsstelle ZeitZeichen.

Klar war aber auch, dass sich das Engagement eines Betriebes für seine Mitarbeiter rechnen muss: Diese Ausführungen Alfred Schomischs vom Finanzamt Mayen zu steuerlichen Vorteilen Moderner Personalpolitik stießen deshalb ebenfalls auf reges Interesse.

Wer Dinge verändern will, muss meist einen langen Atem haben. Deshalb soll auch der Thementag keine Eintagsfliege sein. „Wir hoffen eher auf eine Initialzündung, die dazu beiträgt, ein Netzwerk zu schaffen, dass dazu beiträgt, die Unternehmen zukunftsfähig zu machen und damit die gesamte Region stärkt“, betonte Agenturleiter Thull. Eine Fortsetzung der Initiative sei deshalb fest eingeplant.

Informationen zum Thema gibt es bei den Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der beteiligten Agenturen.

(Quelle: Agentur für Arbeit Montabaur, 15.11.2011)

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