Azubis – dringend gesucht
Beste Chancen für Jugendliche auf dem Sprung ins Berufsleben – wachsende Nachwuchssorgen in den Betrieben: Das sind die Kernaussagen der Ausbildungsbilanz 2010/2011, die die Arbeitsagentur Montabaur vorlegt. Die Schere einer zu hohen Nachfrage nach Lehrstellen und einem zu geringen Angebot hat sich in den vergangenen Jahren geschlossen und öffnet sich nun nach der anderen Seite.
Zum Stichtag 30. September waren im Bezirk der Arbeitsagentur (Westerwald- und Rhein-Lahn-Kreis) nur noch 21 unversorgte junge Leute gemeldet. Auf der anderen Seite „der Rechnung“ stehen 97 vakante Stellen für das längst begonnene Ausbildungsjahr. Dieses Ausbildungsjahr folgt einer anderen Taktung als das kalendarische, d.h. es beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September.
„Die Unternehmen unserer Region haben die Zeichen der Zeit erkannt. Sie setzen verstärkt auf Ausbildung, um sich die Fachkräfte von morgen selbst heranzuziehen und damit Zukunft zu sichern“, erklärt Elmar Wagner, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Montabaur. Die Zahlen sprechen für sich: Im abgelaufenen Ausbildungsjahr wurden der Agentur 1683 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet; das ist gegenüber 2009/2010 ein Plus von 231 oder knapp 16 Prozent.
Elmar Wagner: „Natürlich spiegeln sich hierin auch die gute Konjunktur und Auftragslage. Vor allem aber sehen die Personalchefs, dass sie auf der Suche nach geeigneten Mitarbeitern nicht mehr aus dem Vollen schöpfen können und wissen, dass sich dieses Problem angesichts der demografischen Entwicklung verschärfen wird.“ Den stärksten Zuwachs an Ausbildungsstellen gibt es im Dienstleistungssektor und bei den Fertigungsberufen. Dies alles sind deutliche Signale. Eine endgültige Bewertung des Ausbildungsjahres 2010/11 wird allerdings erst möglich sein, wenn feststeht, wie viele Ausbildungsverträge tatsächlich abgeschlossen wurden.
Dass die Arbeitsagentur Montabaur trotz schrumpfender Schulabgängerzahlen im zurückliegenden Ausbildungsjahr mit 2316 Bewerbern 54 mehr betreute als 2009/10, ist kein Widerspruch. „Unsere Berufsberater sind mit Herzblut bei der Sache, betont Elmar Wagner. „Sie besuchen sämtliche Entlass- und Vorentlassklassen und informieren über das große Angebot der Arbeitsagentur. Jeder Schüler und jede Schülerin lernt das Berufsinformationszentrum kennen, alle werden auf die Möglichkeit von Einzelterminen aufmerksam gemacht. Die hohen Bewerberzahlen spiegeln, dass Beratung und Vermittlung zunehmend genutzt werden.“ Und das ist gut so: Wer rundum informiert ist, verringert das Risiko eines „Fehlstarts“. Ein Ausbildungsabbruch kommt alle Beteiligten teuer zu stehen – finanziell, zeitlich und qualitativ.
Bewährt haben sich die Berufsinfotage, für die die Agentur für Arbeit nun schon vier Mal ihre Türen geöffnet hat – immer samstags, damit Eltern und Kinder gemeinsam ein Programm nutzen können, das von Vorträgen über Berufswahltests bis hin zum kostenlosen Foto für die Bewerbung reicht.
Peter Müller, Teamleiter der Berufsberatung, freut sich darüber, dass der Service verstärkt in Anspruch genommen wird: „Zugleich ist es gelungen, die Zahl der so genannten Altbewerber zu senken – also die der jungen Leute, die in den Jahren zuvor aus der Schule kamen und bislang keine Ausbildungsstelle gefunden hatten.“ An dieser Stelle bewährt sich die enge Kooperation der Berufsberatung mit dem Arbeitgeberservice, der die Betriebe der Region individuell betreut und auch Azubis vermittelt.
Der Teamleiter rät allen jungen Leuten, die Berufswahl mit Phantasie und Neugier anzugehen: „Es gibt viele spannende Möglichkeiten mit gutem Verdienst und Aufstiegschancen!“ Sein Tipp für alle, deren Schulabschluss nächstes Jahr ansteht: Frühzeitig Kontakt aufnehmen mit der Berufsberatung, denn die Bewerbungsphase 2012 hat längst begonnen. Termine können unter der Service-Rufnummer 01801/555111* vereinbart werden.
*Festnetzpreis 3,9 Cent pro Minute; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min.
(Quelle: Arbeitsamt Montabaur, 08.11.2011)


