Typische Arbeitsmarktentwicklung zum Jahresende
Erste jahreszeitliche Beeinträchtigungen führten im Dezember zu der erwarteten, allerdings sehr moderaten, Zunahme der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Kreis Paderborn zum Jahresende um 86 oder 0,9 Prozent auf 9.709. Die milden Witterungsverhältnisse ließen größtenteils ein Arbeiten auch in den Außenberufen bis zu den Feiertagen und darüber hinaus zu. Für einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit reichten die konjunkturellen Impulse allerdings nicht aus.
Die Zunahme der Arbeitslosigkeit fiel geringer aus als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre (im Dezember 2010 gab es z. B. ein Plus von 149 oder 1,4 %). Hier wirken sich insbesondere die äußerst milden Witterungsverhältnisse positiv aus. Konjunkturelle Belastungen zeichnen sich weiterhin nicht ab.
Die berufliche Differenzierung zeigt im Dezember ein Plus bei den typischen Saisonberufen (grüne Berufe, Bau- und baunahe Berufe, Verkehrsberufe ….).Hier stieg die Arbeitslosenzahl um 127 oder 5,4 Prozent. In den weitgehend saisonunabhängigen Metall- und Elektroberufen war nur ein leichter Anstieg zu verzeichnen (plus 31). In den meisten Dienstleistungsberufen gab es nochmals leichte Rückgänge.
Die Arbeitslosenzahl des Vorjahres wird jetzt im Kreis Paderborn um 1.133 oder 10,5 Prozent unterschritten. Niedriger war die Arbeitslosenzahl in einem Dezember zuletzt 1992 mit 7.900 Arbeitslosen.
Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember von 6,1 auf 6,2 Prozent. Im Dezember 2010 waren es 7,0 Prozent.
„Auch der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresende trübt keinesfalls die gute Verfassung des heimischen Arbeitsmarktes“, so Rüdiger Matisz, Chef der Paderborner Arbeitsagentur, zu den Dezemberdaten der Arbeitslosenstatistik. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor grundsolide und aufnahmefähig, dabei liegt die Kräftenachfrage erneut auf hohem Niveau. Zwar haben die typischen saisonalen Einflüsse im abgelaufenen Dezember den Arbeitsmarkt belastet und werden auch im Januar und Februar zu deutlich höheren Arbeitslosenzahlen führen; ein konjunktureller Einbruch mit tendenziell steigenden Arbeitslosenzahlen ist jedoch weiterhin nicht in Sicht.“ Ein deutliches Zeichen für die saisonale Belastung ist der Anstieg der Männerarbeitslosigkeit (plus 119 oder 2,5 %), während die Zahl der arbeitslosen Frauen um 33 oder 0,7 % zurück ging.
Im Dezember meldeten sich 2.191 Personen neu oder wieder arbeitslos; 91 oder 4,0 Prozent weniger als im November und 87 (minus 3,8 %) weniger als im Dezember des Vorjahres. 2.105 Männer und Frauen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden; 396 oder 15,8 Prozent weniger als im November und 20 (minus 0,9 %) weniger als im Dezember 2010.
Die Zahl der SGB III – Arbeitslosen (Versicherungsbereich) stieg im Dezember um 45 oder 1,8 Prozent auf 2.500. Die Vorjahreszahl wird hier um 473 oder 15,9 Prozent unterschritten.
Bei den SBG II – Arbeitslosen (potenzielle Arbeitslosengeld II – Empfänger) erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Dezember um 41 oder 0,6 Prozent auf 7.209. Die Vorjahreszahl wird im Kreis Paderborn um 660 oder 8,4 Prozent unterschritten. Aktuell entfallen 74,3 Prozent der Arbeitslosen auf den Bereich der Grundsicherung (Vorjahr 72,6 %).
Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) blieb bei 909 Betroffenen auf Vormonatsniveau (plus 1). Die Vorjahreszahl wird um 146 oder 13,8 Prozent unterschritten. Die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen beträgt aktuell 4,7 Prozent (Vorjahr 5,4 %).
Bei den Älteren (über 50 Jahre) konnte die Arbeitslosigkeit im Dezember nicht weiter abgebaut werden. Hier ergab sich ein Plus von 33 oder 1,1 Prozent auf 3.018. Gegenüber Dezember 2010 ergibt sich in dieser Altersgruppe ein Minus von 63 oder 2,0 Prozent.
Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen blieb im Dezember vor Vormonatsniveau (minus 2). Die Zahl (3.973) liegt zurzeit um 35 oder 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die Kräftenachfrage (720 Stellen wurden neu gemeldet) erreichte das Ergebnis des Vormonats (plus 2), der Vorjahrswert wurde um 40 überschritten (plus 5,9 %). Der Bestand an unbesetzten offenen Stellen lag am Monatsende mit 1.612 um 69 oder 4,1 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres.
Die Schwerpunkte des Kräftebedarfs lagen zuletzt bei den Fertigungsberufen (694 unbesetzte Stellen – hier überwiegend in den Metall- u. Elektroberufen = 446 und den Bau- und baunahen Berufen = 112) , bei den Waren- und Dienstleistungskaufleuten (139), den Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen (101), den Technischen Berufen (94), den Sozial- und Erziehungsberufen (88) und den Gesundheitsdienstberufen (57).
(Quelle: Arbeitsagentur Paderborn, 03.01.2012)


