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Arbeitsmarktreport Agentur für Arbeit Krefeld Dezember 2011

„Das Jahr 2011 war ein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt. Die Arbeitgeber haben so uns viele Arbeitsstellen gemeldet, wie nie zuvor“, so Ingo Zielonkowsky, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld. „Die Arbeitslosenquote wurde kontinuierlich von 9 Prozent zum Jahresanfang auf nunmehr 8,3 Prozent im Dezember gesenkt. Das ist ein toller Erfolg. In diesem Monat beobachten wir eine saisontypische leichte Steigerung der Arbeitslosenzahlen. Andere Städte in NRW haben dies schon im November verzeichnet. Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil mit einer gewohnt kleinen Schwankung zum Jahresende.“

„Auch aus Sicht der Arbeitgeber war 2011 ein erfolgreiches Jahr. Wir stellen fest, das sich die gute Kooperation mit der Agentur auch für unsere Betriebe auszahlt“, so Hartmut Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein e.V.

Dass immer mehr Wert auf Zusammenarbeit der beteiligten Arbeitsmarktpartner gelegt wird, betont auch Ralf Köpke, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Krefeld: „Wir in der Region halten den Gedanken der Netzwerkpartnerschaften für extrem wichtig. So können wir effektiv, schnell und gemeinsam Trends auf dem Arbeitsmarkt erkennen, beeinflussen und gegebenenfalls gegensteuern.“

Im Gesamtbezirk Krefeld waren im Dezember 22.183 Arbeitslose gemeldet, 447 (2,1 Prozent) mehr als im letzten Monat. Damit stieg die Arbeitslosenquote leicht von 8,1 Prozent im November auf nunmehr 8,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte die Arbeitslosigkeit aber um 2 Prozent gesenkt werden.

Aktuell werden 6.400 Arbeitslose von der Arbeitsagentur betreut, 138 mehr als im letzten Monat. Die Zahl der Arbeitslosen, die in den Jobcentern Krefeld und Kreis Viersen in der Grundsicherung (SGB II) gemeldet waren, stieg gegenüber November auf 15.783 um 309 Personen. Hier blieben die Zahlen gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant (+1,6 Prozent), die Zahl der Arbeitslosen, die von der Agentur betreut werden, konnten dagegen gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert werden (–691= –9,7 Prozent).

Während im Dezember die Zahlen der Menschen, die sich neu arbeitslos gemeldet haben nahezu unverändert zum November waren (Dez. = 4300, Nov. = 4397), konnten sich leider gleichzeitig wesentlich weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Dies waren im November noch 4.630, im Dezember 787 Menschen weniger, also 3.843. „Hier liegt einer der Hauptgründe für den saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit im letzten Monat“, so Ingo Zielonkowsky. „Im Dezember werden durch die Feiertage und Ferien meistens weniger Leute eingestellt.“

Den leichten Anstieg von 0,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat bei der Arbeitslosenquote verzeichnete auch das Stadtgebiet Krefeld. Die Quote liegt jetzt bei 10,4 Prozent, 0,2 Prozent mehr als im Dezember 2010. Im Kreisgebiet Viersen beträgt die Quote aktuell 6,8 Prozent (November 6,6). Im Dezember letzten Jahres waren es hier noch 7,2 Prozent der Erwerbspersonen, die arbeitslos gemeldet waren. Im Geschäftsstellenbezirk Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst) betrug die Quote 5,4 Prozent (November: 5,2%; Dezember 2010: 6,0%), im Geschäftsstellenbezirk Nettetal (Nettetal, Brüggen) 7,1 Prozent (November: 7,0%; Dezember 2010: 7,6 %) und im Geschäftsstellenbezirk Viersen (Stadt Viersen, Niederkrüchten, Schwalmtal) 8,7 Prozent (November: 8,5%; Dezember 2010: 8,8%).

Die Unterbeschäftigung, die die gesamte Entlastung durch die Arbeitsmarktpolitik umfasst, ist leicht von 10,8 Prozent im November auf aktuell 11,0 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr betrug sie noch 12,0 Prozent. Dies ist ein Indikator dafür, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit überwiegend auf Markteffekte und nicht nur auf den Einsatz arbeitsmarktpolitischer. Instrumente zurückzuführen ist (z.B. Weiterbildung).

Bei den unter 25jährigen, die in der Betreuung der Agentur sind, konnte der positive Trend der letzten Monate fortgesetzt werden. Hier gab es ein Minus von 5,6 Prozent gegenüber dem November 2011. 686 unter 25jährige sind noch in der Betreuung der Agentur. Bei der gleichen Altersgruppe, der vom Jobcenter Betreuten, gab es hingegen einen Zuwachs von 8,8 Prozent auf nunmehr 1.191 junge Menschen ohne Arbeit.

Diese Entwicklung zeigt sich auch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt konnte die Arbeitslosigkeit bei den unter 25jährigen um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verringert werden. Hauptanteil an dem positiven Trend haben die von der Agentur betreuten Arbeitslosen (–7,8 Prozent). Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der vom Jobcenter Betreuten um 2,4 Prozent.

Bei der Zahl der älteren Arbeitslosen ab 50 Jahre ist ein leichter Anstieg von 2,7 Prozent auf nunmehr 6854 Arbeitslose zu verzeichnen. Dies sind aber 2,3 Prozent weniger als im letzten Jahr.

Kräftenachfrage

Insgesamt sind in der Agentur für Arbeit Krefeld derzeit 2530 offene Stellen gemeldet. „ Nach wie vor suchen Unternehmen aus der Metall und Elektrobranche nach geeigneten Mitarbeitern, genauso wie im Pflege- und Gesundheitsbereich. Hier sind auch die größten Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Aber auch in der Verkehrs- und Logistikbranche haben wir noch viele offene Stellen gemeldet“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, Ingo Zielonkowsky.

Im Monat Dezember ist die Zahl der neuen gemeldeten offenen Stellen identisch zum Vormonat. 967 neue Arbeitsangebote konnte der Arbeitgeber-Service aufnehmen. Auch hier wird deutlich, dass die Arbeitgeber zwar Bedarf an Arbeitskräften, es aber im Monat Dezember nicht eilig mit Einstellungen haben: 53 Prozent der neu gemeldeten Stellen sind nicht sofort zu besetzen.

Seit Jahresbeginn wurden in der gesamten Region 12.228 neue offene Stellen für eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt gemeldet, 1.635 Stellen, also 13,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit ist die Zahl der gemeldeten Stellen deutlich höher als vor der Krise 2008/2009 und so hoch wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 2001.

Ausbildungsmarkt

Im Gegensatz zum Arbeitsmarkt ist auf dem Ausbildungsmarkt noch keine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Im Bilanzjahr 2010/2011 meldeten sich 3.796 Bewerber der Agentur für Arbeit. Denen standen 2.988 Ausbildungsstellen gegenüber. Waren Ende September noch 195 Jugendliche gemeldet, die keine Ausbildungsstelle oder eine andere Alternative gefunden haben, so konnte diese Zahl auf 22 im Dezember gesenkt werden.

„Wir hoffen, dass das Verhältnis von Ausbildungsstellen zu Bewerbern sich im nächsten Ausbildungsjahr verbessert“, so Ingo Zielonkowsky. Hartmut Schmitz rät: „Die Unternehmen sollten weitsichtig handeln und in Ausbildung investieren. Denn aufgrund der demografischen Entwicklung ist ein wachsender Fachkräftebedarf absehbar. Wer jetzt nicht handelt, wird es vielleicht in drei Jahren bereuen, gezögert zu haben.“ Ralf Köpke ergänzt: „Und auch den Jugendlichen ist anzuraten, sich so bald wie möglich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen. Die ersten Verträge für 2012 sind jetzt schon unter Dach und Fach. Je länger man wartet, desto schwieriger wird es“.

Infos

Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, vereinbaren bitte einen Termin bei der Berufsberatung unter der Servicenummer 01801 555 111 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42ct/min).

Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, die freie Ausbildungsstellen haben, wenden sich bitte an ihren persönlichen Ansprechpartner und ihre persönliche Ansprechpartnerin oder wählen die Servicenummer 01801 66 44 66 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42ct/min).

(Quelle: Agentur für Arbeit Krefeld, 03.01.2012)

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