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Bilanz des Ausbildungsjahres 2010/2011

Ende September waren bei der Agentur für Arbeit Krefeld noch 195 Jugendliche gemeldet, die eine Ausbildungsstelle suchten und keine andere Alternative gefunden hatten. Damit lag die Zahl der unversorgten Jugendlichen zum Ende des Beratungsjahres (Oktober 2010 bis September 2011) deutlich über dem Niveau der Vorjahre.

In den vergangenen 12 Monaten meldeten sich 3.796 Bewerber bei der Agentur für Arbeit, rund ein Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig haben die Arbeitgeber aus der Region insgesamt 2.955 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 93 oder rund 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Demnach standen rein rechnerisch 100 Bewerbern nur 78 Ausbildungsplätze gegenüber. Weniger als im Krisenjahr 2008/2009.

Damit unterscheidet sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt erheblich von der Lage am Arbeitsmarkt, wo die Kräftenachfrage sich seit Monaten auf sehr hohem Niveau bewegt. „Die Unternehmen sind mit Blick auf die demografische Entwicklung jedoch gut beraten, weitsichtig zu handeln und in Ausbildung zu investieren“, erläutert Ingo Zielonkowsky, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld. „Wer jetzt nicht ausbildet, wird es in 3 Jahren noch schwerer als heute haben, eine geeignete Fachkraft zu finden“, so Zielonkowsky weiter. „Wenn man sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt ansieht, wird deutlich, dass in Krefeld und dem Kreis Viersen noch immer viele Angebote fehlen, um allen Jugendlichen die Chance auf einen guten Start in Berufsleben zu ermöglichen“. Am 30.09. standen den 195 jungen Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz suchten, 89 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

In diesem Jahr konnte auch durch den Einsatz von Ausbildungsalternativen allen Bewerbern ein Angebot gemacht werden. Viele Jugendliche habe sich für einen längeren Schulbesuch entschieden, absolvieren aktuell Lehrgänge zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit oder werden in den nächsten Wochen eine von der Agentur finanzierte Alternative zur betrieblichen Ausbildung beginnen.

Nach wie vor konzentriert sich knapp die Hälfte (41,6 Prozent) aller Bewerber bei der Auswahl ihres Ausbildungswunsches auf die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe. Obwohl es rund 350 anerkannte Ausbildungsberufe gibt, verändern sich die Wünsche der Ausbildungsbewerber seit Jahren kaum, lediglich die Rangfolgen variieren.

„In Deutschland gibt es rund 350 anerkannte Ausbildungsberufe“, sagt Ingo Zielonkowsky, „Jugendliche, die jetzt noch auf der Suche sind, sollten sich unbedingt über Alternativen zum Wunschberuf informieren und die vielfältigen Angebote unserer Berufsberatung nutzen.“

Darüber hinaus bietet die Agentur für Arbeit viele weitere Hilfen an. So werden zum Beispiel Kosten übernommen, die bei Vorstellungsgesprächen oder Aufnahme eines weiter entfernten Ausbildungsplatzes anfallen - sofern der Jugendliche die Mittel nicht selbst aufbringen kann. Auch während der Ausbildung kann die Agentur mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) die Azubis unterstützen, wenn die Leistungen in der Berufsschule nicht ausreichen und Nachhilfe benötigt wird.

„Wer jetzt noch keine Ausbildungsstelle hat, darf nicht aufgeben. Wir werden in den nächsten Wochen gemeinsam mit unseren Partnern im Ausbildungskonsens alle Anstrengungen unternehmen, diese noch unversorgten Jugendlichen auf die freien Ausbildungsstellen zu vermitteln“, erklärte der Leiter der Arbeitsagentur.

Betriebe, die jetzt noch einen Azubi suchen, sollten ihre freie Ausbildungsstelle sofort der Agentur für Arbeit melden, um durch die Nachvermittlungsaktion im Endspurt noch einen geeigneten Auszubildenden oder eine geeignete Auszubildende zu finden. Arbeitgeber erreichen die Ausbildungsvermittlung unter der Rufnummer ihres bekannten Ansprechpartners im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit oder unter der Hotline 01801-664466*.

Aktuelle Informationen über freie Ausbildungsstellen gibt es auch im Internet. Unter www.arbeitsagentur.de kann sich jeder Jugendliche kostenlos informieren und Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben aufnehmen.

(Quelle: Arbeitsagentur Krefeld, 07.11.2011)

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