Stabiler Arbeitsmarkt zum Jahreswechsel
Die Zahl der Arbeitslosen steigt um weniger als ein Prozent. Es gibt gut 7.400 offene Stellen und im Jahresdurchschnitt 2011 unter 50.000 Arbeitslose. Es ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit von 2010 zu 2011 um fast zehn Prozent zu verzeichnen. Die Unterbeschäftigung sinkt gegenüber Dezember 2010 um sieben Prozent auf unter 70.000 Personen.
Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber November um 321 oder 0,7 Prozent auf 44.579. Im Vergleich zum Vorjahr ging sie um 4.675 oder 9,5 Prozent zurück.
Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 8,6 Prozent und lag damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Monats November. Gegenüber Dezember 2010 ging sie um 0,9 Prozentpunkte zurück. Seit Mai 2011 liegt die Kölner Arbeitslosenquote unter der 10-Prozent-Marke. Im Jahresdurchschnitt waren 2011 in Köln 49.564 Frauen und Männer arbeitslos, das sind 4,6 Prozent weniger als 2010. Die Arbeitslosenquote betrug 2011 im Durchschnitt 9,6 Prozent, nach 10,1 Prozent im Jahr zuvor.
„Das Jahr 2011 war insgesamt ein gutes Jahr für den Kölner Arbeitsmarkt“, sagt Karl Tymister, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Köln. „Die Zahl der Arbeitslosen ist im Jahr 2011 um fast 4.700 gesunken. Dank der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen stetig zurückgegangen.“
„Die typische Saisonentwicklung im Winter macht sich dank der milden Witterung bislang kaum bemerkbar“, so Tymister weiter. „So ist die Zahl derer, die arbeitslos geworden sind, im Dezember nur leicht angestiegen. Zugleich melden die Kölner Unternehmen weiterhin viele offene Stellen.“
Die positive Entwicklung des Jahres 2010 habe sich 2011 wiederholt, sogar mit leicht verbesserten Werten, betont Karl Tymister: „Die Eckdaten am Arbeitsmarkt sind stabil, die Tendenz ist positiv.“
Als Beispiele nennt Tymister:
- die Zahl derer, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ist zurückgegangen: 38.447 Frauen und Männer haben 2011 ihre Arbeitsstelle verloren, das sind 630 oder 1,6 Prozent weniger als 2010,
- zugleich ist die Zahl derer, die eine neue Stelle angetreten haben, gestiegen, und zwar um 1.420 oder 4,7 Prozent auf 31.809. Die Kunden des Jobcenters haben davon in besonderem Maß profitiert, hier war der Anstieg mit 12,1 Prozent deutlich höher. 12.166 Kundinnen und Kunden des Jobcenters beendeten 2011 ihre Arbeitslosigkeit, indem sie eine Stelle am 1. Arbeitsmarkt annahmen.
- Die Kölner Arbeitgeber meldeten der Arbeitsagentur 32.796 Stellen, das sind 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Zurzeit sind über 7.400 Stellen zu besetzen. Allein im Dezember kamen 2.699 offene Stellen hinzu.
- Der Anteil der unbefristeten Stellen steigt: Im Dezember sind 81,8 Prozent der gemeldeten Stellen ohne zeitliche Befristung, im Vorjahresmonat waren es 77,7 Prozent. Das deute darauf hin, so Tymister, dass die Arbeitgeber mit Zuversicht ins kommende Jahr gehen.
- Die Unterbeschäftigung geht weiter zurück und beträgt im Dezember 13,1 Prozent – nach 14,4 Prozent im Dezember 2010.
Karl Tymister stellt fest: „Der gute Arbeitsmarkt in diesem Jahr hat es den Arbeitslosen leichter gemacht, ohne Förderung direkt wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Die Förderinstrumente tragen jedoch weiterhin zur aktuellen Arbeitsmarktsituation bei und werden benötigt, damit auch Kunden, die Unterstützung brauchen, ihre Chancen am Arbeitsmarkt nutzen können.“
Ohne die Entlastung durch die Arbeitsmarktpolitik hätte die Arbeitslosigkeit in Köln im Dezember bei 69.626 gelegen, statt bei 44.759. Die Arbeitslosenquote hätte mit 13,1 Prozent die derzeitige Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent um 4,5 Prozentpunkte übertroffen.
„Nahezu alle Personengruppen haben 2011 von der guten Entwicklung auf dem Kölner Arbeitsmarkt profitiert - Ältere wie Jüngere, Männer wie Frauen, Deutsche wie Ausländer“, so Karl Tymister. Lediglich bei den Menschen mit Behinderungen liege die Zahl der Arbeitslosen leicht über dem Vorjahreswert.
Der Kölner Arbeitsmarkt zum Jahresende 2011
Der Winter macht sich am Kölner Arbeitsmarkt im Dezember kaum bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen stieg gegenüber November um 321 oder 0,7 Prozent auf 44.579. Gegenüber dem Vorjahresmonat ging sie um 4.675 oder 9,5 Prozent zurück.
Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 8,6 Prozent und lag damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Novemberwert und um 0,9 unter dem von Dezember 2010.
In allen Personengruppen sinkt die Zahl der Arbeitslosen, wenngleich in unterschiedlichem Umfang. Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen (unter 25 Jahre) liegt mit 3.426 um 260 oder 7,1 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Gegenüber November stieg ihre Zahl jedoch um 123 oder 3,7 Prozent. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit liegt jetzt bei 7,7 Prozent, die jugendspezifische Arbeitslosenquote liegt mit 6,7 Prozent um 1,9 Prozentpunkte unter der allgemeinen Quote von 8,6 Prozent.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den älteren Arbeitslosen (50 bis 64 Jahre) setzte sich fort. Im Vorjahresvergleich sank sie um 591 oder 4,8 Prozent auf 11.686. Der Anteil der älteren an allen Arbeitslosen betrug damit 26,2 Prozent.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (ein Jahr und länger arbeitslos) ging im Dezember gegenüber November um 357 oder 1,8 Prozent auf 19.423 zurück. Im Vorjahresvergleich sank sie um 1.031 oder 5,0 Prozent.
Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), zählte im Dezember 9.587 Arbeitslose, 639 oder 7,1 Prozent mehr als im November. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit allerdings um 2.207 oder 18,7 Prozent.
Im Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), wurden im Dezember 34.992 Arbeitslose gezählt, 318 oder 0,9 Prozent weniger als im November. Gegenüber dem Vorjahreswert sank die Zahl sogar um 2.468 oder 6,6 Prozent.
Neben den statistisch ausgewiesenen 44.579 Arbeitslosen suchten im Dezember 21.675 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, beträgt die so genannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im Dezember insgesamt 69.626 [1]. Gegenüber dem Vormonat sank die Unterbeschäftigung damit um 794 oder 1,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich ging sie um 5.266 oder 7,0 Prozent zurück.
Die Unterbeschäftigungsquote lag im Dezember bei 13,1 Prozent nach 13,3 im November und 14,4 im Vorjahresmonat.
Für den Rückgang der Unterbeschäftigung im Vorjahresvergleich ist vor allem die andauernde Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes verantwortlich. Der Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen sinkt zwar auch, jedoch nicht im gleichen Umfang wie die Arbeitslosigkeit. Der Anteil der registrierten Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung lag im Dezember bei 64,0 Prozent. Im Vormonat betrug der Anteil 62,4 Prozent.
Das Kundenzentrum der Arbeitsagentur verzeichnet einen Rückgang der Unterbeschäftigung im Vorjahresvergleich von 2.025 Personen oder 11,3 Prozent auf 15.835. Im Jobcenter verringerte sich die Unterbeschäftigung im gleichen Zeitraum um 3.241 oder 5,7 Prozent auf 53.791.
Der Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen entlastete den Arbeitsmarkt im November rechnerisch um 25.047 Personen. Im Vorjahresmonat lag dieser Effekt bei 25.638. Ohne den Entlastungseffekt insbesondere der arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten – die Kurzarbeit ist hierbei nicht berücksichtigt – hätte die Arbeitslosigkeit in Köln im Dezember bei 69.626 gelegen, statt bei 44.579. Die Arbeitslosenquote hätte mit 13,1 Prozent die derzeitige Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent um 4,5 Prozentpunkte übertroffen.
Im Jahresverlauf mussten sich 38.447 Kölnerinnen und Kölner nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos melden. Das sind 630 oder 1,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Kundenzentrum der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung, SGB III) verzeichnete einen Rückgang (minus 1.531 oder 5,1 Prozent auf 28.421), während im Jobcenter (Grundsicherung, SGB II) ein Anstieg im Vorjahresvergleich zu verzeichnen war (plus 901 oder 9,9 Prozent auf 10.026).
Durch die Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt konnten im Jahr 2011 31.809 Arbeitslose ihre Arbeitslosigkeit beenden, 1.420 oder 4,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Kundenzentrum der Arbeitsagentur) lag der Wert mit 19.643 um 109 oder 0,6 Prozent über dem Vorjahreswert und im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter Köln) mit 12.166 um 1.311 oder 12,1 Prozent darüber.
Mit 7.411 offenen Stellenangeboten standen im Dezember 240 Stellen oder 3,3 Prozent mehr zur Besetzung an als vor einem Jahr. Hiervon waren 7.141 [2] Stellen sozialversicherungspflichtig, 203 oder 2,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im bisherigen Jahresverlauf sind der Arbeitsagentur Köln insgesamt 32.796 Stellen zur Besetzung angeboten worden, 98 oder 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon waren 31.007 Stellen für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse (94,5 Prozent).
Von den 7.411 offenen Stellen im Dezember entfielen 96,4 Prozent (7.141) auf sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten. Geringfügige Arbeitsstellen umfassten 3,1 Prozent des gesamten Stellenangebots (230; so genannte „400-Euro-Jobs“). Mit 5.415 waren 73,1 Prozent der Stellenangebote unbefristet, während 26,9 Prozent (1.996) befristet waren. Insgesamt 1.217 Stellen (16,4 Prozent) betrafen Teilzeitarbeitsplätze.
Die Kräftenachfrage umfasste im Dezember eine breite Berufspalette [3]: Am stärksten nachgefragt wurden im Dezember Berufe aus dem Berufsbereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (1.735 freie Stellen im Bestand), dem Berufsbereich „Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus“ (1.216), den Metall- und Elektroberufen (1.196) [4], dem Berufsbereich „Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht, Verwaltung“ (919), dem Berufsbereich „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ (750), dem Berufsbereich „Geisteswissenschaften, Kultur, Gestaltung“ (428), dem Berufsbereich „Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik“ (417), dem Berufsbereich „Naturwissenschaft, Geografie, Informatik“ (358), darunter allein 293 Stellen für Informatik- und andere ITK-Berufe.
Kölner Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen die Arbeitsagentur telefonisch unter der Arbeitgeber-Service-Rufnummer 01801 66 44 66 (3,9 Cent je Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. Mobilfunkpreise höchstens 42 Cent / min.), per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder per Fax unter 0221 9429-1695.
[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest. Aufgrund einer Weiterentwicklung des Messkonzepts wurden die Daten zur Unterbeschäftigung im Mai 2011 bezüglich vorruhestandsähnlicher Regelungen, (kurzfristiger) Arbeitsunfähigkeit sowie arbeitsmarktpolitischer Fremdförderung erweitert.
[2] Ab Berichtsmonat Juli 2010 erfasst die BA-Statistik über die gemeldeten Arbeitsstellen als gemeldete Arbeitsstellen nur noch jene für Beschäftigungen am ersten Arbeitsmarkt. Dabei wird unterschieden in Stellen für sozialversicherungspflichtige, geringfügige und sonstige (Praktika-/ Traineestellen) Arbeitsstellen.
Durch die Umstellung in der Statistik liegt das neue Niveau der gemeldeten Arbeitsstellen niedriger als die frühere Gesamtzahl. Das ist grundsätzlich bei Vergleichen mit alten Zeitreihen zu berücksichtigten.
[3] Im Folgenden gemäß der neuen Klassifizierung der Berufe (KldB 2010; hier: Berufsbereiche und Berufshauptgruppen), die die bisherige Klassifizierung (KldB 1988) ablöst.
[4] Kumuliert aus den Berufshauptgruppen „Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau“ (287 freie Stellen im Bestand), „Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe“ (371), „Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe“ (456) sowie „Technische Entwicklung, Konstruktion, Produktionsteuerung“ (82).
(Quelle: Arbeitsagentur Köln, 03.01.2012)


