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Job-Speed-Dating im Rhein-Energie-Stadion: Arbeitsverträge statt Bundesliga-Punkte

Mehr als 3.700 Gespräche haben Arbeitgeber und Arbeitsuchende gestern beim zweiten Kölner „Job-Speed-Dating“ der Agentur für Arbeit Köln und des Jobcenters Köln im Rhein-Energie-Stadion geführt. Wo am Wochenende Fußballfans den Profis beim Ballkontakt zuschauen, ging es diesmal darum, die Chancen auf einen Arbeits-platz bzw. auf die Gewinnung eines neuen Mitarbeiters auszuloten. Und die Chancen stehen gut: Fast 600 ausführliche Vorstellungsgespräche sind bereits während des Job-Speed-Datings vereinbart worden.

Knapp 1.000 arbeitsuchende Kundinnen und Kunden von Agentur für Arbeit Köln bzw. Jobcenter Köln nutzten gestern die Möglichkeit, sich in Zehn-Minuten-Gesprächen bei möglichst vielen der über 60 Arbeitgeber vorzustellen, darunter Einzelhandel, Speditionen, Call Center, Versicherungen, Einrichtungshäuser und Systemgastronomie, aber auch Personaldienstleister. Insgesamt hatten die Arbeitgeber rund 1.200 freie Stellen zu besetzen.

Alle Bewerberinnen und Bewerber hatten vorab ein persönliches Coaching bekommen. Olaf Wagner, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Köln, erläutert: „Die Coaches sind mit ihnen ihre Berufsbiografie durchgegangen, haben Tipps zum Auftreten gegeben und vor allem die Zehn-Minuten-Gespräche trainiert, in denen die Berufserfahrung besonders kurz und prägnant dargestellt werden muss.“

Ein Arbeitsvertrag wurde direkt beim Job-Speed-Dating geschlossen. In den Wochen und Monaten nach der Veranstaltung werden die Kontakte weiter gepflegt: 77 Prozent der Bewerberinnen und Bewer-ber sind von den Arbeitgebern als „geeignet“ eingestuft worden. Fast 2.400mal haben die Arbeitgeber nach dem Gespräch um die kompletten Bewerbungsunterlagen gebeten. „Erfahrungsgemäß kommen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Job-Speed-Datings im Verlauf der nächsten Monate in Arbeit – im letzten Jahr hat jeder vierte eine Stelle bekommen“, weiß Klaus Müller-Starmann, Geschäftsführer des Jobcenters Köln.

Roswitha Stock, Leiterin der Arbeitsagentur Köln, rechnet damit, dass es diesmal deutlich mehr sein werden: „Viele Unternehmen suchen zurzeit intensiv nach neuen Kräften, der Arbeitsmarkt ist sehr aufnahmefähig. Mit dieser Methode des direkten Gesprächs von Mensch zu Mensch finden Arbeitgeber Kandidatinnen und Kandidaten, die gut in ihr Unternehmen passen und die sie weiter aufbauen können – ein neuer Weg angesichts des drohenden Fachkräftemangels. Auf der anderen Seite haben auch Kandidatinnen und Kandidaten eine gute Chance, die viel zu bieten haben, aber aufgrund von Besonderheiten im Lebenslauf durchs Raster gefallen wären.“ So wie der Mittfünfziger, die über 30 Jahre als Druckereihelfer bei Bauerdruck gearbeitet hat und nach 200 Absagen nun seine ersten Vorstellungsgespräche führt: „Endlich kann ich zeigen, dass ich arbeiten will und kann.“

(Quelle: Argentur für Arbeit Köln, 07.12.2011)

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