Kampagne zur Fachkräftesicherung: Gelungener Start der Kölner Aktion Altenpflege
Großen Anklang fand der gestrige Infotag in 57 Kölner Altenpflegeeinrichtungen „Offene Türen für Deine Zukunft“. Etwa 200 interessierte Schüler nahmen die Gelegenheit wahr, sich über die Berufe rund um die Pflege alter Menschen zu informieren. Stadt und Arbeitsagentur haben das Bündnis „Aktion Altenpflege Köln“ (www.aktion-altenpflege.info) ins Leben gerufen. Denn schon heute liegt das Verhältnis Zugang Arbeitslose je Zugang offene Stelle bei den examinierten Altenpfleger/-innen landesweit bei 0,7 Arbeitslosen pro Stelle (3.903 Arbeitslose, 5.426 Stellen).
Die demografische Entwicklung droht die Situation zu verschärfen. Die Zahl der Geburten in Deutschland geht seit Jahren zurück. Die Bevölkerungszahl sinkt. Der Anteil der Älteren an der Bevölkerung sowie deren Lebenserwartung steigt. Das bedeutet: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird also steigen, während gleichzeitig die Zahl der potenziellen Nachwuchskräfte sinkt. Auf den ersten Blick scheint Köln von den Auswirkungen des demografischen Wandels verschont zu bleiben. Hier wuchs seit Beginn dieses Jahrtausends die Bevölkerung, während sie im Land NRW schrumpfte. Und die Bevölkerungsprognosen sagen Köln eine stabile Bevölkerungsentwicklung voraus. Im Jahr 2035 sehen sie die Bevölkerungszahl bei 1.029.700 Einwohnern. Damit hätte Köln im Jahre 2035 sogar noch etwa 5.400 Einwohnerinnen und Einwohner mehr als heute.
„Köln importiert allerdings die demografische Entwicklung. Denn etwa die Hälfte der Beschäftigten in Köln wohnt außerhalb Kölns. Und in den umliegenden Kreisen sinken die Schülerzahlen, in den nächsten zehn Jahren insgesamt um zehn Prozent. Bei den Absolventen mit Hauptschulabschluss oder Fachoberschulreife sind es sogar knapp 20 Prozent“, so Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln. „Das ‚Kölner Bündnis Altenpflege‘ ist die richtige Strategie zur künftigen Fachkräftesicherung. Es könnte als Blaupause für andere Branchen mit Fachkräfteengpässen dienen.“
„Wir werben bei den Schülerinnen und Schülern realistisch und nachhaltig für den Zukunftsberuf Altenpfleger/-in. Denn auch Köln wird trotz Zuzugs vieler junger Menschen ‚altern’, Wir erwarten bis 2025 zehn Prozent mehr 60-Jährige, sogar 20 Prozent mehr Pflegebedürftige in dieser Altersklasse. Und von den über 80-Jährigen wird es 35 Prozent mehr geben“, so Stephan Santelmann, Leiter des städtischen Sozialamtes. „Weil auch Pflege in der Familie seltener wird, haben wir künftig einen großen Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften in Köln. Und dem wollen wir gerecht werden.“
Beide sind sich einig: Die Kampagne wird fortgeführt. Nach der Auswertung des Infotags wird das Bündnis „Aktion Altenpflege Köln“ weitere Schritte angehen.
Die qualitativ hochwertige dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger oder zur Altenpflegerin umfasst 2.100 Stunden Theorie und 2.500 Stunden Praxis. Die tariflich geregelte Bezahlung ist überdurchschnittlich hoch. Nach der Ausbildung gibt es zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten, etwa durch Studium, Weiterbildung und Fachpflege. Die Quote der Azubis, die nach ihrer Ausbildung direkt eine Stelle bekommen, liegt bei fast 100 Prozent.
(Quelle: Arbeitsagentur Köln, 17.11.2011)


