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Ein freundlicher Herbst auf dem Arbeitsmarkt

Die Kölner Arbeitslosenquote sinkt auf 9 Prozent, also 46.677 Arbeitslose. Das macht einen Rückgang gegenüber September um 1.246 Personen oder 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr simd das minus 3.770 Personen bzw. 7,5 Prozent. Junge Fachkräfte sind bei Arbeitgebern besonders gefragt: Es gibt einen Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit um fast 12 Prozent. Dabei sind fast 3.000 freie Stellen gemeldet, was der drittbeste Wert in diesem Jahr ist. Die Förderung stützt weiterhin den Kölner Arbeitsmarkt: Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 13,4 Prozent.

Die Arbeitslosenzahl in Köln ging damit nach einem vorübergehenden Anstieg in den Ferienmonaten Juli und August im Oktober weiter zurück auf nunmehr 46.677 Arbeitslose, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,0 Prozent.

Gegenüber dem September ist die Arbeitslosenzahl um 1.246 oder 2,6 Prozent gesunken; die Arbeitslosenquote ging von 9,2 auf 9,0 Prozent zurück.

Der Rückgang im Vergleich zum Oktober des Vorjahres fällt sehr deutlich aus: Um 3.770 Arbeitslose ist die Zahl innerhalb eines Jahres zurückgegangen, das entspricht 7,5 Prozent. Damals lag die Quote bei 9,8 Prozent.

„Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober nochmals gesunken, und von dieser guten Entwicklung konnten alle Gruppen profitieren, wenngleich unterschiedlich stark“, sagt Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln. Sie kommentiert: „Der Aufwärtstrend ist typisch für den Herbst. So haben die Arbeitgeber uns wiederum zahlreiche Stellen gemeldet – mit knapp 3.000 ist das der dritthöchste Wert in diesem Jahr. Es haben sich weniger Menschen nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos melden müssen. Die gute Konjunktur macht sich auch bei den Kundinnen und Kunden des Jobcenters bemerkbar, die im Vergleich zum Vorjahr häufiger eine Arbeit finden.“

Agenturchefin Stock rechnet damit, dass die Arbeitsmarktentwicklung bis zum Wintereinbruch stabil bleibt.

„Die Jüngeren sind zurzeit besonders gefragt, sie haben guten Chancen, schon nach kurzer Arbeitslosigkeit eine neue Stelle anzutreten. Für ältere Arbeitslose ist es dagegen deutlich schwieriger, wieder in den Arbeitsmarkt hineinzukommen“, bedauert Roswitha Stock. Die Zahl der über 50jährigen Arbeitslosen ist gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent gesunken, während die Zahl der Arbeitslosen insgesamt um 7,5 Prozent und die der jüngeren sogar um 11,9 Prozent zurückging.

Roswitha Stock betont: „Wenn Fachkräfte knapper werden, ist das umso mehr ein Grund, die Potenziale aller Arbeitslosen zu nutzen. Viele ältere Arbeitslose sind gut oder sogar ausgezeichnet qualifiziert. Sie zeichnen sich durch Zuverlässigkeit und gutes Fachwissen aus. Etliche würden unterhalb ihres Qualifikationsniveaus arbeiten, um wieder eine Stelle zu finden. Sie wünschen sich nichts mehr, als dass Arbeitgeber ihnen eine Chance geben, ihre Anpassungsbereitschaft und ihren Einsatzwillen zu beweisen.“

Die Agenturchefin appelliert an Arbeitgeber, sich verstärkt Arbeitskräften zuzuwenden, die noch nicht alle gewünschten Qualifikationen mitbringen: „Viele Arbeitslose sind gern bereit, sich in eine neue Materie einzuarbeiten und zusätzliche Kenntnisse zu erwerben. Betriebe, die dafür offen sind, finden schneller und leichter neue Mitarbeiter.“

Nach dem erfolgreichen Job-Speed-Dating des vergangenen Jahres bieten Agentur für Arbeit Köln und Jobcenter Köln erneut den Kölner Unternehmen ein solches Forum für die Personalrekrutierung an. Innerhalb eines Tages können sie in Kurzgesprächen zahlreiche Bewerber kennen lernen und so auf effiziente Weise neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich gewinnen. Für die Veranstaltung, die am 6. Dezember 2011 im Rhein-Energie-Stadion stattfindet, können sich Arbeitgeber noch beim gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcenter anmelden.

Personalengpässe existieren in Köln bereits in etlichen Teilmärkten:

  • in Gesundheits-, Pflege-, Sozial- und Erziehungsberufen,
  • in IT-Berufen,
  • in Ingenieurberufen
  • einzelnen Handwerksberufen wie den Bau- und Ausbaugewerken,
  • bei Fachkräften im Bereich Steuern und Recht,
  • in vielen Verkehrsberufen und
  • in den Dienstleistungsberufen des Hotel- und Gastgewerbes.

Die positive Entwicklung auf dem Kölner Arbeitsmarkt wird auch im Oktober weiter durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen gestützt. Zur Unterbeschäftigung im engeren Sinne, die Arbeitslose, Frauen und Männer in beruflicher Weiterbildung, in Arbeitsgelegenheiten, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit und in vorruhestandsähnlichen Regelungen umfasst, zählen im Oktober 67.758 Personen. Das sind 643 Personen oder 0,9 Prozent weniger als im September und 5.100 bzw. 7,2 Prozent weniger als im Oktober des vergangenen Jahres. Die Quote der Unterbeschäftigung, die zusätzlich von Jobcenter und Arbeitsagentur geförderte Existenzgründer sowie Menschen in Altersteilzeit umfasst, liegt im Oktober bei 13,4 Prozent.

Der Kölner Arbeitsmarkt im Oktober 2011

Erwartungsgemäß setzte sich der Abbau der Arbeitslosigkeit im Oktober weiter fort. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber September um 1.246 oder 2,6 Prozent auf 46.677. Gegenüber dem Vorjahresmonat ging sie um 3.770 oder 7,5 Prozent zurück.

Die Arbeitslosenquote sank im Oktober auf 9,0 Prozent und lag damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Septemberwert und um 0,8 unter dem von Oktober 2010.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich profitierten am stärksten die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren. Um 474 oder 11,9 Prozent ging die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe zurück.

Die Arbeitslosigkeit baut sich bei den älteren Jahrgängen langsamer ab als bei den jüngeren: Die Zahl der älteren Arbeitslosen (50 bis 64 Jahre) ging im Vorjahresvergleich um 180 oder 1,5 Prozent zurück.

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen sinkt somit stärker als die der Arbeitslosen ab 50 Jahre. Dadurch steigt ihr Anteil an allen Arbeitslosen. Im Oktober betrug er 26,1 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (ein Jahr und länger arbeitslos) ging im Oktober gegenüber September um 229 oder 1,1 Prozent auf 20.235 zurück. Im Vorjahresvergleich sank sie um 1.063 oder 5,0 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), zählte im Oktober 10.050 Arbeitslose, 248 oder 2,4 Prozent weniger als im September. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit weiter, und zwar um 2.193 oder 17,9 Prozent.

Im Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), wurden im Oktober 36.627 Arbeitslose gezählt, 998 oder 2,7 Prozent weniger als im September. Gegenüber dem Vorjahreswert sank die Zahl um 1.577 oder 4,1 Prozent.

Neben den statistisch ausgewiesenen 46.677 Arbeitslosen suchten im Oktober 21.081 Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren Sinne). Zählt man noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit und Altersteilzeit hinzu, beträgt die so genannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos Gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im September insgesamt 70.944 [1]. Gegenüber dem Vormonat sank die Unterbeschäftigung damit um 589 oder 0,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich ging sie um 5.521 oder 7,2 Prozent zurück.

Die Unterbeschäftigungsquote lag im Oktober bei 13,4 Prozent nach 13,5 im September und 14,7 im Vorjahresmonat.

Für den Rückgang der Unterbeschäftigung im Vorjahresvergleich ist zum einen die andauernde Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes verantwortlich. Zum anderen geht der Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zurück. Das Kundenzentrum der Arbeitsagentur verzeichnet einen Rückgang der Unterbeschäftigung im Vorjahresvergleich von 2.138 Personen oder 11,6 Prozent auf 16.277. Im Jobcenter verringerte sich die Unterbeschäftigung im gleichen Zeitraum um 3.383 oder 5,8 Prozent auf 54.667.

Der Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen entlastete den Arbeitsmarkt im Oktober rechnerisch um 24.267 Personen. Im Vorjahresmonat lag dieser Effekt bei 26.018. Ohne den Entlastungseffekt insbesondere der arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten – die Kurzarbeit ist hierbei nicht berücksichtigt – hätte die Arbeitslosigkeit in Köln im Oktober bei 70.944 gelegen, statt bei 46.677. Die Arbeitslosenquote hätte mit 13,4 Prozent die derzeitige Arbeitslosenquote von 9,0 Prozent um 4,4 Prozentpunkte übertroffen.

Im bisherigen Jahresverlauf (Januar bis Oktober) mussten sich 32.015 Kölnerinnen und Kölner nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos melden. Das sind 816 oder 2,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Kundenzentrum der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung, SGB III) verzeichnete einen Rückgang (minus 1.675 oder 6,6 Prozent auf 23.836), während im Jobcenter (Grundsicherung, SGB II) ein Anstieg im Vorjahresvergleich zu verzeichnen war (plus 859 oder 11,7 Prozent auf 8.179).

Durch die Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt konnten seit Januar 26.434 Arbeitslose ihre Arbeitslosigkeit beenden, 1.301 oder 5,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Kundenzentrum der Arbeitsagentur) lag der Wert mit 16.643 um 259 oder 1,6 Prozent über dem Vorjahreswert und im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter Köln) mit 9.791 um 1.042 oder 11,9 Prozent darüber.

Mit 8.030 offenen Stellenangeboten standen im Oktober 123 Stellen oder 1,6 Prozent mehr zur Besetzung an als vor einem Jahr. Hiervon waren 7.497 [2] Stellen sozialversicherungspflichtig, 43 oder 0,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im bisherigen Jahresverlauf (Januar bis Oktober) sind der Arbeitsagentur Köln insgesamt 27.322 Stellen zur Besetzung angeboten worden, 155 oder 0,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon waren 25.706 Stellen für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse (94,1 Prozent).

Die Kräftenachfrage umfasste im Oktober eine breite Berufspalette [3]: Am stärksten nachgefragt wurden Arbeitskräfte aus dem Berufsbereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (1.801 freie Stellen im Bestand), dem Berufsbereich „Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus“ (1.488), den Metall- und Elektroberufen (1.226) [4], dem Berufsbereich „Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht, Verwaltung“ (961), dem Berufsbereich „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ (697), dem Berufsbereich „Geisteswissenschaften, Kultur, Gestaltung“ (507), dem Berufsbereich „Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik“ (538), dem Berufsbereich „Naturwissenschaft, Geografie, Informatik“ (365), darunter allein 272 Stellen für Informatik- und andere ITK-Berufe. Kölner Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen die Arbeitsagentur telefonisch unter der Arbeitgeber-Service-Rufnummer 01801 66 44 66 (3,9 Cent je Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. Mobilfunkpreise höchstens 42 Cent / min.), per E-Mail unter Koeln.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder per Fax unter 0221 9429-1695.

Der Kölner Ausbildungsmarkt im Oktober 2011

Die Ergebnisse des Berufsberatungsjahres 2010/2011 werden bundesweit einheitlich am 7. November 2011 bilanziert.

Die Arbeitsagentur lädt die Redaktionen hierzu gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer zu einem Pressegespräch ein. Sie erhalten umgehend ein Einladungsschreiben zu dieser Veranstaltung.

[1] Die Datenangaben basieren auf vorläufigen Werten, die auf der Basis der bisher erfassten Fallzahlen hochgerechnet wurden. Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest. Aufgrund einer Weiterentwicklung des Messkonzepts wurden die Daten zur Unterbeschäftigung im Mai 2011 bezüglich vorruhestandsähnlicher Regelungen, (kurzfristiger) Arbeitsunfähigkeit sowie arbeitsmarktpolitischer Fremdförderung erweitert.

[2] Ab Berichtsmonat Juli 2010 erfasst die BA-Statistik über die gemeldeten Arbeitsstellen als gemeldete Arbeitsstellen nur noch jene für Beschäftigungen am ersten Arbeitsmarkt. Dabei wird unterschieden in Stellen für sozialversicherungspflichtige, geringfügige und sonstige (Praktika-/ Traineestellen) Arbeitsstellen. Durch die Umstellung in der Statistik liegt das neue Niveau der gemeldeten Arbeitsstellen niedriger als die frühere Gesamtzahl. Das ist grundsätzlich bei Vergleichen mit alten Zeitreihen zu berücksichtigten.

[3] Im Folgenden gemäß der neuen Klassifizierung der Berufe (KldB 2010; hier: Berufsbereiche und Berufshauptgruppen), die die bisherige Klassifizierung (KldlB 1988) ablöst.

[4] Kumuliert aus den Berufshauptgruppen „Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau“ (301 freie Stellen im Bestand), „Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe“ (399), „Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe“ (434) sowie „Technische Entwicklung, Konstruktion, Produktionsteuerung“ (92).

(Quelle: Arbeitsagentur Köln, 02.11.2011)

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