Arbeitslosenzahl nur leicht angestiegen
13.818 Personen suchen im Dezember eine neue Beschäftigung, 35 mehr als noch im November. "Dieser Anstieg bei der Arbeitslosigkeit ist für einen Dezember moderat. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres lässt sich mit minus 16 Prozent ein deutlicher Rückgang bei der Arbeitslosigkeit verzeichnen", so Michael Stechele, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Iserlohn. Er führt fort: „Die gute wirtschaftliche Lage der meisten heimischen Unternehmen und das weiterhin milde Wetter tragen dazu bei.“
Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquote
Im Dezember sind im Märkischen Kreis 13.818 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit damit im Märkischen Kreis um 16 Prozent (-2.624 Personen). Von der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren alle Personengruppen. Betrachtet man die Entwicklung zum Vormonat, ist eine nur leichte Steigerung der Arbeitslosigkeit festzustellen. Von diesem moderaten Anstieg sind die 20-25-Jährigen und die 50-55-Jährigen betroffen. 1.040 Personen unter 25 Jahre sind im Monat Dezember beschäftigungslos (+17 Personen). Erfreulich, im Vergleich zum Vorjahresmonat ist ein Sechstel der Personen dieser Altersgruppe weniger arbeitslos gemeldet. 4.553 Personen über 50 Jahre sind im Dezember auf Beschäftigungssuche (+59 Personen), was jedoch 13 Prozent weniger als im Vorjahr ausmacht (-683 Personen).
„Menschen mit Behinderung haben zunehmend bessere Chancen und das stimmt mich positiv. 1.175 Personen mit Schwerbehinderung sind aktuell bei der Agentur für Arbeit Iserlohn gemeldet. Das sind 2,7 Prozent und damit 32 Personen mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kann im dritten Monat in Folge ein Rückgang verzeichnet werden. Dieser Rückgang zum Vorjahr liegt jetzt bei 6,2 Prozent und 77 Personen. Alle anderen Personengruppen profitieren im Vorjahresvergleich jedoch weitaus stärker von der Dynamik am Arbeitsmart“, erklärt Stechele. Die Arbeitslosenquote (AQ), errechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, beträgt im Märkischen Kreis aktuell 6,2 Prozent. Sie liegt damit 0,1 Prozentpunkte leicht über der Quote des Vormonats und 1,1 Prozentpunkte unter der des Vorjahresmonats. Die aktuelle Quote erreicht damit die Quote aus März 2008 (AQ: 6,2), dem Frühjahr vor Krisenbeginn.
Komponenten der Unterbeschäftigung
Arbeitslosigkeit kann durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente für zahlreiche Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Iserlohn beendet oder verhindert werden. Im Dezember befinden sich 1.146 Personen in einer beruflichen Weiterbildung, 974 Personen sind in einer Arbeitsgelegenheit beschäftigt. Als arbeitsuchend gelten im Dezember außerdem 550 Personen, mit deren intensiver Betreuung und Vermittlung ein Dritter beauftragt wurde. 862 erhalten beschäftigungsbegleitende Leistungen, wie z.B. den Gründungszuschuss bei Existenzgründungen (481 Personen) oder befinden sich in Altersteilzeit (352 Personen).
Die Unterbeschäftigungsquote definiert die Größenordnung auf dem Arbeitsmarkt, mit der die Agentur für Arbeit Iserlohn sowie das Jobcenter Märkischer Kreis tatsächlich arbeiten. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des SGB III gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.
Sie liegt im Märkischen Kreis im Dezember 2011 bei 8,7 Prozent; im Vorjahr noch bei 10,0 Prozent. Sie sinkt im Vorjahresvergleich mit 1,3 Prozentpunkten Rückgang damit deutlich stärker als die Arbeitslosenquote (-1,1 Prozentpunkte). Daraus ist ablesbar, dass nach der Krise die Bedeutung der finanziell geförderten Arbeitsmarktpolitik abgenommen hat und der Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht auf einen stärkeren Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente zurückzuführen ist.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Die Zahl der Arbeitslosen summiert sich im Märkischen Kreis aus Kunden der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit Iserlohn) als auch aus Kunden der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Jobcenter Märkischer Kreis). Die Entwicklung verläuft leicht unterschiedlich. Bei der Arbeitslosenversicherung steigt die Zahl der Beschäftigungssuchenden saisonal bedingt an; im Bereich der Grundsicherung reduziert sich diese hingegen.
Agentur für Arbeit
Die Agentur für Arbeit Iserlohn ist für etwas mehr als ein Viertel aller Arbeitslosen im Märkischen Kreis zuständig. Die Zahl der Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit Iserlohn (Arbeitslosenversicherung) betreut werden, ist im Wintermonat Dezember leicht angestiegen. Aktuell sind insgesamt 3.810 Personen in der Arbeitslosenversicherung arbeitslos gemeldet. Das sind 2,3 Prozent (+86 Personen) mehr als noch im November dieses Jahres, jedoch knapp ein Viertel weniger als im Dezember 2010. Die Arbeitslosigkeit bei der Arbeitslosenversicherung liegt auch im Dezember deutlich unter dem Niveau von 2008, dem Zeitraum vor der Krise. Eine geringere Arbeitslosenanzahl als im Dezember dieses Jahres ist für die Vergangenheit im Versicherungsbereich nicht bekannt.
Von der Verbesserung des Arbeitsmarktes im Vergleich zum Vorjahr profitieren alle Personengruppen, während sich der moderate Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Dezember auf beinahe alle Altersgruppen verteilt.
Einen Rückgang auch zum Vormonat dahingegen konnte die Personengruppe der Menschen mit Schwerbehinderung verzeichnen.
„Mich erfreut der Rückgang sehr, zumal wir seit September versuchen für den Personenkreis der Menschen mit Schwerbehinderung zu sensibilisieren und auf das Potential dieser Personengruppe aufmerksam zu machen. 436 Menschen mit Schwerbehinderung sind im Dezember bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet; 20 Personen und 4,4 Prozent weniger als im Monat November“, betont Stechele.
Jobcenter Märkischer Kreis
Im Jobcenter Märkischer Kreis ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 51 (0,5 Prozent) auf 10.008 Personen gesunken. „Durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit erreicht das Jobcenter die niedrigste Arbeitslosenzahl seit Februar 2009“, sagt Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis. Volker Riecke hebt zudem positiv hervor, dass sich im Vorjahresvergleich die Anzahl der vom Jobcenter betreuten Arbeitslosen um 1.379 Personen bzw. um 12,1 Prozent ermäßigt hat und von diesem Rückgang alle Personen- und Altersgruppen profitierten: Vor allem die Anzahl der unter 25-jährigen ohne Arbeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 159 Personen und damit 22,6 Prozent auf 543 verringert. Die Anzahl der Personengruppe der Langzeitarbeitslosen ist um 455 Personen (-8,6 Prozent) auf 4.814 zurückgegangen.
Arbeitskräftenachfrage
Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit Iserlohn und Jobcenter Märkischer Kreis wurden im Dezember 873 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das sind 32 Stellen weniger als noch im November. Neben Stellenmeldungen von Personaldienstleistern konnte der Arbeitgeberservice viele Stellenmeldungen aus der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, dem verarbeitenden Gewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, sowie dem Bau- und Gastgewerbe aufnehmen. Betrachtet man die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Stellenmeldungen von Januar bis Dezember 2011 und vergleicht diese mit den Meldungen des Jahres 2008, so wurden 10,9Prozent mehr Stellen (+1.151 Stellen) gemeldet als im Vorkrisenjahr.
Insgesamt sind derzeit 2.203 ungeförderte sozialversicherungspflichtigeStellenangebote im Bestand der Agentur für Arbeit Iserlohn gemeldet. Mit 12,9 Prozent mehr gemeldeten Stellen als im Dezember 2010 baut sich der Bestand an unbesetzten Stellen weiter auf. „Nach wie vor nehmen die Besetzungsprobleme in einigen Berufsfeldern und Wirtschaftszweigen nicht ab. Darunter zählen die Berufe im Elektrobereich, im Gesundheitsbereich, aber auch bei den Berufskraftfahrern. Ein Fachkräftebedarf ist erkennbar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gemeinsamen Arbeitgeberservice versuchen in Gesprächen mit Arbeitgebern daher stets zu verdeutlichen, dass noch viele Potentiale zur Fachkräftesicherung genutzt werden können“, so Michael Stechele.
(Quelle: Arbeitsamt Iserlohn, 03.01.2012)


