Milder Winter und wenig Zugänge in Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenzahl weiterhin rückläufig
13.783 Personen suchen im November eine neue Beschäftigung, weniger als noch im Oktober. "Dass sich die Arbeitslosigkeit auch im November noch weiter reduziert, liegt mit am milden Winter. Im Vergleich zum November des Vorjahres lässt sich mit 16 Prozent ein deutlicher Rückgang bei der Arbeitslosigkeit verzeichnen", so Michael Stechele, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Iserlohn. Er führt fort: „Die Arbeitskräftenachfrage ist in diesem Monat wieder leicht angestiegen. 905 sozialversicherungspflichtig gemeldete Stellen konnte der Arbeitgeberservice im November aufnehmen.“
Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquote
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Hinter den Rückgängen der Arbeitslosigkeit steckt eine hohe Dynamik des Arbeitsmarktes: die Zu- und Abgänge in und aus der Arbeitslosigkeit. Im November sind im Märkischen Kreis 13.783 Personen arbeitslos, 0,2 Prozent weniger als im Oktober (- 23 Personen) und 16,0 Prozent weniger als im November 2010 (-2.627 Personen). Diese positive Entwicklung am Arbeitsmarkt im Monat November erklärt sich hauptsächlich aus dem geringen Zugang aus Erwerbstätigkeit.
„Abgänge aus Arbeitslosigkeit erfolgen überwiegend aus der Altersgruppe der unter 25 Jährigen. 1.023 Personen unter 25 Jahre sind im Monat November beschäftigungslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist ein Fünftel der Personen dieser Altersgruppe weniger arbeitslos gemeldet“, erklärt Stechele.
Nicht alle Personenkreise profitieren jedoch in diesem Monat vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Bei den Arbeitslosen über 50 Jahren steigt die Arbeitslosigkeit leicht an. Sie liegt um 0,3 Prozent bzw. 15 Personen über dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr sind dagegen 14,1 Prozent bzw. 738 Personen weniger in dieser Altersgruppe ohne Beschäftigung. Aktuell sind 4.494 arbeitslos gemeldete Personen älter als 50 Jahre.
Auch bei den Menschen mit Schwerbehinderung ist eine Schwächung zum Vormonat erkennbar. 1.207 Personen mit Schwerbehinderung sind aktuell bei der Agentur für Arbeit Iserlohn gemeldet. Das sind 1,1 Prozent und damit 13 Personen mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kann den zweiten Monate in Folge jedoch ein Rückgang verzeichnet werden. Dieser Rückgang liegt bei 2,7 Prozent und 34 Personen. Alle anderen Personengruppen profitieren im Vorjahresvergleich jedoch weitaus stärker von der Dynamik am Arbeitsmarkt.
Die Arbeitslosenquote (AQ), errechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, beträgt im Märkischen Kreis aktuell 6,1 Prozent. Sie liegt damit 0,1 Prozentpunkte unter der Quote des Vormonats und 1,2 Prozentpunkte unter der des Vorjahresmonats. Die aktuelle Quote erreicht damit die Quote aus April 2008 (AQ: 6,1), dem Frühjahr vor Krisenbeginn.
Komponenten der Unterbeschäftigung
Arbeitslosigkeit kann durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente für zahlreiche Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Iserlohn beendet oder verhindert werden. Im Oktober befinden sich 1.137 Personen in einer beruflichen Weiterbildung, 921 Personen sind in einer Arbeitsgelegenheit beschäftigt. Als arbeitsuchend gelten im November außerdem 663 Personen, mit deren intensiver Betreuung und Vermittlung ein Dritter beauftragt wurde. 860 erhalten beschäftigungsbegleitende Leistungen, wie z.B. den Gründungszuschuss bei Existenzgründungen (477 Personen) oder befinden sich in Altersteilzeit (357 Personen).
Die Unterbeschäftigungsquote definiert die Größenordnung auf dem Arbeitsmarkt, mit der die Agentur für Arbeit Iserlohn sowie das Jobcenter Märkischer Kreis tatsächlich arbeiten. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des SGB III gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.
Sie liegt im Märkischen Kreis im November 2011 bei 8,6 Prozent; im Vorjahr noch bei 10,1 Prozent. Sie sinkt im Vorjahresvergleich mit 1,5 Prozent Rückgang damit deutlich stärker als die Arbeitslosenquote (-1,2 Prozent). Daraus ist ablesbar, dass nach der Krise die Bedeutung der finanziell geförderten Arbeitsmarktpolitik abgenommen hat und der Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht auf einen stärkeren Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente zurückzuführen ist.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Die Zahl der Arbeitslosen summiert sich im Märkischen Kreis aus Kunden der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit Iserlohn) als auch aus Kunden der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Jobcenter Märkischer Kreis). Die Entwicklung verläuft leicht unterschiedlich. Bei der Arbeitslosenversicherung geht die Zahl der Beschäftigungssuchenden zurück; im Bereich der Grundsicherung steigt sie jedoch leicht an.
Agentur für Arbeit
Die Agentur für Arbeit Iserlohn ist für weniger als ein Drittel aller Arbeitslosen im Märkischen Kreis zuständig. Die Zahl der Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit Iserlohn (Arbeitslosenversicherung) betreut werden, ist auch im Wintermonat November noch leicht rückläufig. Aktuell sind insgesamt 3.724 Personen in der Arbeitslosenversicherung arbeitslos gemeldet. Das sind 0,9 Prozent weniger als noch im Oktober dieses Jahres, jedoch mehr als ein Viertel weniger als im November 2010. Die Arbeitslosigkeit bei der Arbeitslosenversicherung liegt auch im November deutlich unter dem Niveau von 2008, dem Zeitraum vor der Krise. Eine geringere Arbeitslosenanzahl als im November dieses Jahres ist für die Vergangenheit im Versicherungsbereich nicht bekannt.
Der milde Winter sorgt weiterhin für einen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit. Überwiegend profitiert im November allerdings die Altersgruppe der unter 25-Jährigen. Bei diesen ist ein Rückgang um 8 Prozent zum Vormonat erkennbar.
456 Menschen mit Schwerbehinderung sind im November bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet; 4 Personen und 0,9 Prozent weniger als im Monat Oktober. Darüber hinaus sind derzeit 1.733 Menschen ohne Beschäftigung im Alter über 50 Jahre bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind ebenfalls 0,2 Prozent und 4 Personen mehr als im Vormonat.
Jobcenter Märkischer Kreis
Die Zahl der Arbeitslosen beim Jobcenter Märkischer Kreis hat sich im November geringfügig um 10 (+ 0,1 Prozent) auf 10.059 Personen erhöht.
Dieser Anstieg schlägt sich nur bei der Altersgruppe der über 50-jährigen nieder. Keine Veränderung gab es hingegen bei der Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren, diese liegt unverändert bei 528 Personen. Deren Anteil an der Gesamtzahl der SGB-II-Arbeitslosigkeit liegt bei 5,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit Einführung des SGB II. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist im November nach den Rückgängen in den Vormonaten um 49 auf 4.833 Personen angestiegen (+ 1,0 Prozent).
„Der leichte Anstieg im November ist zwar nicht erfreulich, aber die gestiegene Zahl der Stellenmeldungen stimmt mich vorsichtig optimistisch. Ich hoffe, dass der für die Wintermonate zu erwartende Anstieg der Arbeitslosigkeit moderater ausfallen wird als in den vergangenen Jahren“, so Friedrich Hahne, Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenters Märkischer Kreis.Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften im November um 86 auf 15.783 (-0,5 Prozent) gegenüber dem Vormonat ermäßigte. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten reduzierte sich gegenüber Oktober um 201 auf aktuell 21.765 Personen (-0,9 Prozent) und liegt damit um 9,8 Prozent (-2.376 Personen) unter dem Wert von November 2010.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich SGB II um 1.278 Personen bzw. um 11,3 Prozent ermäßigt. Die Anzahl der Personengruppe der Langzeitarbeitslosen ist um 523 Personen (-9,8 Prozent) zurückgegangen. Bei der Altersgruppe der über 50-jährigen liegt der Rückgang bei 215 Personen (-7,2 Prozent).
Arbeitskräftenachfrage
Zum Ende des Jahres ist mit dem Monat November die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen wieder gestiegen. Neben Stellenmeldungen von Personaldienstleistern konnte der gemeinsame Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcenter Märkischer Kreis viele Stellenmeldungen aus dem verarbeitenden Gewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Baugewerbe aufnehmen. 905 sozialversicherungspflichtige Stellen sind damit im November 2011 dem gemeinsamen Arbeitgeberservice durch heimische Arbeitgeber gemeldet worden. Betrachtet man die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Stellenmeldungen von Januar bis November 2011 und vergleicht diese mit denen von Januar bis November 2008, so wurden 9,1Prozent mehr Stellen (+907 Stellen) gemeldet als im Vorkrisenjahr.
Insgesamt sind derzeit 2.569 ungeförderte sozialversicherungspflichtig Stellenangebote im Bestand der Agentur für Arbeit Iserlohn gemeldet. Mit 32,4 Prozent mehr gemeldeten Stellen als im November 2010 baut sich der Bestand weiter auf. „Die Besetzungsprobleme in einigen Berufsfeldern und Wirtschaftszweigen sind weiterhin erkennbar und nehmen nicht ab. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gemeinsamen Arbeitgeberservice versuchen daher stets zu verdeutlichen, dass zur Fachkräftesicherung noch viele Potentiale aktiviert werden können“, so Michael Stechele. Er prognostiziert: „Der Wintereinbruch lässt noch ein wenig auf sich warten. Ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit ist möglich, bevor im Januar die Arbeitslosenzahl saisontypisch steigt. Daher bleibt die Entwicklung des Arbeitsmarktes bis dahin weiter positiv, verliert jedoch ein wenig an Schwung – aber auf hohem Niveau!“
(Quelle: Arbeitsagentur Iserlohn, 14.12.2011)


