Rückgang der Arbeitslosenzahl setzt sich fort
13.806 Personen suchen im Oktober eine neue Beschäftigung, 505 weniger als noch im September. "Dass sich die Arbeitslosigkeit nach den saisontypischen Anstiegen der Vormonate auch im Oktober noch weiter reduziert, war zu erwarten. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres lässt sich mit 16 Prozent ein deutlicher Rückgang verzeichnen", so Michael Stechele, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Iserlohn. Er führt fort: „Die Arbeitskräftenachfrage hat sich in diesem Monat allerdings nochmals leicht reduziert. 832 sozialversicherungspflichtig gemeldete Stellen konnte der Arbeitgeberservice aufnehmen.“
Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquote
Im Oktober sind im Märkischen Kreis 13.806 Personen arbeitslos, 3,5 Prozent weniger als im September (- 505 Personen) und 16,0 Prozent weniger als im Oktober 2010 (-2.633 Personen). „Auch im Oktober profitieren alle Personenkreise, wenn auch unterschiedlich stark, vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Der Rückgang bezieht sich sowohl auf die Arbeitslosenversicherung, stärker jedoch auf die Grundsicherung", erläutert Michael Stechele. Besonders deutlich ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Personen unter 25 Jahren. Im Vergleich zum Vormonat ist ein Fünftel der Personen dieser Altersgruppe weniger arbeitslos gemeldet.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei der Personengruppe der Arbeitslosen über 50 Jahren liegt bei 2,2 Prozent bzw. 102 Personen im Vergleich zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr sind 13,7 Prozent bzw. 709 Personen weniger in dieser Altersgruppe ohne Beschäftigung. Aktuell sind 4.479 arbeitslos gemeldete Personen älter als 50 Jahre.
Auch bei den Menschen mit Schwerbehinderung ist ein Minus zum Vormonat erkennbar. 1.194 Personen mit Schwerbehinderung sind aktuell bei der Agentur für Arbeit Iserlohn gemeldet. Das sind 3,6 Prozent und damit 45 Personen weniger als im Vormonat. Im Oktober 2011 sind 0,9 Prozent und 11 Personen weniger arbeitslos gemeldet als noch im Oktober vor einem Jahr. Erstmals in 2011 kann damit im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang verzeichnet werden. Alle anderen Personengruppen profitieren jedoch weitaus stärker von der Dynamik am Arbeitsmarkt.
Die Arbeitslosenquote (AQ), errechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, beträgt im Märkischen Kreis aktuell 6,2 Prozent.
Sie liegt damit 0,2 Prozentpunkte unter der Quote des Vormonats und 0,9 Prozentpunkte unter der des Vorjahresmonats. Die aktuelle Quote erreicht fast die Quote aus Oktobers 2008 (AQ: 6,0), dem Zeitraum des Krisenbeginns.
Komponenten der Unterbeschäftigung
Arbeitslosigkeit kann durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente für zahlreiche Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Iserlohn beendet oder verhindert werden. Im Oktober befinden sich 1.127 Personen in einer beruflichen Weiterbildung, 864 Personen sind in einer Arbeitsgelegenheit beschäftigt. Als arbeitsuchend gelten im September außerdem 541 Personen, mit deren intensiver Betreuung und Vermittlung ein Dritter beauftragt wurde. 844 erhalten beschäftigungsbegleitende Leistungen, wie z.B. den Gründungszuschuss bei Existenzgründungen (462 Personen) oder befinden sich in Altersteilzeit (354 Personen).
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des SGB III gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.
Sie liegt im Märkischen Kreis im Oktober 2011 bei 8,6 Prozent; im Vorjahr noch bei 10,1 Prozent. Sie sinkt im Vorjahresvergleich mit 1,5 Prozent Rückgang damit deutlich stärker als die Arbeitslosenquote (-0,9 Prozent). Daraus ist ablesbar, dass nach der Krise die Bedeutung der finanziell geförderten Arbeitsmarktpolitik abgenommen hat und der Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht auf einen stärkeren Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente zurückzuführen ist.
Die Unterbeschäftigungsquote definiert daher die Größenordnung auf dem Arbeitsmarkt, mit der die Agentur für Arbeit Iserlohn sowie das Jobcenter Märkischer Kreis tatsächlich arbeiten.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block; hinter den Rückgängen der Arbeitslosigkeit steckt eine hohe Dynamik des Arbeitsmarktes: die Zu- und Abgänge in und aus der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen summiert sich im Märkischen Kreis aus Kunden der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit Iserlohn) als auch aus Kunden der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Jobcenter Märkischer Kreis). In beiden Rechtskreisen geht die Zahl der Beschäftigungssuchenden zurück; jedoch unterschiedlich stark. Der Rückgang verteilt sich zu mehr als zwei Dritteln auf Arbeitslose in der Grundsicherung (-342 Personen) und zu knapp einem Drittel auf Arbeitslose im Versicherungsbereich (-163 Personen).
Agentur für Arbeit
Die Agentur für Arbeit Iserlohn ist für knapp ein Drittel aller Arbeitslosen im Märkischen Kreis zuständig. Die Zahl der Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit Iserlohn (Arbeitslosenversicherung) betreut werden, ist im Oktober nach dem saisontypischen Anstieg der Vormonate weiter rückläufig. Aktuell sind insgesamt 3.757 Personen in der Arbeitslosenversicherung arbeitslos gemeldet, 4,2 Prozent weniger als noch im September dieses Jahres, jedoch mehr als ein Viertel weniger als im Oktober 2010. Vom Rückgang profitieren im Oktober alle Personengruppen, am deutlichsten jedoch die Personen unter 25 Jahren.
„Bei den unter 25Jährigen hatten wir in den Sommermonaten deutliche, saisontypische Zugänge in Arbeitslosigkeit. Durch Ausbildungs- sowie Schulbeginne sowie Arbeitsaufnahmen nach der Beendigung von Berufsausbildungen ging die Arbeitslosigkeit für diese Altersgruppe stark zurück. „Dynamische und gut ausgebildete Arbeitskräfte sind vielfach nachgefragt. Erfreulich ist daher, dass viele Menschen dieses Personenkreises aufgrund der frisch erworbenen, aktuellen Qualifikation und hohen Motivation rasch eine Anschlussbeschäftigung finden konnte“, so Stechele.
Die Arbeitslosigkeit bei der Arbeitslosenversicherung liegt im Oktober deutlich unter dem Niveau von 2008, dem Zeitraum vor der Krise. Eine geringere Arbeitslosenanzahl als im Oktober dieses Jahres ist für die Vergangenheit im Versicherungsbereich nicht bekannt. „Wie in den vergangenen Monaten hält der Trend auch weiterhin an. Menschen aller ausgewiesenen Personengruppen wurden von Arbeitgebern eingestellt, wobei sich Besetzungsschwierigkeiten bemerkbar machen.
Unsere Aufgabe ist es daher mehr denn je, Arbeitgebern zu verdeutlichen, dass ein Bewerber auch auf den zweiten oder dritten Blick die erste Wahl darstellen kann“, bewertet Stechele die Entwicklung. 460 Menschen mit Schwerbehinderung sind im Oktober bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet; 13 Personen und 2,7 Prozent weniger als im Monat September. Darüber hinaus sind derzeit 1.729 Menschen ohne Beschäftigung im Alter über 50 Jahre bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind ebenfalls 2,7 Prozent und 48 Personen weniger als im Vormonat.
Jobcenter Märkischer Kreis
Das Jobcenter Märkischer Kreis (SGB II) verzeichnet im Oktober einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Bereich des SGB II um 342 auf 10.049 Personen (3,3 Prozent). Deutlich zurückgegangen ist hierbei die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren. Diese sank im Vergleich zum Vormonat erneut, diesmal um 108 auf aktuell 528 Personen (17 Prozent). „Wir erreichen damit den Tiefststand seit Einführung des SGB II (Grundsicherung für Arbeitslose) im Märkischen Kreis. Der Anteil der Arbeitslosen unter 25 Jahren reduzierte sich dadurch auf 5,3 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Erwerbslosigkeit junger Erwachsener unter 25 Jahren um ein Drittel abgebaut werden“, stellt Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis, fest. Gründe für den weiteren Abbau der Jugendarbeitslosigkeit seien unter anderem die Aufnahme eines Studiums oder einer Berufsausbildung und der Beginn der Teilnahme an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik.
Im Bereich der Altersgruppen zwischen 25 und 65 Jahren ermäßigte sich die Zahl der Arbeitslosen um 234 auf 9.521 Personen (2,4 Prozent). Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist auch im Oktober erneut um weitere 52 auf 4.784 Personen zurückgegangen (-1,1 Prozent).
Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich die Anzahl der SGB II-Arbeitslosen um 1.337 Personen bzw. um 11,7 Prozent ermäßigt. Die Anzahl der Personengruppe der Langzeitarbeitslosen ist um 632 Personen (-11,7%) zurückgegangen.
Laut vorläufiger, hochgerechneter Statistikwerte für Oktober 2011 liegt die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bei 15.976. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist in diesem Monat um 86 auf 22.042 Personen leicht zurückgegangen.
Arbeitskräftenachfrage
Im Monat Oktober ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen erneut abgeschwächt. Neben Stellenmeldungen von Personaldienstleistern konnte der gemeinsame Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcenter Märkischer Kreis viele Stellenmeldungen aus dem verarbeitenden Gewerbe, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Gesundheits- und Sozialwesen, dem Gastgewerbe sowie dem Baugewerbe aufnehmen.
Im Oktober 2011 meldeten Arbeitgeber im Märkischen Kreis 832 sozialversicherungspflichtige Stellen. Betrachtet man die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Stellenmeldungen von Januar bis Oktober 2011 und vergleicht diese mit denen von Januar bis Oktober 2008, so wurden 7,6 Prozent mehr Stellen (+771 Stellen) gemeldet als im Vorkrisenjahr.
Insgesamt sind derzeit 2.636 ungeförderte sozialversicherungspflichtig Stellenangebote im Bestand der Agentur für Arbeit Iserlohn gemeldet. Mit 25,0 Prozent mehr gemeldeten Stellen als im Oktober 2010 baut sich der Bestand weiter auf. „Der hohe Bestand an offenen Stellen zeigt die Besetzungsprobleme in einigen Berufsfeldern und Wirtschaftszweigen. Hinsichtlich des demografischen Wandels gilt es für die Bundesagentur weiterhin, alle Potentiale des Arbeitsmarktes zur Fachkräftesicherung zu aktivieren und Arbeitgebern bei der Stellenbesetzung die Vorteile vieler Personengruppen aufzuführen“, so Michael Stechele. Er prognostiziert: „Die Entwicklung des Arbeitsmarktes wird bis zum Wintereinbruch im Dezember 2011 bzw. Januar 2012 positiv bleiben. Der Abbau der Arbeitslosigkeit und der Aufbau an Beschäftigung wird jedoch ein wenig an Schwung verlieren!“
(Quelle: Agentur für Arbeit Iserlohn, 02.11.2011)


