Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im November 2011
Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter: Es gibt 242 Arbeitslose weniger als im Oktober. 16.414 Frauen und Männer sind im November ohne Arbeit. Außerdem gibt es eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften: Im Vergleich zum Vormonat wurden 15 Prozent mehr Stellen gemeldet. Der Agenturbezirk Herford bietet den stärksten Rückgang gegenüber 2010 und die geringste Arbeitslosenquote in OWL.
DER ARBEITSMARKT IM AGENTURBEZIRK HERFORD
Im November waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Herford 16.414 Personen ohne Arbeit. Damit wird die Arbeitslosenzahl des Vorjahresmonates um 11,3 Prozent unterschritten (minus 2.088).
„Auch im November können wir von einer weiterhin günstigen Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt berichten“, sagt Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Agentur für Arbeit. „Offensichtlich zeigt der der Arbeitsmarkt noch unbeeindruckt von den verschiedenen Prognosen zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Spätherbst hoch.
So wurden unserem Arbeitgeber-Service gegenüber Oktober rund 15 Prozent mehr Stellenzugänge gemeldet. Insgesamt stehen uns damit 2.800 freie Arbeitsplätze zur Vermittlung zur Verfügung“, erklärt die Agenturchefin. Das seien 21 Prozent mehr als im letzten Jahr. Gleichzeitig wagt sie eine Prognose bis Jahresende: „Bei anhaltend günstiger Witterung und einem guten Weihnachtsgeschäft könnte die Arbeitslosigkeit auch im Dezember nochmals leicht sinken, bevor sie saisontypisch im Januar wieder ansteigt.“
Arbeitslosenquote/Arbeitslosenzahlen
Im Vergleich zum Vormonat blieb die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk konstant auf 5,7 Prozent. Im Vorjahr meldete die Herforder Arbeitsagentur eine Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent. Aktuell sind 16.414 Personen im Wittekind- und Mühlenkreis ohne Arbeit, das sind 242 Personen oder 1,5 Prozent weniger als vor einem Monat.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen
SGB III
Bei der Agentur für Arbeit Herford (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III – SGB III) nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 206 oder 3,8 Prozent auf 5.173 ab. Die Arbeitslosenquote liegt bei 1,8 Prozent (Vorjahr: 2,1 Prozent).
SGB II
Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer des Jobcenters Herford und des Optionskreises Minden-Lübbecke (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II – SGB II) sank gegenüber dem Oktober um 36 oder 0,3 Prozent auf 11.241 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,9 Prozent (Vorjahr 4,3 Prozent).
Besondere Personengruppen
Ältere über 50:
Die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen nahm gegenüber dem Vormonat um 5 auf 5.146 (plus 0,1 Prozent) zu. Der Vorjahreswert wird um 803 unterschritten (minus 13,5 Prozent). Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 31,4 Prozent. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt bei 6,3 Prozent (Vorjahr 7,7 Prozent).
Jüngere unter 25:
1.569 junge Menschen unter 25 Jahre waren im November im Herforder Agenturbezirk arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Oktober eine Abnahme um 84 oder 5,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 110 oder 7,5 Prozent mehr Jugendliche ohne Arbeit. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt derzeit 9,6 Prozent. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt zurzeit bei 4,9 Prozent. Im Vorjahr waren es 4,5 Prozent.
Frauen:
In diesem Monat sind 168 oder 2,1 Prozent weniger Frauen arbeitslos gemeldet als im Oktober, derzeit 7.984. Im Vorjahresmonat waren es noch 8.822, aktuell sind es damit 838 oder 9,5 Prozent weniger. Der Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 48,6 Prozent. Der Anteil arbeitsloser Männer liegt somit bei 51,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote der Frauen beträgt 5,9 Prozent und sank damit innerhalb eines Jahres um 0,6 Prozentpunkte. Bei den Männern sind es im November 5,5 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent).
Zugang und Bestand an offenen Stellen – Arbeitgeber-Service
Im November stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften an. Im Bezirk der Herforder Arbeitsagentur wurden 1.663 neue Arbeitsangebote gemeldet, 14,6 Prozent mehr als im Oktober. Am Monatsende waren noch 2.819 Stellen zur Besetzung offen. Insgesamt bieten 79,9 Prozent aller Unternehmen, die die Arbeitsagentur um Unterstützung bei der Stellenvermittlung bitten, eine unbefristete Arbeitsstelle an.
Der Anteil neu gemeldeter Arbeitsangebote aus der Zeitarbeitsbranche beträgt aktuell 45,1 Prozent.
Komponenten der Unterbeschäftigung
Um die notwendige Transparenz auf dem Arbeitsmarkt zu gewährleisten, legt die Bundesagentur für Arbeit die Auswertung der Unterbeschäftigung vor, um eine von statistischen Effekten unbeeinträchtigte Beobachtung des Arbeitsmarktes zu ermöglichen. Insbesondere werden Angaben zur Unterbeschäftigung in verschiedenen Abgrenzungen in die Arbeitsmarktberichterstattung aufgenommen, die die Entlastung der Arbeitslosigkeit durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente berücksichtigen. Neben der Zahl der statistisch als arbeitslos zu zählenden Menschen werden Angaben zur Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) für den Herforder Agenturbezirk gemacht, die die Entlastung der Arbeitslosigkeit durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen deutlich machen.
Das Gesamtvolumen der Menschen, die in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke auf Arbeitssuche sind, wird durch die so genannte Unterbeschäftigung abgebildet. Im Herforder Agenturbezirk addieren sich im November zu den 16.414 Arbeitslosen zunächst 1.671 Personen dazu. Sie nehmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil. Weitere 3.065 Männer und Frauen absolvieren beispielsweise eine berufliche Weiterbildung oder Arbeitsgelegenheit. Zählt man diejenigen dazu, die aufgrund einer Existenzgründung eine Förderung erhalten oder sich für Altersteilzeit entschieden haben, sind insgesamt 21.150 Personen im Agenturbezirk Herford unterbeschäftigt.
Weitere Detailinformationen enthält der beigefügte Arbeitsmarktreport November 2011.
DER ARBEITSMARKT IM KREIS HERFORD
Im Kreis Herford nimmt die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent ab (Vorjahr: 6,2 Prozent). Damit waren 61 oder 0,8 Prozent weniger Männer und Frauen arbeitslos gemeldet als noch vor einem Monat. Insgesamt waren es im November 7.456. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 599 Personen oder 7,4 Prozent zurück.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen
SGB III
Im Wittekindskreis sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 80 Personen oder 3,6 Prozent auf 2.212.
SGB II
Im Jobcenter im Kreis Herford nimmt die Arbeitslosigkeit leicht zu. Das Jobcenter verzeichnete einen Anstieg um 19 Personen oder 0,4 Prozent auf 5.244 Männer und Frauen.
Besondere Personengruppen
Ältere über 50:
Die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen nahm gegenüber dem Vormonat um 20 auf 2.340 (plus 0,9 Prozent) zu. Der Vorjahreswert wird um 177 unterschritten (minus 7,0 Prozent). Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 31,4 Prozent.
Jüngere unter 25:
Im November waren 753 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet (Abnahme um 38 oder 5,0 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit bleibt damit nur leicht unter Vorjahresniveau. Im Vergleich zum November 2010 waren 17 oder 2,2 Prozent weniger Jugendliche ohne Arbeit. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt derzeit 10,1 Prozent.
Frauen:
Diesen Monat waren 3.606 Frauen arbeitslos gemeldet, das sind 54 oder 1,5 Prozent weniger als im Oktober. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren es 164 oder 4,4 Prozent weniger. Der Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit im Wittekindskreis beträgt 48,4 Prozent. Der Anteil arbeitsloser Männer liegt somit bei 51,6 Prozent.
DER ARBEITSMARKT IM KREIS MINDEN-LÜBBECKE
Im Kreis Minden-Lübbecke sank die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent (Vorjahr: 6,6 Prozent).
Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen nahm somit um 181 oder 2,0 Prozent auf 8.958 ab. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 1.489 Personen oder 14,3 Prozent zurück.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen
SGB III
Im Mühlenkreis verzeichnete die Arbeitsagentur einen Rückgang der Arbeitslosigkeit binnen Monatsfrist um 126 Männer und Frauen oder 4,3 Prozent auf 2.961.
SGB II
Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung sank um 55 Personen oder 0,9 Prozent auf 5.997.
Besondere Personengruppen
Ältere über 50:
Die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen nahm gegenüber dem Vormonat um 15 oder 0,5 Prozent auf 2.806 Personen ab. Der Vorjahreswert wird um 626 unterschritten (minus 18,2 Prozent). Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 31,3 Prozent.
Jüngere unter 25:
Im November waren 816 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet (Abnahme um 46 oder 5,6 Prozent). Im Vergleich zum November 2010 waren 127 oder 18,4 Prozent mehr Jugendliche ohne Arbeit. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 9,1 Prozent.
Frauen:
Diesen Monat waren 4.378 Frauen arbeitslos gemeldet, das sind 114 oder 2,6 Prozent weniger als im Oktober. Im Vorjahresmonat waren es 674 oder 13,3 Prozent weniger. Der Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit im Mühlenkreis beträgt 48,9 Prozent. Der Anteil arbeitsloser Männer liegt somit bei 51,1 Prozent.
DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE
Bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe waren im November 2011 insgesamt 63.989 Menschen arbeitslos gemeldet, 528 oder 0,8 Prozent weniger als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe um 6.862 oder 9,7 Prozent ab.
Die Arbeitslosenquote in OWL ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent zurück. Im November 2010 waren es noch 6,8 Prozent.
In allen vier OWL-Arbeitsagenturen nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat ab. Den stärksten Rückgang weist Paderborn mit 1,7 Prozent auf, gefolgt von Herford mit 1,5 Prozent, Detmold mit 0,3 und Bielefeld mit 0,1 Prozent.
Auch gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Arbeitslosigkeit in allen vier OWL-Arbeitsagenturen zurück. Herford verzeichnete einen Rückgang um 11,3 Prozent, Bielefeld um 9,8 Prozent. In Detmold sank die Arbeitslosigkeit um 8,9 Prozent, in Paderborn um 8,2 Prozent innerhalb eines Jahres.
Die günstigste Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen weist im November der Herforder Agenturbezirk mit 5,7 Prozent auf. Es folgen Paderborn mit 5,8 Prozent, Bielefeld mit 6,4 Prozent und Detmold mit 6,8 Prozent.
Den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe wurden im November insgesamt 5.117 Stellen neu gemeldet (Vorjahr 4.996). Bei insgesamt 11.384 offenen Stellen laufen die Vermittlungstätigkeiten der Arbeitsagentur bereits (Vorjahr 9.614). Diese Stellen gelten derzeit als unbesetzt.
(Quelle: Arbeitsagentur Herford, 30.11.2011)


