Arbeitsmarktreport Dezember 2011
Wie erwartet ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Hamm nach vier Monaten des kontinuierlichen Rückgangs im Dezember wieder angestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich um 1,5 Prozent (264) auf 18.403 und liegt damit um 7,3 Prozent (1.454) niedriger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbstätigen legte um 0,1 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent zu. Vor einem Jahr betrug sie 9,4 Prozent.
„Es handelt sich um eine saisontypische Entwicklung. Anzeichen für eine konjunkturbedingte Verschlechterung gibt es nicht“, erklärt Harald Küst, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm. Die Gründe für die Zunahme der Arbeitslosigkeit seien Arbeitslosmeldungen aus witterungsabhängigen Branchen und im Bereich der Geschäftsstelle Kamen die Verlagerung von 40 Arbeitsplätzen ins Ausland. Für die nächsten beiden Mo-nate rechnet der Agenturchef mit einer weiteren Zunahme: „Insbesondere im Handel sind viele Arbeitsverträge für das Weihnachtsgeschäft befristet abgeschlossen worden. Diese laufen momentan aus und führen in vielen Fällen zur erneuten Arbeitslosmeldung.“
Regional zeigten sich die Entwicklungen in unterschiedlicher Ausprägung. Die stärkste Erhöhung errechnete sich im Bezirk Kamen mit 2,5 Prozent. Dahinter liegen Hamm mit einer Steigerung um 1,2 Prozent und der Bezirk Unna mit 0,7 Prozent. Die Arbeitslosenquoten: Bezirk Unna 7,1 Prozent, Bezirk Kamen 8,5 Prozent und Stadt Hamm 10,1 Prozent.
Rund 80 Prozent der Arbeitslosen werden von Trägern der Grundsicherung betreut. Beim Kommunalen JobCenter Hamm sind 7.305 Arbeitslose gemeldet, beim Jobcenter in Kamen und Unna sind dies 7.262. Auf die Agenturen für Arbeit in Hamm, Kamen und Unna entfallen insgesamt 3.836 Arbeitslose.
Bisher haben die jüngeren Arbeitslosen am meisten von der Marktlage profitiert. Im Dezember hingegen stieg die Zahl der unter 25-Jährigen um 4,3 Prozent (57) auf 1.382. Sie liegt jedoch um 19 Prozent (325) niedriger als vor einem Jahr.
Insbesondere mit Blick auf die Woche der Inklusion ist die Entwicklung bei den schwerbehinderten Menschen erfreulich. Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen mit einer Behinderung im Dezember um 1,1 Prozent (17) auf 1.617, doch zeigt der Jahresvergleich ein Minus von 1 Prozent (-16).
Das Jahr 2011 war in Bezug auf den Stelleneingang ein Rekordjahr. Im Jahresverlauf meldeten die Arbeitgeber 12.297 offene Stellen, ein Drittel mehr als im Jahr 2011. Gesucht wurden verstärkt Fachkräfte. Die meisten Angebote kamen aus der Zeitarbeitsbranche (3.785), dem Handel (3.103) und dem Sozial- und Gesundheitswesen (1.175).
Für das kommende Jahr rechnet Küst nur noch mit einer leicht zurückgehenden Arbeitslosigkeit: „Wir haben zwar durch den Abbau der Arbeitslosenzahl in diesem Jahr eine gute Ausgangslage für 2012, doch wird sich der Abbau verlangsamen.“
(Quelle: Arbeitsagentur Hamm, 03.01.2012)


