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Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt im Kreis Unna: Bewerberrückgang und mehr Stellen

Gegenüber 2010 hat sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Unna verbessert. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen ist angestiegen, die Bewerberzahl ging zurück. Auf jede Lehrstelle kommen rechnerisch 1,4 Bewerber.

Insgesamt waren bei der Agenturen für Arbeit und dem Jobcenter Kreis Unna 2.240 Ausbildungsplätze zur Besetzung gemeldet, 16,1 Prozent (311) mehr als im Vorjahr. Küst geht davon aus, dass ein Teil des Zuwachses daraus resultiert, dass zunehmend mehr Wirtschaftsunternehmen ihren ansteigenden Fachkräftebedarf langfristig durch mehr Ausbildung befriedigen wollen.

Regional war die Entwicklung unterschiedlich. So verzeichneten die Vermittler bei der Arbeitsagentur in Unna (Bönen, Fröndenberg, Holzwickede und Unna) einen Anstieg bei den Ausbildungsstellen um 37,1 Prozent (239) auf 884. Ein Plus von 19,9 Prozent (47) auf 283 wurde in Schwerte errechnet, der Zuwachs auf 559 Ausbildungsstellen im Bezirk Kamen (Bergkamen, Kamen und Werne) beziffert sich mit immerhin 7,5 Prozent (39). 2,7 Prozent (14) weniger Ausbildungsstellen und damit insgesamt 514 Stellen meldete die Arbeitsagentur in Lünen (Selm und Lünen).

Im Kreisgebiet waren Ende September 152 Ausbildungsplätze unbesetzt, weil noch keine geeigneten Bewerberinnen oder Bewerber gefunden waren. Gegenüber dem Vorjahr waren das 96 mehr. Da die Vermittlungsaktivitäten mit dem kalendermäßigen Ende des Beratungsjahres Ende September nicht beendet wurden, konnten etliche Bewerber noch profitieren. So sind momentan bei den Vermittlern des Arbeitgeber-Service in Unna von ursprünglich 77 nur noch 17 freie Ausbildungsstellen unbesetzt.

Insgesamt meldeten sich 3.085 Bewerberinnen und Bewerber von Oktober 2010 bis September 2011 bei den Arbeitsagenturen und dem Jobcenter Kreis Unna, um sich einen Ausbildungsplatz vermitteln zu lassen. Dies sind 7,1 Prozent (237) weniger als im vorangegangenen Beratungsjahr.

Auch hier ergaben sich regionale Unterschiede. Aus Schwerte kamen 13 Prozent (40) Bewerberinnen und Bewerber weniger, aus den Geschäftsstellenbezirken Unna 12,6 Prozent (129) und Kamen 9,1 Prozent (100). Im Bezirk Lünen wurde dagegen ein Anstieg um 3,6 Prozent (32) auf 925 verzeichnet

Mit 1.569 begannen etwas mehr als die Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber ein Ausbildungsverhältnis. Das waren 89 weniger als im Vorjahr. 1.270 mündeten in eine betriebliche Ausbildung, 299 in eine geförderte außerbetriebliche Ausbildung ein.

 1.125 Bewerber, also 36,5 Prozent der Bewerber insgesamt, haben sich aus dem Vermittlungsprozesses abgemeldet, weil sie eine anderweitige Lösung gefunden haben. Sie besuchen eine weiterführende Schule, leisten ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, gingen ins Ausland oder haben eine Arbeitsstelle angetreten.

Als versorgt gelten auch 430 Bewerberinnen und Bewerber, die für den Ausbildungsbeginn 2011 noch keinen Ausbildungsplatz gefunden und weiter suchen, aber gleichzeitig eine persönliche Alternative haben. Diese Gruppe ist um 3,2 Prozent (14) kleiner als im vergangenen Jahr.

 67 Bewerberinnen und Bewerber blieben Ende September ohne Ausbildungsplatz und Alternative. Sie gelten als unversorgt. Gegenüber dem Vorjahr waren das 10,7 Prozent bzw. 8 Personen weniger. Auch über das Ende des Beratungsjahres hinaus gehen die Bemühungen der Vermittlungen weiter, Lösungen zu finden.

Mit 53,4 Prozent (1.646) haben mehr als die Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber ihre Schulausbildung im Berichtsjahr absolviert. 680 verließen schon im Vorjahr und 756 in den Jahren davor die Schule. Damit werden in der Statistik 1.436 als „Altbewerber“ ausgewiesen. Diese Differenzierung sagt nichts über mögliche Probleme am Ausbildungsmarkt aus. Viele Schulabgänger haben gute Gründe, warum sie sich nicht unmittelbar nach Schulabschluss um eine Berufsausbildung bemühen, sind dadurch auch nicht benachteiligt, sondern haben wertvolle zusätzliche (Berufs- und Lebens-) Erfahrungen gesammelt.

Das Bildungsgefälle reicht von 40 Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss bis zu 423 Absolventen der allgemeinen Hochschulreife. Dazwischen liegen 707 Schulabgänger mit einem Hauptschulabschluss, 1.220 mit einem Realschulabschluss und 581 mit der Fachhochschulreife. Auffällig ist, dass die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber mit einem allgemeinen Hochschulabschluss um 16,2 Prozent (59) gestiegen ist.

(Quelle: Arbeitsamt Hamm, 11.07.2011)

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