Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt in Hamm: Weniger Bewerber, mehr Stellen
Gegenüber 2010 hat sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Hamm verbessert. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen ist angestiegen, die Bewerberzahl ging zurück. Trotzdem kommen noch auf jede Lehrstelle rechnerisch zwei Bewerber.
Insgesamt waren bei der Agentur für Arbeit Hamm 908 Ausbildungsplätze zur Besetzung gemeldet, 10,9 Prozent (89) mehr als im Vorjahr. Küst geht davon aus, dass ein Teil des Zuwachses daraus resultiert, dass zunehmend mehr Wirtschaftsunternehmen ihren ansteigenden Fachkräftebedarf langfristig durch mehr Ausbildung befriedigen wollen.
26 Ausbildungsplätze waren Ende September unbesetzt, weil noch keine geeigneten Bewerberinnen oder Bewerber gefunden waren. Gegenüber dem Vorjahr waren das 7 mehr. Da die Vermittlungsaktivitäten mit dem kalendermäßigen Ende des Beratungsjahres Ende September nicht beendet wurden, konnten etliche Bewerber noch profitieren. Momentan sind bei den Vermittlern des Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur nur noch fünf freie Ausbildungsstellen gemeldet.
Insgesamt fragten 1.995 Bewerberinnen und Bewerber von Oktober 2010 bis September 2011 bei der Agentur für Arbeit Hamm und dem Kommunalen JobCenter der Stadt Hamm um einen Ausbildungsplatz nach. Dies sind 10,3 Prozent (230) weniger als im vorangegangenen Beratungsjahr.
Mit 1.042 begannen mehr als die Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber ein Ausbildungsverhältnis. Das waren 36 mehr als im Vorjahr. 831 mündeten in eine betriebliche Ausbildung, 211 in eine geförderte außerbetriebliche Ausbildung ein.
745 Bewerber, also 37,3 Prozent der Bewerber insgesamt, haben sich aus dem Vermittlungsprozesses abgemeldet, weil sie eine anderweitige Lösung gefunden haben. Sie besuchen eine weiterführende Schule, leisten ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, gingen ins Ausland oder haben eine Arbeitsstelle angetreten.
Als versorgt gelten auch Bewerberinnen und Bewerber, die für den Ausbildungsbeginn 2011 noch keinen Ausbildungsplatz gefunden und weiter suchen, aber gleichzeitig eine persönliche Alternative haben. Diese Gruppe ist mit insgesamt 284 um 13,6 Prozent (34) größer als im vergangenen Jahr.
35 Bewerberinnen und Bewerber blieben Ende September ohne Ausbildungsplatz und Alternative. Sie gelten als unversorgt. Gegenüber dem Vorjahr waren das 4 Personen mehr. Auch über das Ende des Beratungsjahres hinaus gehen die Bemühungen der Vermittlungen weiter, Lösungen zu finden.
Mit 52,5 Prozent (1.047) haben mehr als die Hälfte der Bewerberinnen und Bewerber ihre Schulausbildung im Berichtsjahr absolviert. 436 verließen schon im Vorjahr und 502 in den Jahren davor die Schule. Damit werden in der Statistik 938 als „Altbewerber“ ausgewiesen. Diese Differenzierung sagt nichts über mögliche Probleme am Ausbildungsmarkt aus. Viele Schulabgänger haben gute Gründe, warum sie sich nicht unmittelbar nach Schulabschluss um eine Berufsausbildung bemühen, sind dadurch auch nicht benachteiligt, sondern haben wertvolle zusätzliche (Berufs- und Lebens-) Erfahrungen gesammelt.
Das Bildungsgefälle reicht von 24 Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss bis zu 221 Absolventen der allgemeinen Hochschulreife. Dazwischen liegen 424 Schulabgänger mit einem Hauptschulabschluss, 756 mit einem Realschulabschluss und 400 mit der Fachhochschulreife.
(Quelle: Agentur für Arbeit Hamm, 07.11.2011)


