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Abi nicht um jeden Preis - Mit Berufsberatung Alternativen finden

„Ein Drittel der Schülerinnen und Schüler an den Berufskollegs bricht die Schulausbildung ab, jeder fünfte Auszubildende kündigt vorzeitig seine Ausbildungsstelle.“ Diese ernüchternde Bilanz stellte die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Hamm, Claudia Hermsen, in zwei Gesprächsrunden Schulleitern der Haupt-, Real und Gesamtschulen aus Hamm und dem Kreis Unna zur Diskussion. Das Fazit: Schulen und Berufsberatung müssen noch enger zusammenarbeiten und Eltern stärker als bisher einbeziehen. Und: Wer sich falsch entschieden hat, soll umgehend die Berufsberatung ansprechen.

Dr. Bastian Pelka von der Sozialforschungsstelle der Technischen Universität Dortmund stellte in den beiden Veranstaltungen (11. und 20. Oktober 2011) in der Hammer Arbeitsagentur heraus, dass viele Jugendliche bei der Berufswahl schlichtweg überfordert sind: „Wenn die Entscheidung für einen Beruf ansteht, sind viele Schüler noch nicht so gefestigt, dass sie eine gesicherte Entscheidung treffen können.“ In dem falschen Glauben, dass ihre Kinder ohne Abitur keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, raten viele Eltern ihren Sprösslingen zum Besuch von Berufskollegs. Den hohen Anforderungen dort kann im Schnitt ein Drittel nicht genügen. Sie brechen über kurz oder lang die Schulausbildung ab.

Nicht nur die Zahl der angebotenen Ausbildungsgänge, sondern auch das große Angebot an Berufsorientierungsmöglichkeiten macht die Berufswahl zusätzlich schwierig. Agentur-Bereichsleiter Christian Palm schätzt, dass In der hiesigen Region rund 30 verschiedene Institutionen 120 unterschiedliche Berufsorientierungsangebote vorhalten. Viele bieten gute Informationen an, für andere steht die Kundenwerbung im Vordergrund.

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig darüber, dass Eltern nach wie vor die wichtigsten Ratgeber bei der Berufswahlentscheidung sind. Deshalb müsse man ihnen das nötige Wissen vermitteln, damit sie ihren Kindern fundierte Ratschläge geben können. Dabei wollen Schulen und Berufsberatung noch enger als bisher zusammenarbeiten.

Was aber, wenn bereits der falsche Weg eingeschlagen wurde? „Eine schlechte Entscheidung sollte so schnell wie möglich korrigiert werden. Die Jugendlichen sind gut beraten, umgehend Kontakt mit unserer Berufsberatung aufzunehmen, damit Alternativen gefunden werden können“, rät Hermsen. Termine können unter der Telefonnummer 01801/555 111 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min) vereinbart werden.

(Quelle: Agentur für Arbeit Hamm, 21.10.2011)

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