Arbeitsmarktentwicklung im Dezember 2011
Ein für den heimischen Arbeitsmarkt ausgesprochen gutes Jahr ging mit dem erwarteten leichten saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Ende. Im Dezember nahm die Zahl der Arbeitslosen in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis erstmals seit vier Monaten um 169 auf rund 21 000 zu. An der Arbeitslosenquote änderte dies jedoch nichts; sie lautet im Gesamtbezirk weiterhin 7,9 Prozent. Noch vor zwölf Monaten waren es gut 1800 Arbeitslose mehr, die Quote damals war 8,6 Prozent. Im Moment verzeichnet der Arbeitsagenturbezirk Hagen die niedrigste Erwerbslosigkeit an einem Jahresende seit 20 Jahren.
„Die Unternehmen haben zwar weniger Arbeitslose eingestellt als noch im November, aber sie haben im Vormonatsvergleich auch weniger Personal freigesetzt. Die Arbeitsmarktsituation ist zum Jahresende einfach gut geblieben“, so Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Wir können mit dem gesamten Jahresverlauf 2011 zufrieden sein. Inzwischen hat der Arbeitsmarkt nicht nur die Folgen des Krisenjahres 2009 überwunden, sondern steht sogar noch deutlich besser da als in den letzten Boomjahren 2007 und 2008. Eine gute Ausgangsbasis für kommende Unwägbarkeiten.“
Die Kräftenachfrage war für einen Dezember gut: 942 Stellen wurden neu gemeldet, 155 weniger als im November, aber 80 und damit 9,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 2011 wurden insgesamt 13 132 Offerten gemeldet, 13,7 Prozent mehr als 2010. Aktuell sind 3364 unbesetzt, 40,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Ein geringfügiger Anstieg der Betriebsanzeigen über Kurzarbeit war saisontypisch.
Die Arbeitsmarktentwicklung in der Stadt Hagen
Zum Jahresende war die Entwicklung in der Volmestadt parallel zum Gesamtbezirk. Die Arbeitslosenzahl erhöhte sich um 313 auf 9338, was die Arbeitslosenquote auf 9,8 Prozent (Vorjahr 10,6) klettern ließ. Gleiche Tendenz, aber unterschiedliche Betroffenheit in den beiden Rechtskreisen: Ende Dezember waren 1903 Hagener Kunden der Agentur für Arbeit (Bereich Arbeitslosenversicherung, 119 mehr als im November, aber 328 oder 14,7 Prozent weniger als vor einem Jahr), während 7435 in der Grundsicherung durch das Jobcenter Hagen betreut wurden (194 mehr als im Vormonat, aber 489 oder 6,2 Prozent weniger als zum Jahresende 2010).
Die gemeldete Kräftenachfrage für ungeförderte Beschäftigungen war zwar leicht rückläufig, für einen Dezember aber gut. Mit 435 Stellenofferten wurden in Hagen 82 weniger gemeldet als im November, jedoch 56 und damit 14,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im gesamten Jahr 2011 wurden von Hagener Betrieben 5954 offene ungeförderte Stellen gemeldet, 15,9 Prozent mehr als im Jahr 2010.
Die Arbeitsmarktentwicklung im Ennepe-Ruhr-Kreis
Besonders gut sah es zum Jahresende im EN-Kreis aus. Hier sank die Zahl der Arbeitslosen insgesamt um 144 oder 1,2 Prozent auf 11 664. Die EN-Arbeitslosenquote ging dementsprechend um 0,1 Punkte auf 6,9 Prozent zurück (Vorjahr 7,5). Dabei entwickelten sich die Rechtskreise einheitlich: Während die Zahl der EN-Erwerbslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (in der Verantwortung der Agentur für Arbeit Hagen mit den Geschäftsstellen in Gevelsberg, Hattingen, Schwelm, Wetter und Witten) auf 3198 zurück ging (29 weniger in Relation zu November und sogar 731 oder 18,6 Prozent weniger als vor genau einem Jahr), sank die Zahl der Kunden in der Grundsicherung (in der Zuständigkeit des EN-Kreises mit den Regionalstellen des Jobcenters EN, ehemals JobAgentur EN) um 115 auf 8466 (256 oder 2,9 Prozent weniger als vor 12 Monaten).
Lokale Besonderheiten
Die Entwicklung in den einzelnen Kommunen des EN-Kreises war erneut nicht einheitlich. Während in Wetter, Witten, Herdecke und Hattingen die Arbeitslosigkeit sank, gab es in den anderen Kommunen leichte Anstiege, am stärksten in Gevelsberg. Eine einzige Richtung dagegen beim Vorjahresvergleich: Allerorten gab es deutlich weniger Arbeitslose als vor zwölf Monaten.
Gesamteinschätzung
Das Ende eines für den Arbeitsmarkt ungewöhnlich guten Jahres ist symptomatisch: ein intakter konjunktureller Rahmen und milde Witterung tragen die Entwicklung in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis trotz eines leichten saisonbedingten Anstiegs weiterhin. Die Konjunkturaussichten sind ungewiss, nur der dämpfende Wintereinfluss ist für die kommenden Monate sicher.
Aufgrund zahlreicher Arbeitslosmeldungen mit Wirkung ab dem Jahreswechsel wird die Arbeitslosigkeit bis Ende Januar deutlich zunehmen.
(Quelle: Agentur für Arbeit Hagen, 03.01.2012)


