Jahrestiefststand im November: 20 800 Arbeitslose - 1800 weniger als vor einem Jahr
Eine nochmals gestiegene Kräftenachfrage und die milde Witterung sorgten für eine Fortsetzung der positiven Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt. Im November sank die Zahl der Arbeitslosen in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis genau so stark wie im Oktober um weitere 226 auf rund 20 800, den nied-rigsten Stand in diesem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 7,9 Prozent im Gesamtbezirk. Ende November letzten Jahres lautete sie 8,6 Prozent. Die Zahl der Erwerbslosen lag damals um fast 1800 Arbeitslose höher. Der aktuelle ist der geringste Arbeitslosenstand für einen November seit 19 Jahren.
„Trotz einer prognostizierten Wachstumsdelle werden so viele freie Stellen wie selten zuvor um diese Jahreszeit gemeldet. Die Unternehmen wollen trotz zahl-reicher Unsicherheiten über die wirtschaftlichen Aussichten weiter einstellen. Die Arbeitsmarktsituation ist immer noch gut“, so Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Profiteure der aktuellen Entwicklung sind weiterhin ganz besonders die jüngeren Arbeitslosen.“
Die Kräftenachfrage war für den November bemerkenswert: Fast 1100 Stellen wurden neu gemeldet, 123 mehr als im Oktober und sogar 215 und damit fast ein Viertel mehr als im Vorjahresmonat. Aktuell sind insgesamt 3364 Stellen unbesetzt, 39,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Anzeigen der Betriebe über beabsichtigte Kurzarbeit sind zwar leicht ansteigend, doch ist dies saisontypisch und nicht auffällig. Die Arbeitsmarktentwicklung in der Stadt Hagen
Die November-Entwicklung in Hagen stellte sich wie im Gesamtbezirk dar. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich um 126 auf 9025, für die Arbeitslosenquote reichte dies lokal sogar zu einem Rückgang um 0,1 Punkte auf 9,5 Prozent (Vorjahr 10,3). Auch aktuell waren beide Rechtskreise tendenziell einheitlich. Ende November hatte die Agentur für Arbeit (Bereich SGB III, Arbeitslosenversicherung) 1784 arbeitslos gemeldete Kunden (89 weniger als im Oktober und sogar 428 weniger als vor einem Jahr), während das Jobcenter Hagen (Rechtskreis SGB II, Grundsicherung) 7241 Kunden betreute (37 weniger als im Vormonat, 436 weniger als vor einem Jahr).
Erneut waren es besonders die jüngeren Arbeitslosen, die in der Volmestadt von der aktuellen Entwicklung begünstigt wurden. 47 unter 25-Jährige konnten im November ihre Erwerbslosigkeit wieder beenden. Hier waren es neben einigen späten Ausbildungs- und Arbeitseintritten auch der Beginn von Einstiegsqualifizierungen, einer besonderen Form betrieblicher Praktika.
Auch bei der Kräftenachfrage war die Entwicklung so erfreulich wie im Gesamtbezirk: 517 neue Stellen wurden gemeldet, 86 mehr als im Oktober und sogar 127 oder fast ein Drittel mehr als vor zwölf Monaten. Der Stellenbestand zum Monats-ende erhöhte sich mit 1522 im November nochmals um 16 und ist aktuell anderthalb mal so hoch wie noch vor zwölf Monaten.
Die Arbeitsmarktentwicklung im Ennepe-Ruhr-Kreis
Ähnlich wie in Hagen war die Entwicklung im Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich hier um genau 100 auf 11 808. Die EN-Arbeitslosenquote blieb aber weiterhin rechnerisch 7,0 Prozent. Die Zahlen teilen sich auf in 3227 Kunden der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III, in der Verantwortung der Agentur für Arbeit Hagen mit den Geschäftsstellen in Gevelsberg, Hattingen, Schwelm, Wetter und Witten) mit einem aktuellen Rückgang um 92 oder 2,8 Prozent, und 8581 SGB II-Kunden (in der Zuständigkeit des EN-Kreises mit den Regionalstellen des Jobcenters EN) mit einem Rückgang um 8 oder 0,1 Prozent.
Insgesamt gab es vor einem Jahr 935 Erwerbslose im EN-Kreis mehr: 12 743.
Lokale Besonderheiten
Wie schon im Oktober war die Entwicklung in den einzelnen Kommunen des EN-Kreises uneinheitlich. Während in Gevelsberg, Hattingen und Herdecke die Arbeitslosigkeit sogar geringfügig anstieg, gab es in allen anderen Kommunen leichte Rückgänge, am stärksten noch in Breckerfeld, Wetter und Sprockhövel. Der Vorjahresvergleich blieb einheitlich günstig: Überall gab es deutlich weniger Arbeitslose als vor zwölf Monaten. Die Abnahmen betragen zwischen 4,1 Prozent (Witten) und 15,0 Prozent (Breckerfeld).
Gesamteinschätzung
Eine für die Jahreszeit außerordentlich hohe Arbeitskräftenachfrage und die günstige Witterung haben die Arbeitsmarktentwicklung in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis im November getragen. Zeichen einer Trendumkehr sind derzeit noch nicht zu erkennen, doch sie werden ungeachtet der Konjunkturprognosen schon aus jahreszeitlichen Gründen nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Für den Dezember wird der günstige Trend auf dem Arbeitsmarkt möglicherweise noch anhalten, wozu das Weihnachtsgeschäft und die aktuell milde Wetterlage beitragen können. Nach dem Jahreswechsel wird die Arbeitslosigkeit dann saisontypisch steigen.
(Quelle: Arbeitsagentur Hagen, 30.11.2011)


