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Unternehmerforum der Agentur für Arbeit Hagen mit überwältigender Resonanz

Am Freitag fand in der Märkischen Bank Hagen das zweite Unternehmerforum der Agentur für Arbeit Hagen statt. Eingeladen hatte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Thomas Helm. Der Zuspruch war so groß, dass in den letzten Tagen schon keine Anmeldungen mehr entgegen genommen werden konnten. Mehr als 200 Gäste folgten seiner Einladung zu dem Arbeitgeberkongress, der unter dem Motto „Alternative Wege aus der Fachkräftefalle“ stand. Experten vermittelten an praktischen Beispielen, wie Unternehmen mit den Potentialen der Menschen mit Behinderung ihre Fachkräfteversorgung in der Zukunft besser sichern können.

WDR 2-Moderator Jürgen Mayer führte durch das gesamte Programm.

Dabei näherte sich das Unternehmerforum dem Thema von der betriebswirtschaftlichen Seite. „Fakt ist: Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung oder die Beauftragung einer Werkstatt für Behinderte Menschen lohnt sich für Unternehmen.“ so Thomas Helm. In zwei Workshops erhielten die zahlreichen Besucher praktische Informationen und gute Beispiele, wie Inklusion bei Einstellung und Beschäftigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern realisiert werden kann.

Für die Einstimmung auf eine spannende und gewinnbringende Workshoparbeit sorgten vier prominente Impulsgeber: Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbänder (BDA), und Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Die prominenten Referenten beschäftigten sich aus differenzierten Blickwinkeln mit der Inklusionsthematik. Dabei gelang es ihnen, die anwesenden Unternehmen mit ihren Ideen und Vorschlägen in ihren Bann zu ziehen.

Staatssekretär Dr. Brauksiepe empfahl, die im Unternehmerforum dargestellten gelungenen Inklusionsbeispiele ausdrücklich zur Nachahmung: „Abschreiben ist hier erlaubt.“ Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung macht es den Unternehmen dabei einfacher. Zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt werden mit der Initiative insgesamt 100 Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds zusätzlich zu den bestehenden Regelleistungen für die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben zur Verfügung gestellt.

Hubert Hüppe wies nachdrücklich darauf hin, wie wichtig es sei, mit alten Vorurteilen aufzuräumen: „Lernbehinderung ist keine Krankheit“. Für den Inklusionserfolg sei es im Einzelfall sehr wichtig, dass es einen Ansprechpartner gebe, der nicht nur eine Vermittlung organisiere, sondern auch nach Beschäftigungsbeginn hilfreich zur Seite stehe. Die alten Ausflüchte seien überdies nicht mehr wichtig: „Wer Inklusion will, sucht nach Wegen, wer Inklusion nicht will, sucht nach Begründungen.“

BDA-Geschäftsführer Clever dankte der Arbeitsagentur für das Zusammenbringen von einschlägig erfahrenen Unternehmen mit interessierten Arbeitgebern, die der Beschäftigung von behinderten Menschen aufgeschlossen gegenüber stehen. Immer mehr setze sich die Erkenntnis durch, dass „schwerbehindert“ nicht gleichzusetzen sei mit „leistungsgemindert“. Mancher betroffene Arbeitnehmer sei gerade wegen seines Handicaps besonders leistungsfähig und motiviert. Er rief die Unternehmer auf, sich zu öffnen: „Integration in Erwerbstätigkeit ist die beste Integration in die Gesellschaft.“ Die Zeit dafür sei auch wegen des großen Fachkräftebedarfs gekommen, denn „die Betriebe verspielen Chancen, wenn sie sich die behinderten Bewerber nicht anschauen.“

Und René Röspel, heimischer SPD-Bundestagsabgeordneter, der spontan für seinen erkrankten Fraktions-Vizechef Hubertus Heil eingesprungen war, regte an, das Thema Inklusion weiter zu tragen und mit positiven Einzelfällen voran zu bringen. „Die größten Barrieren sind nur in den Köpfen“, äußerte er die Hoffnung, dass das Unternehmerforum dazu beiträgt, die Haltung gegenüber dem Thema Behindertenbeschäftigung nachhaltig zu ändern.

In einer abschließenden Talkrunde wurden die Informationen aus den Workshops und die Impulse der prominenten Redner von den Gästen mit der erlebten Realität im Alltag in Beziehung gesetzt.

Menschen mit Behinderungen sollen auch im Arbeitsleben selbstverständlich mittendrin und dabei sein. Dass dies in vielen Fällen gelingt und sich für die Unternehmen auch wirtschaftlich lohnt, konnte das Unternehmerforum eindrucksvoll beweisen. Die Beispiele regen zur Nachahmung an. Wer wollte, konnte sich vor Ort sofort von Experten der Agentur für Arbeit und des Integrationsfachdienstes der Caritas beraten lassen. Auch für die konkrete Auftragsabwicklung in Werkstätten für behinderte Menschen standen Ansprechpartner in einem besonderen Büro bereit.

(Quelle: Arbeitsamt Hagen, 18.11.2011)

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