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Ausbildungsmarktbilanz: Der Abstand ist kleiner geworden

Ein deutlicher Aufwind auf dem Ausbildungsmarkt hat seine Spuren hinter-lassen. Weniger Bewerber bei gleichzeitig steigendem Ausbildungsangebot haben die Bilanz im Ausbildungsjahr 2010/2011 spürbar ausgeglichen.

„Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe in der Region hat im beendeten Ausbildungsjahr nochmals zugenommen. Wie sie nach der Krise verstärkt in Ausbildung investieren, ist sehr erfreulich und beachtlich“, so Thomas Helm, Chef der Agentur für Arbeit Hagen. „Von Oktober 2010 bis September 2011 wurden 3210 (Hagen: 1080) betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 17,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Daraus resultierten auch deutlich bessere Wahlmöglichkeiten für die Jugendlichen.“

Am Ende des Beratungsjahres blieben nur 58 (16) Ausbildungsplätze unbesetzt, 80 (32) weniger als vor zwölf Monaten. Schwerpunkte waren hier erneut der Einzelhandel, der Hotel- und Gastronomiebereich sowie einige kaufmännische Berufe.

In Hagen und im EN-Kreis haben seit Oktober 2010 über 4700 (2070) Jugendliche die Berufsberatung der Agentur für Arbeit genutzt, um sich beraten zu lassen und eine Ausbildungsstelle vermittelt zu bekommen.

In dieser Zahl sind auch die Bewerber enthalten, die die Hilfen des zugelassenen Trägers der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Ennepe-Ruhr-Kreis (Jobcenter EN) in Anspruch genommen haben. Insgesamt nahm damit die Nachfrage nach einer Ausbildung im Vergleich zum Vorjahr um 21,1 Prozent ab. Noch unversorgt blieben 64 (23) Bewerberinnen und Bewerber.

„Die Jahresbilanz zeigt, dass sich der Ausbildungsmarkt gegen über den Vorjahren weiter verbessert hat. Sie zeigt aber auch, dass es unverändert strukturelle Probleme gibt. Nicht allen Schulabgängerinnen und Schulabgängern können adäquate Ausbildungsmöglichkeiten angeboten werden. Und nicht alle Ausbildungsplätze können mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden. Während sich die quantitative Lücke reduziert, besteht die qualitative Differenz weiter“, fasst Helm zusammen. „Die Bilanz mit Stand Ende September stellt für die Berufsberater und die Partner im Ausbildungskonsens ein Zwischenergebnis dar. Natürlich werden wir gemeinsam weiter daran arbeiten, die noch unbesetzten Ausbildungsstellen zu besetzen und die Jugendlichen zu integrieren.“

Helm warb dafür, „bei den jungen Leuten die individuellen Stärken zu entdecken und nicht ausschließlich tatsächliche oder vermeintliche Defizite zur Entscheidungsgrundlage zu machen. Die Gewinnung von Auszubildenden ist kein Selbstläufer, sondern muss aktiv gestaltet werden. Bei den Schulabgängern ohne Top-Noten im Zeugnis, bei Menschen mit Migrationsgeschichte, bei jungen Frauen mit Familien-pflichten und bei Menschen mit Behinderungen bleiben zu viele Fachkräftepotenziale ungenutzt. Die Betriebe sollten einen Blick für diese Talente entwickeln. Die Berufsberatung flankiert Ausbildungserfolg mit maßgeschneiderter Unterstützung, wie sie im Rahmen der ausbildungsbegleitenden Hilfen zur Verfügung stehen.“

Um die unversorgten Jugendlichen bemühen sich die Partner im Rahmen der Nachvermittlungsaktion. Überdies wird es in den kommenden Wochen noch zu Veränderungen auf der Angebots- und Nachfrageseite kommen. Daher appelliert Helm insbesondere an die Betriebe: „Melden Sie dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Hagen auch jetzt noch Ihre freien Stellen für dieses Jahr!“

(Quelle: Arbeitsagentur Hagen, 07.11.2011)

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