Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt - 2000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr
Trotz Herbstferien hielt die positive Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt an. Der Oktober zeigte sich nicht nur vom Wetter her golden. In Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis ging die Zahl der Arbeitslosen um weitere 227 auf 21 059 zurück. Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,1 Punkte auf 7,9 Prozent. Vor genau einem Jahr waren es 8,7 Prozent und über 2000 Arbeitslose mehr. Der aktuelle Oktober-Stand ist damit insgesamt der niedrigste seit 1992.
„Weiterhin sinkt die Arbeitslosigkeit besonders deutlich bei den unter 25-Jährigen. Sie nehmen Arbeit auf, beginnen eine Ausbildung, besuchen einen schulischen Ausbildungsgang oder nehmen ein Studium auf“, so Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. „Bei den ausländischen Arbeitslosen gab es hingegen wiederum einen geringen Anstieg.
Die Bundesagentur für Arbeit nimm diese Entwicklung sehr ernst und kümmert sich besonders um die berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“. In diesem Zusammenhang verweist Helm auf die heute beginnende JOBAKTIV Ruhrgebiet im Landschaftspark Duisburg-Nord. Diese Veranstaltung stellt bis zum 4. November die beruflichen Chancen für Migranten heraus und bietet konkrete Angebote. „Jeder ist herzlich eingeladen, die JOBAKTIV Ruhrgebiet zu besuchen!“ so Thomas Helm.
Die Kräftenachfrage war erneut geringfügig rückläufig. 974 Stellen wurden im Oktober gemeldet, 97 weniger als im September, aber 48 mehr als im Vorjahresmonat. In diesem Jahr gab es bisher insgesamt über 11 000 Angebote, fast 1300 oder 13,1 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ende Oktober waren insgesamt 3358 Stellen unbesetzt, 34,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Ergebnisse des Ausbildungsmarktes 2010/2011 werden bundeseinheitlich am 07.11.2011 veröffentlicht.
Die Arbeitsmarktentwicklung in der Stadt Hagen
Die Herbstbelebung sorgte auch in Hagen für einen weiterhin entspannten Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 185 oder 2,0 Prozent auf 9151, die Quote um 0,2 Punkte auf 9,6 Prozent. In der Volmestadt entwickelten sich die verschiedenen Rechtskreise wieder in gleicher Richtung. Im Verantwortungsbereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) ging die Zahl der erwerbslosen Kunden um 1,6 Prozent auf 1873 zurück, im Bereich des Jobcenters Hagen (SGB II) um 2,1 Prozent auf 7278.
Die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren profitierten im Oktober mit einem Rückgang von 10,3 Prozent weiterhin am deutlichsten. Im Vorjahresvergleich waren es hier aber nur noch 2,5 Prozent.
Der aktuelle Kräftebedarf war erneut rückläufig. Im Oktober wurden 431 Stellen neu gemeldet, 92 weniger als im Vormonat und 32 oder 6,9 Prozent weniger als vor genau zwölf Monaten. Der Bestand an unbesetzten Arbeitsstellen insgesamt ist mit 1506 weiterhin auf hohem Niveau.
Die Arbeitsmarktentwicklung im Ennepe-Ruhr-Kreis
Nicht ganz so deutlich wie in Hagen, doch weiterhin günstig war die Entwicklung im EN-Kreis. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich hier um 0,4 Prozent, damit um 42 auf knapp 11 908. Die EN-Arbeitslosenquote blieb unverändert 7,0 Prozent. Genau betrachtet waren es 3319 Arbeitslose im Rechtskreis SGB III (in der Verantwortung der Agentur für Arbeit Hagen mit den Geschäftsstellen in Gevelsberg, Hattingen, Schwelm, Wetter und Witten), aktueller Rückgang um 73 oder 2,2 Prozent, und 8589 SGB II-Arbeitslose (in der Zuständigkeit des EN-Kreises mit den Regionalstellen des Jobcenters EN) mit einem kleinen Anstieg um 31 oder 0,4 Prozent.
Lokale Besonderheiten
Im Gegensatz zu den Vormonaten war die Entwicklung in den einzelnen Kommunen des EN-Kreises nicht mehr einheitlich. Während in Ennepetal, Gevelsberg, Herdecke und Wetter die Arbeitslosigkeit sogar geringfügig anstieg, wurde dies kreisweit durch die Rückgänge in Hattingen, Schwelm, Sprockhövel und Witten überkompensiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb es hingegen allerorten bei deutlichen Rückgängen. Der Abstand zum Vorjahr beträgt zwischen 4,8 Prozent (Witten) und 16,9 Prozent (Sprockhövel).
Gesamteinschätzung Die Herbstbelebung sorgt für eine fortgesetzt gute Arbeitsmarktentwicklung. Ungeachtet dieser saisonalen Besonderheit lassen die Konjunkturprognosen und die Unsicherheiten aufgrund der europäischen Schuldenkrise jedoch ein Auslaufen des Aufschwungs erwarten. Der Abbau der Arbeitslosigkeit wird daher auch in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis an Schwung verlieren.
Kurzfristig wird die Entwicklung des Arbeitsmarktes bis zum Wintereinbruch im Januar voraussichtlich noch positiv verlaufen.
(Quelle: Arbeitsagentur Hagen, 02.11.2011)


